Meeres-, Küsten und Landressourcen in Mauretanien schützen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Partizipatives Management von Meeres-, Küsten und Landressourcen (CorMCT)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mauretanien
Politischer Träger: Ministère de l’Environnement et du Développement Durable (MEDD)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

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Ausgangssituation

Ökosysteme in Mauretanien nehmen seit mehr als 30 Jahren zunehmend Schaden. Dies ist auf klimatische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen sowie umweltschädigende Methoden der Ressourcennutzung zurückzuführen. Unzureichende Governance- und Managementsysteme verstärken die negativen Auswirkungen.

Natürliche Rohstoffe von Busch-, Wald- und Weideflächen bilden die Existenzgrundlage von rund einem Viertel der Bevölkerung. Sie sind durch Überbeanspruchung, den Klimawandel und ein stetiges Bevölkerungswachstum bedroht. Die allgemeine Vegetationsbedeckung nimmt ab. Eine Ausnahme bilden Gebiete, in denen Nutzervereinigungen ihre Ressourcen dezentral verwalten. Deren Finanzierung und Stärkung ist langfristig noch nicht gesichert.

Die beiden Nationalparks Banc d‘Arguin und Diawling sind wichtig für die globale Biodiversität und die Erhaltung der Meeres- und Küstenressourcen. Durch industrielle Fischerei, Öl- und Gaswirtschaft, Goldabbau, schlechtes Abfallmanagement, große Infrastrukturprojekte sowie insgesamt die Auswirkungen von Industrialisierung, Urbanisierung und Klimawandel geraten sie jedoch zunehmend unter Druck. Rechtsvorschriften und Instrumente für eine integrierte und klimasensible Bewirtschaftung der Meere, Ozeane und Küstengebiete sind noch nicht ausreichend umgesetzt.

Der Teil der Bevölkerung, dessen Lebensgrundlage davon abhängt, ist dementsprechend noch nicht ausreichend vor den Folgen des Klimawandels geschützt. 

Ziel

Die Resilienz schutzbedürftiger, von Meeres-, Küsten- und Landressourcen abhängiger Bevölkerungsgruppen ist gegenüber den Folgen des Klimawandels gestärkt.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben schließt an das Vorgängerprojekt „Management natürlicher Ressourcen“ an. Schwerpunktmäßig arbeitet es in den drei Handlungsfeldern: Technische und politische Beratung, integrierte klimasensible Bewirtschaftung und lokale Nutzervereinigung. 

Das Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung wird beim Aufbau eines digitalen Informationssystems unterstützt. Das System erfasst Umweltdaten und entscheidungsrelevante Informationen. Außerdem treibt das Projekt den Datenaustausch mit anderen wichtigen Partner*innen und Ministerien voran.

Die Bewirtschaftung der Meeres- und Küstenressourcen muss besser an veränderte klimatische Bedingungen angepasst werden. Aus diesem Grund unterstützt das Programm die Entwicklung von Entscheidungsinstrumenten, die Stärkung des Rechtsrahmens und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteur*innen – mit Beteiligung der Zivilgesellschaft. Vor allem lokale Organisationen, die in den Nationalparks und der Küstenzone tätig sind, sollen profitieren. 

Der Banc d'Arguin Coastal and Marine Biodiversity Trust Fund Limited (BACoMaB) ist für die Finanzierung der Nationalparks zuständig. Er erhält Unterstützung, um seine Managementkompetenzen zu verbessern. Schließlich werden die beiden Nationalparks bei der Umsetzung ihrer Entwicklungs- und Managementpläne und bei der Finanzierungsfähigkeit für BACoMaB-Mittel unterstützt. Dazu arbeitet das Projekt mit dem Konsortium der Forschungs- und Beratungsunternehmen GOPA / Eco Consult zusammen.

Zuletzt stärkt das Vorhaben lokale Nutzervereinigungen von Wald- und Weideflächen im Süden des Landes. Die dezentrale Bewirtschaftung der natürlichen Rohstoffe wird dadurch verbessert. Das Projekt baut die Produktionsketten von Nichtholzprodukten aus, um grüne Einkommen zu generieren. Insbesondere Frauen sollen davon profitieren.

Wirkungen

  • Das Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung verwaltet das neue digitale Umweltinformationssystem mit spezifischen Daten nach Gebieten und Themen. Das System ist funktionsfähig und frei zugänglich.
  • Derzeit wird die Multiakteursplattform PALM (Plateforme des Acteurs du Littoral et de la Mer) formalisiert, um die integrierte Bewirtschaftung der Meeres- und Küstenressourcen zu verbessern. Auf einer von der Plattform organisierten Konferenz wurden Ende 2019 Erfahrungen der Organisationen, einschließlich der von Frauen, vorgestellt.    
  • Der BACoMaB konnte seine Kapitalausstattung im Jahr 2019 auf 31,4 Millionen Euro erhöhen. Die Verbesserung des Managements der Nationalparks wurde durch die Festlegung strenger Kriterien für die Finanzierungsfähigkeit gefördert.
  • Mehrere Instrumente für das Management der Meeres- und Küstenressourcen werden umgesetzt, darunter die nationale Umweltkontrollstrategie und das Frühwarnsystem für chemische Verschmutzung.
  • Dank der Nutzung von Nichtholzprodukten sind die geschätzten Einnahmen der Nutzervereinigungen um mehr als zehn Prozent gestiegen.
  • 117 weibliche Mitglieder von Nutzervereinigungen haben vier klimasensitive Ansätze umgesetzt, darunter die Verarbeitung von Nichtholzprodukten.
  • Der Index der Vegetationsbedeckung, der die Entwicklung der Wald- und Weideflächen bewertet, ist in 30 der 39 Nutzervereinigungen positiv.
©  Wim C Mullié