Unterstützung der Afrikanischen Union im Bereich Migration und Flucht in Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Afrikanischen Union im Bereich Migration und Flucht
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union
Politischer Träger: African Union
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

Ausgangssituation

Während Migration in Europa seit der so genannten Flüchtlingskrise 2015 verstärkt wahrgenommen wird, gehört das Thema auf dem afrikanischen Kontinent schon lange zum Leben dazu. Dem Bild einer Migrationsflut aus Afrika nach Europa, das die öffentliche Debatte oft dominiert, widersprechen jedoch die Zahlen: Vier von fünf afrikanischen Migrant/-innen bleiben auf dem Kontinent. Umso wichtiger ist es, dass Migration auch innerhalb Afrikas geordnet und sicher stattfinden kann. Nur so kann irreguläre Migration, die oft unter widrigen und äußerst gefährlichen Umständen geschieht, verhindert und die Potentiale von regulärer Migration für Entwicklung nutzbar gemacht werden. Darüber hinaus beherbergen afrikanische Staaten einen großen Teil der weltweit registrierten Vertriebenen. Etwa 80 Prozent der Geflüchteten aus der Region Subsahara finden in afrikanischen Nachbarländern Zuflucht. Neben international Vertriebenen gibt es mit knapp zwölf Millionen Menschen viele, die als Binnenvertriebene innerhalb ihres Landes Schutz suchen. Für diese Themen spielt die Afrikanische Union eine wichtige Rolle. Ihr Exekutivarm, die Kommission der Afrikanischen Union (AUK), hat den Auftrag, kontinentale Rahmenwerke und Standards im Bereich Migration und Flucht zu entwickeln und den Kontinent geeint im regionalen und globalen Austausch zu vertreten.

Ziel

Die Afrikanische Union nimmt ihr Mandat im Bereich Migration, Mobilität und Flucht wirksam wahr.

Vorgehensweise

Das Vorhaben trägt langfristig zu einer verstärkten Steuerungsfähigkeit der Afrikanischen Union bei und verbessert die Flucht- und Migrationsgovernance auf dem afrikanischen Kontinent. Dabei setzt es auf der institutionellen Ebene an und stärkt die kontinentale Governance im Bereich Migration. Dabei berücksichtigt das Projekt in enger Abstimmung mit der AUK die Erfahrungen aus der bestehenden Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Union. Das Vorhaben unterstützt die Sektorstrategie Migration Policy Framework for Africa (Migrationspolitikrahmen für Afrika, MPFA) und politische Prioritäten unter anderem die institutionelle Reform der Afrikanischen Union, vorangetrieben durch Paul Kagame, mit dem Ziel die Effizienz zu steigern – durch erprobte Methoden der technischen Zusammenarbeit. Hierbei konzentriert sich das Vorhaben auf drei Handlungsfelder:

  • Die Institutionelle Kapazitätsentwicklung und Koordinierung soll die Afrikanischen Union bei der Umsetzung des MPFA und seines Aktionsplans unterstützten.
  • Die Verbreitung und Anwendung des MPFA auf regionaler und nationaler Ebene soll vorangetrieben werden, indem Mitgliedstaaten und regionale Wirtschaftsgemeinden mit dem Rahmenwerk vertraut gemacht werden. Das Vorhaben leistet technische Unterstützung und Prozessberatung bei der Anpassung an regionale und nationale Politiken.
  • Die technischen Kapazitäten der Afrikanischen Union in den Bereichen Diasporakooperation, Arbeitsmigration und Schutzregime werden gestärkt. Vorgesehen ist hier die Fortsetzung eines flexiblen Fonds. Relevante AUK-Abteilungen und Institutionen der Afrikanischen Union können sich hier um Unterstützung bewerben.