Unterstützung beim kommunalen Ressourcenmanagement

Projektkurzbeschreibung

Bezeichung: Unterstützung beim kommunalen Ressourcenmanagement in Namibia
​Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Namibia
Politischer Träger: Ministry of Environment and Tourism (MET)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

Ausgangssituation

Durch gemeindebasiertes Naturressourcenmanagement können die Bewohner von Kommunalgebieten ihr Ökosystem selbst managen. Das Konzept ist zwar schon lange bekannt, jedoch erst seit der Unabhängigkeit hat Namibia ortsansässigen Gemeinden zunehmend mehr Rechte übertragen. Mitte der 1990er-Jahre wurden gesetzlich anerkannte kommunale Naturschutzzonen, wie Hegegebiete und Gemeindewälder, unter dem Nature Conservation Amendment Act von 1996 zusammengefasst. Insgesamt 82 Hegegebiete und 32 Gemeindewälder wurden seitdem registriert und amtlich bekannt gemacht.

Hegegebiete werden von den Kommunen mithilfe einer gesetzlichen Verfassung und gewählter Vertreter demokratisch verwaltet. Sie beschäftigen Vollzeitmitarbeiter und dürfen Einkommen aus ihrer natürlichen Ressourcengrundlage erzielen. Joint Ventures mit Tourismusbetreibern und die Trophäenjagd sind mittlerweile wichtige Einnahmequellen vieler Hegegebiete. Andere Einnahmen stammen aus dem Ernten, Verarbeiten und Vermarkten von Naturprodukten. Die Aufteilung des Gewinnes aus der Ressourcennutzung unter den Mitgliedern der Hegegebiete wird mithilfe jährlicher Verteilungspläne organisiert. Die Erträge werden auch für Investitionen in Infrastruktur genutzt, beispielsweise den Bau von Schulen, Wasserstellen und Gesundheitseinrichtungen. Hegegebiete machen heute ein Fünftel der Fläche Namibias aus, mehr als 189.000 Menschen profieren von ihnen.

Das System der Hegegebiete schafft für die Bewohner ländlicher Gebiete einen starken Anreiz, ihre natürlichen Ressourcen zu schützen. Namibia weist beim gemeindebasierten Ressourcenmanagement beachtliche ökologische und ökonomische Erfolge auf. Hegegebiete sind jedoch immer noch mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, die verhindern, dass ihr Potenzial ausgeschöpft werden kann. Die Auswirkungen des Klimawandels etwa haben weitreichende Konsequenzen für die Lebensgrundlage ländlicher Gemeinden. Auch haben nicht alle Hegegebiete das Potenzial, Einkommen für ihre Mitglieder zu schaffen – vor allem dann nicht, wenn sie in entlegenen Landstrichen mit wenig Wildtierbestand liegen.

Ziel

Die kohärente Umsetzung des gemeindebasierten Managements natürlicher Ressourcen ist national, regional und lokal verbessert. Die Einkommen aus Hegegebieten, Gemeindewäldern und für Haushalte, die von natürlichen Ressourcen abhängig sind, sind durch stärkere Diversifizierung verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die arme, ländliche Bevölkerung in Hegegebieten und Gemeindewäldern, deren Lebensgrundlage von der effektiven Umsetzung der nationalen Richtlinien zum gemeindebasierten Ressourcenmanagement abhängt. Regionale und lokale Zielgruppe sind die rund 100.000 Einwohner der Hegegebiete in nördlichen Regionen Namibias. Durch die Unterstützung des nationalen Umwelt- und Tourismusministeriums profitieren im weiteren Sinne auch die rund 190.000 Bewohner aller 82 Hegegebiete im Land.

Das Vorhaben konzentriert sich auf drei Handlungsfelder:

  1. Politikberatung zur guten Regierungsführung 
    Das Vorhaben unterstützt das Umwelt- und Tourismusministerium dabei, die Richtlinien zum kommunalen Ressourcenmanagement umzusetzen und standardisiert vorzugehen. Es hilft dabei, die Steuerung und Führung der Hegegebiete zu verbessern, zum Beispiel bei Entscheidungsfindungsprozessen, solidem Finanzmanagement und ordnungsgemäßer Umsetzung der Verfassungen der Hegegebiete. Die Position der Frauen wird besonders gestärkt, damit ihre Interessen und Bedarfe bei Entscheidungen angemessen berücksichtigt werden. Das Vorhaben unterstützt darüber hinaus Ansätze, die Mensch-Wildtier-Konflikte reduzieren und Straftaten im Zusammenhang mit Wildtieren bekämpfen.
  2. Überprüfung der Einhaltung nationaler Richtlinien 
    Das Vorhaben unterstützt die Anwendung eines webbasierten Managementsystems, das die Regionalbüros in Echtzeit mit dem Hauptbüro verbindet. Damit wird die institutionelle Leistungsfähigkeit des Ministeriums gestärkt, die Regelkonformität der Hegegebiete zu überwachen, und damit die Umsetzung der nationalen Richtlinien.
  3. Einkommenssteigerung durch Nutzung natürlicher Ressourcen 
    Obwohl Namibia das trockenste Klima in Subsahara-Afrika hat, gibt es im Land große Biodiversität. Gesunde Wildpopulationen sind eine wichtige Einnahmequelle, einheimische Pflanzen liefern einen wertvollen Beitrag zur Ernährung, Gesundheit und Körperpflege der Bevölkerung. Das Vorhaben unterstützt Hegegebiete durch die Verbesserung des Managements sowie der technischen Ressourcen und Kompetenzen von Produzenten, Verarbeitern und lokalen Produktentwicklern. Forschung und Entwicklung vor Ort, Einwerbung von Investitionen und die Expansion lokaler und internationaler Märkte für einheimische Produkte sollen die Einkommen der armen ländlichen Bevölkerung steigern. Angesichts des Klimawandels werden Vulnerabilitätsstudien in ausgewählten Kommunen durchgeführt, um geeignete Anpassungsmaßnahmen für wirksame Strategien zu ermitteln.