Deutsch-indisches Programm für berufliche Bildung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Indisches Programm für Berufsbildung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent-wicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministry of Skill Development and Entrepreneurship
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Ausgangssituation

Indien hat sich das Ziel gesteckt, zu einem der weltweit führenden Industrieländer aufzusteigen. Dazu benötigt das Land qualifizierte Fachkräfte. Das indische Berufsbildungssystem verfügt jedoch nicht über die Kapazitäten, die notwendig wären, um eine ausreichende Anzahl an Fachkräften in der erfor-derlichen Ausbildungsqualität hervorzubringen. Diese Kapazitäten sind jedoch entscheidend, um jun-gen Menschen die Fähigkeiten zu vermitteln, die sie benötigen, um als angehende Fachkräfte die An-forderungen einer wachsenden Industrie zu erfüllen.

In den nächsten 15 Jahren werden mehr als 250 Millionen junge Menschen in den Arbeitsmarkt eintre-ten. Eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen für Fachkräfte stehen deshalb in Indien ganz oben auf der politischen Agenda. Vor diesem Hintergrund hat die Regie-rung kürzlich die Initiativen „Make in India“ und „Skill India“ ins Leben gerufen. Das Ziel: die Ausbildung von bis zu 400 Millionen Menschen bis 2022.

Zum Aufbau des dafür erforderlichen Berufsbildungssystems fördert die indische Regierung die aktive Beteiligung von Unternehmen an der Schaffung von kooperativen betrieblichen Ausbildungsmöglich-keiten. Das deutsche Berufsbildungsmodell wird weitgehend vom privaten Sektor getragen und die indische Regierung hat Interesse daran bekundet, Teile des deutschen Systems für die Berufsbildung zu übernehmen.

Ziel

Akteure des öffentlichen und privaten Sektors haben in Indien gemeinsam günstige Bedingungen für die Entwicklung und Verbesserung von kooperativen betrieblichen Berufsbildungsmöglichkeiten ge-schaffen.

Vorgehensweise

Die folgenden Schritte sollen die erfolgreiche Einführung eines neuen Berufsbildungssystems in Indien unterstützen:

Beratung und Lenkung lokaler Kooperationen zwischen öffentlichen Einrichtungen und Organi-sationen des privaten Sektors wie Kammern und Verbänden zur gemeinsamen Einrichtung ko-operativer betrieblicher Ausbildungen in drei Industrieclustern: dem Fahrzeugkomponenten-Cluster in Aurangabad, Maharashtra, dem Elektronikcluster in Bangalore, Karnataka, und dem Baugewerbe-Cluster in Bhiwadi, Rajasthan. Die indische Regierung hat sich das Ziel gesetzt, über die Programmlaufzeit eine Beteiligung von mindestens 100 Unternehmen aus den ausge-wählten Clustern zu erreichen.

Schaffung eines grundlegenden Rahmens für die Einrichtung kooperativer Berufsbildungs-möglichkeiten durch Beratungsangebote für die Regierung sowie für öffentliche und private Stakeholder auf nationaler und lokaler Ebene. Zu den Stakeholdern gehören die National Skill Development Corporation, die National Skill Development Agency, die Sector Skill Councils, die State Skill Development Missions sowie regionale und lokale Unternehmensverbände. 

Verbesserung der Dialogmechanismen zwischen dem Ministry of Skill Development and Ent-repreneurship (MSDE) und anderen staatlichen Stellen einerseits und dem privaten Sektor an-dererseits, um ein gegenseitiges Verständnis und die gemeinsame Koordination zu fördern.

Dokumentation der Einführungsprozesse für kooperative Berufsbildungsmöglichkeiten, um die Übertragung auf andere Regionen und Industriezweige zu fördern.

Verfolgung eines gendersensiblen Ansatzes für das Berufsbildungssystem, damit die Bedürf-nisse beider Geschlechter – Frauen und Männer – systematisch berücksichtigt werden.