Unterstützung beim kommunalen Ressourcenmanagement

Projektkurzbeschreibung

Bezeichung: Unterstützung beim kommunalen Ressourcenmanagement
​Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Namibia
Politischer Träger: Ministry of Environment and Tourism (MET)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

Ausgangssituation

Mit der gemeindebasierten Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen (Community-Based Natural Resource Management, CBNRM) werden die Voraussetzungen für die aktive Bewirtschaftung von Ökosystemen durch die Kommunen geschaffen. Den Anwohnern der registrierten Hegegebiete ist es gestattet, innerhalb des Hegegebiets durch touristische Angebote, die nachhaltige Nutzung von Wildtieren und die Ernte von Naturprodukten ein Einkommen zu erwirtschaften. Durch die Möglichkeit, einen Nutzen aus ihrer natürlichen Umwelt zu ziehen, besteht bei den Anwohnern ein starker Anreiz, die natürliche Umwelt zu schützen und zu erhalten. Insgesamt sind 83 Hegegebiete, 1 Verein und 32 Gemeindewälder offiziell registriert und bieten rund 200.000 Menschen die Möglichkeit, ein eigenes Einkommen zu erzielen. Dabei hat der Tourismus die Trophäenjagd inzwischen als Haupteinnahmequelle abgelöst.

Ziel

Die CBNRM-Strategie wird auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene besser umgesetzt.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ das namibische Ministerium für Umwelt und Tourismus (Ministry of Environment and Tourism, MET) bei einer besseren Umsetzung der CBNRM-Strategie. Dazu hat die GIZ das Projekt „Unterstützung beim kommunalen Ressourcenmanagement“ auf den Weg gebracht, das einen Mehrebenenansatz verfolgt. Es richtet sich auf regionaler und lokaler Ebene an rund 100.000 Einwohner von Hegegebieten und Gemeindewäldern und erreicht Haushalte in den Regionen Kavango, Kunene und den Regionen in Nord- und Zentral-Namibia. Auf nationaler Ebene unterstützt das Projekt das gesamte CBNRM-Konzept durch Politik- und Rechtsberatungsleistungen.

Ferner führt das CBNRM-Projekt Capacity-Building-Maßnahmen für die Mitarbeitenden des MET durch, beispielsweise in den Bereichen Compliance-Überwachung und Prozessunterstützung. Gleichzeitig schult es alle Akteure des CBNRM-Programms in der Nutzung des Monitoring-Systems. Darüber hinaus fördert das Projekt die Formalisierung der Zusammenarbeit zwischen dem MET und den NROs sowie den anderen Partnern des Ministeriums in der Privatwirtschaft. Auf Ebene der Hegegebiete fördert das Projekt eine verantwortungsvolle Führung in Bezug auf die Entscheidungsfindung, das Finanzmanagement sowie die Umsetzung der für die Hegegebiete geltenden Satzungen. Diese Förderung erstreckt sich auch auf die Gleichstellung der Geschlechter, damit die Interessen und Bedürfnisse von Frauen bei Entscheidungen verstärkt berücksichtigt werden. 

Ferner unterstützt das Projekt ein webbasiertes Compliance-Managementsystem, über das die Regionalzweigstellen des MET in Echtzeit mit dem Hauptsitz des Ministeriums verbunden sind. Durch dieses System verfügt das Ministerium über größere institutionelle Kapazitäten und kann die Einhaltung der für die Hegegebiete geltenden Regeln besser überprüfen. Damit trägt das Compliance-Managementsystem zu einer konsequenten Umsetzung der CBNRM-Strategie bei. Die Hegegebiete werden bei der Einreichung ihrer Daten für das Compliance-Management unterstützt. Gleichzeitig sollen externe Dienstleister ein solides Finanzmanagement einrichten. Außerdem ist vorgesehen, Empfehlungen umzusetzen, die aus Schwachstellenanalysen abgeleitet wurden. Diese Empfehlungen beziehen sich auf die Geschlechtergerechtigkeit, Konflikte zwischen menschlichen Tätigkeiten und Wildtieren sowie Verstöße gegen den Artenschutz. Durch diese Maßnahmen soll die Resilienz der Hegegebiete insgesamt verbessert werden. 

Namibia ist das trockenste afrikanische Land südlich der Sahara; die Niederschläge fallen unregelmäßig und die Regenmengen sind sehr gering. Gleichzeitig beherbergt das Land zahlreiche Wildtiere und einheimische Pflanzen. Das CBNRM-Projekt unterstützt die Hegegebiete bei der Diversifizierung der Einkommensquellen für die Bevölkerung sowie bei der Schaffung von weiteren ökologischen Wertschöpfungsketten. Zu diesem Zweck führt das Projekt Studien durch, um zu ermitteln, welches Potenzial innovative einkommensgenerierende Maßnahmen bieten. Diese Maßnahmen sollen letztlich dazu beitragen, das Einkommen der Anwohner der Hegegebiete zu steigern. Darüber hinaus bietet das Projekt Wirtschafts- und Rechtsberatungsleistungen für Hegegebiete, die Verträge mit der Privatwirtschaft abschließen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Hegegebiete ihren Vertragspflichten nachkommen.