Integrierte Abfallwirtschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimafreundliche integrierte Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft in Albanien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien
Politischer Träger: Ministerium für Tourismus und Umwelt
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

The old dumpsite of Himara

Ausgangssituation

Nachdem Albanien 2014 Kandidatenstatus erlangt hat, ist das Ziel der EU-Mitgliedschaft die treibende Kraft hinter den aktuellen Entwicklungsanstrengungen des Landes. Entsprechend orientiert sich die Nationale Abfallwirtschaftsstrategie Albaniens für den Zeitraum 2010-2025 an EU-Standards. Mit mehreren Gesetzen und Richtlinien, darunter ein Gesetz über eine integrierte Abfallwirtschaft (2011) und ein Gesetz zur Förderung der Abfalltrennung (2014), wurde diese strategische Ausrichtung bereits in einen rechtlichen Rahmen überführt. Es besteht jedoch eine große Diskrepanz zwischen den rechtlichen Schritten auf der einen und der Realität auf der anderen Seite. Die Ursachen für diese Diskrepanz sind fehlende Ressourcen und Kapazitäten, mangelndes Fachwissen und eine unzulängliche Umweltbildung. Organische Abfälle enden mit dem restlichen Feststoffabfall auf schlecht geführten Mülldeponien. Dort führen sie zur Entstehung von Deponiegasen und Sickerwasser, die Wasser, Boden und sogar das Klima belasten. Das Verursacherprinzip wird nicht durchgesetzt und eine Abfallentsorgung mit Kostenausgleich ist nur in sehr wenigen Gemeinden Realität. Dieses unzulängliche Abfallwirtschaftssystem hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und auf die Umwelt. Da ihnen die Ressourcen fehlen, fühlen sich die meisten Gemeinden überfordert und nicht in der Lage, ihre Abfallentsorgung zu modernisieren.

Ziel

Das Abfallwirtschaftssystem in Albanien ist verbessert. Mit der Einführung der Kompostierung organischer Abfälle sowie einer Zunahme von Abfalltrennung und Recycling in den Gemeinden Himara, Peqin und Rrogozhina liegt der Schwerpunkt zunehmend auf den klimabezogenen Aspekten der Abfallwirtschaft.

Waste sorting in a German supermarket

Vorgehensweise

Zur Verbesserung der Abfallwirtschaft ist die aktive Unterstützung der Gesamtbevölkerung und der Privatwirtschaft erforderlich. Aus diesem Grund unterstreicht das Projekt die Bedeutung eines partizipativen Ansatzes mit breiter Bürgerbeteiligung, insbesondere der marginalisierten Gruppen, die in der informellen Sammlung wiederverwertbarer Abfälle tätig sind.

Das Projekt setzt auf nationaler Ebene an, wo insbesondere mit dem Ministerium für Tourismus und Umwelt zusammengearbeitet wird, sowie in den drei Partnergemeinden Himara, Peqin und Rrogozhina. Auf nationaler Ebene wird ein Beitrag zur Überarbeitung der Nationalen Abfallwirtschaftsstrategie sowie zur Stärkung sektorspezifischer Vorschriften geleistet, und es werden allgemeine Capacity-Building-Maßnahmen durchgeführt.

In den Partnergemeinden unterstützt das Projekt die Ausarbeitung und Umsetzung von Abfallwirtschaftsplänen. Außerdem wird gemeinsam mit nationalen und lokalen Akteuren an einem Finanzierungsplan gearbeitet, um die Kosten der Abfallwirtschaft zu decken.

Ein dritter Tätigkeitsbereich ist die Unterstützung der drei Partnergemeinden bei Mobilisierungsmaßnahmen, damit sich die Einwohner stärker mit den neuen Konzepten einer integrierten Abfallwirtschaft auseinandersetzen. Dazu gehören Informationskampagnen, mit denen Abfalltrennung, Kompostierung und die Akzeptanz von Abfallgebühren gefördert werden sollen.

Seit 2017 führt Deutschland die Geberrunde im albanischen Abfallsektor und wird dabei intensiv durch das Projekt unterstützt. Es umfasst eine enge Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau, die die deutsche Finanzhilfe für die Abfallwirtschaft bereitstellt, sowie Kooperationen mit anderen internationalen Entwicklungspartnern.  

Wirkung

Der erste Entwurf der überarbeiteten Nationalen Strategie für eine Integrierte Abfallwirtschaft wurde im November 2017 vorgelegt. Es folgten der Entwurf eines kommunalen Abfallwirtschaftsplans für die Gemeinde Himara im Dezember desselben Jahres und entsprechende Pläne für Peqin und Rrogozhina im Januar 2018.

Im Januar 2018 wurden allen Partnergemeinden kommunale Aktionspläne vorgelegt. Neben anderen Maßnahmen sehen die Pläne eine sicherere Abfalldeponierung und die Sanierung alter Deponien vor.

2017 wurden in unseren Partnergemeinden acht Sensibilisierungskampagnen durchgeführt. Ein Beispiel dafür ist eine Kampagne zum Ersatz von Plastiktüten durch Stoffbeutel beim Einkaufen.

Außerdem wurden 2017 speziell zugeschnittene Schulungen für die albanischen Projektpartner realisiert.