Förderung von Inselnetzen zur Elektrifizierung des ländlichen Raums in Uganda

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von Inselnetzen zur Elektrifizierung des ländlichen Raums in Uganda
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Deutsche Climate Technology Initiative (DKTI), Europäische Union
Land: Uganda
Politischer Träger: Ministerium für Energie und Bodenschätze (MEMD)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

A demonstration of what the villages will look like once the solar mini-grids have been set up_Uganda

Ausgangssituation

Uganda verfügt über ein großes Potenzial für die Nutzung von erneuerbaren Energien und bietet gute Voraussetzungen, um Strom aus Sonnenenergie, Wasserkraft, Biomasse und Windkraft zu erzeugen. Dennoch haben nur etwa 50 Prozent der Bevölkerung des Landes Zugang zu elektrischem Strom, und nur 24 Prozent der Bevölkerung können länger als vier Stunden pro Tag elektrischen Strom nutzen. Außerhalb der Städte –wo 70 Prozent der Bevölkerung leben – liegt die Elektrifizierungsrate bei nur 70 Prozent. Dies stellt ein großes Hindernis für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die Armutsbekämpfung dar. Ein Ansatz zur Lösung dieses Problems sind Inselnetze, denn mit diesen so genannten Minigrids könnten die meisten Dörfer, in denen der Ausbau des Stromnetzes wirtschaftlich nicht machbar ist, zuverlässig mit Strom in netzstromähnlicher Qualität versorgt werden.

Das ugandische Ministerium für Energie und mineralische Bodenschätze (MEMD) fördert private Investitionen in Inselnetze. Allerdings müssen noch die politischen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen entwickelt werden, damit Zahl und Umfang der Inselnetzprojekte die zur Sicherung der Stromversorgung notwendige Größenordnung erreichen. Bis 2015 waren in Uganda nur etwa zehn Minigrids registriert, die hauptsächlich von Gemeinden und gemeinnützigen Organisationen betrieben werden. Nur bei fünf dieser Vorhaben wurden Investitionsmittel aus dem privaten Sektor mobilisiert.

Ziel

Die Rahmenbedingungen zur Gewinnung von privaten Investitionen in die Versorgung des ländlichen Raums mit Ökostrom aus Inselnetzen sind verbessert.

Placement of low voltage distribution line works in preparation for the setting up of 40 solar mini grids in Northern and Southern Uganda under the Pro Mini-Grids project. GIZ PREEEP Photo

Vorgehensweise

Die Maßnahmen des Projekts „Förderung von Inselnetzen zur Elektrifizierung des ländlichen Raums“ fügen sich in das umfassende Energieprogramm des Landes ein und werden zusammen mit dem MEMD, der Agentur für die Elektrifizierung des ländlichen Raums (Rural Electrification Agency, REA) und der Stromregulierungsbehörde (Electricity Regulatory Authority, ERA) durchgeführt.

Das Projekt arbeitet auf vier Ebenen:
1.    Strategie und Lenkung: Stärkung der öffentlichen Akteure bei der Elektrifizierungsplanung, der Formulierung von Strategien und Vorschriften sowie der Förderung von nachhaltigen Geschäftsmodellen. 
2.    Aufsichtsrechliche Instrumente: Entwicklung von Instrumenten und Mechanismen, wie z. B. eines Reverse-Auction-Modells für gebündelte Projekte der Regierung, die das Engagement des Privatsektors fördern und durch die Beteiligung des Staates Investitionssicherheit bieten.
3.    Technik und Design: Aufbau von privatwirtschaftlichen Kapazitäten für die Planung, die Errichtung und den Betrieb von Inselnetzen. Außerdem unterstützt das Projekt zusammen mit der Handwerkskammer Köln (HWK) und dem Nakawa Vocational Training Institute (NVTI) Maßnahmen zur Aus- und Fortbildung von Solar- und Minigrid-Technikern.
4.    Produktive Nutzung: Durchführung von Schulungen und Bereitstellung von Finanzmitteln für kleine und mittlere Unternehmen, Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Haushalte, um sicherzustellen, dass die Elektrizität zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung genutzt wird, und um das Minigrid-Geschäftsmodell nachhaltig zu gestalten.

Wirkungen

Im Rahmen der Bemühungen um die verstärkte Elektrifizierung des ländlichen Raums hat das Projekt durch eine Reverse Auction mit der REA zwei Entwickler für die Errichtung von insgesamt 40 Solar-Minigrids ausgewählt; davon sollen 25 im Norden und 15 im Süden Ugandas entstehen. Mit der Durchführung von umgekehrten Auktionen hat das Projekt die Regierung dabei unterstützt, verstärkt Investitionen des Privatsektors in Minigrids zu lenken. Im Rahmen der vorbereitenden Maßnahmen für die Errichtung der 40 Solar-Minigrids wurde mit den Arbeiten an den Niederspannungsverteilleitungen begonnen.

Im Rahmen von Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Bildung hat das Projekt gemeinsam mit der HWK und dem NVTI die Ausbildung von mehr als 250 Solartechnikerinnen und -technikern unterstützt. Darüber hinaus wurde ein Ausbildungslehrplan für Solar- und Minigrid-Techniker*innen entwickelt und zertifiziert; ein Zentrum für die Ausbildung von Fachkräften für erneuerbare Energien (Solar- und Minigrid-Techniker*innen) wird derzeit aufgebaut. Das Zentrum ist vollständig mit hochmodernen Solardemonstrations- und Lehrmaterialien ausgestattet, so dass hier eine praxisnahe Lehr- und Lernumgebung besteht. Das Herzstück der Anlage ist der Standort für die Vorführung eines Inselnetzes mit einer Leistung von 10 Kilowattpeak (kWp). Die Vorführanlagen weist alle Funktionen eines voll funktionsfähigen Solar-Minigrids auf, versorgt die Solarabteilung des Ausbildungszentrums mit Strom und ist ein wichtiges Werkzeug zur Erhebung und Analyse von Energienutzungsdaten.

Solar trainees during a practical session at the Renewable Energy Training Centre

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