Nachhaltige Entwicklung von Metropolregionen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige Entwicklung von Metropolregionen
Auftraggeber: Bundesministerium für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Deutschland (sektoral, global)
Politischer Träger: Bundesministerium für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2018

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Ausgangssituation

Die anhaltende Urbanisierung wird die ökologischen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Prozesse und Agenden in den kommenden Jahrzehnten maßgeblich prägen. Städtisches Wachstum findet vorwiegend in Entwicklungs- uns Schwellenländern statt. Die regionalen Auswirkungen – zum Beispiel Verdichtung von Siedlungsstrukturen, steigender Ressourcenverbrauch und zunehmende Pendlerströme – führen zu einer steigenden Verflechtung zwischen ländlichen und städtischen Regionen, aber auch zwischen benachbarten Städten. Urbane Ballungsgebiete breiten sich über administrative Grenzen hinweg aus.

Die demografische Entwicklung, unzureichende öffentliche Dienstleistungen und unsichere wirtschaftliche Betätigungsmöglichkeiten begünstigen die Herausbildung sozioökonomisch segregierter Standorte. Darüber hinaus führen ineffiziente Produktions- und Konsummuster, wenig nachhaltiger Ressourceneinsatz und mangelndes stadtweites Flächenmanagement zu einer Überbeanspruchung der regionalen Ökosysteme, wachsendem Flächenverbrauch, ineffizienten Infrastrukturen und sinkender Resilienz. Administrativen und politischen Institutionen fehlen häufig klare Mandate sowie Kompetenzen, Ressourcen und Leistungsfähigkeit, um diesen Herausforderungen adäquat zu begegnen und nachhaltige Lösungskonzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Wechselwirkungen zwischen Städten sowie zwischen städtischen und ländlichen Räumen können durch interkommunale Kooperationen und integrierte Governancesysteme in den Metropolregionen aufgegriffen oder in Sektoren und Kommunen erzeugt werden: zum Beispiel bei Ressourcenkreisläufen, regionalen Wertschöpfungsketten oder Migrationsbewegungen. Defizite gibt es dabei noch in der Entwicklung von kontextspezifischen Governancesystemen, um die Potenziale von Metropolregionen für Armutsreduzierung, Ernährungssicherheit, Ressourceneffizienz, wirtschaftliches Wachstum und Innovation zu nutzen, sowohl für die lokale als auch für die nationale Entwicklung. Die bewusste, systematische Gestaltung metropolregionaler Räume ist Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung.

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Ziel

Das BMZ und die deutschen Durchführungsorganisationen haben umsetzungsorientierte Strategien und Konzepte zur nachhaltigen Entwicklung von Metropolregionen in ihr entwicklungspolitisches Handeln integriert.

Vorgehensweise

Um das Ziel zu verwirklichen, konzentriert sich das Sektorvorhaben auf vier Handlungsfelder:

  1. Steigerung der Bedeutung des Themas durch Agenda Setting
  2. Entwicklung von bedarfsorientierten Beratungsangeboten sowie Maßnahmen zur Entwicklung von Kompetenzen, Ressourcen und Leistungsfähigkeit
  3. Umsetzung der Beratungsangebote in Pilotmaßnahmen
  4. Förderung und Aufbau strategischer Partnerschaften

Themen des Vorhabens sind Metropolitan Governance, städtische Ressourceneffizienz, etwa durch integrierte Ansätze wie Urban Nexus, innovative Wirtschaftsregionen, Smart Cities, inklusive Arbeits- und Wohnstandorte, Stadt-Land-Verflechtungen, integrierte territoriale Entwicklung, städtische Ernährungssicherung sowie Klima- und Resilienzstrategien in Städten und Metropolregionen.

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Wirkungen

Die Neuartigkeit des Themas Metropolregionen erforderte es, zunächst konzeptionelle und methodische Grundlagen für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zu entwickeln. Das Sektorvorhaben hat dazu Studien und Fallbeispiele erstellt, Pilotprojekte durchgeführt, etwa in Nasik, Indien oder Daressalam, Tansania, sowie Urban-Nexus-Trainingsmaßnahmen. Außerdem hat es Instrumente entwickelt, wie die Metropolitan Capacity Assessment Methodology, und den fachlichen Austausch mit Partnern initiiert, beispielsweise in Expertenworkshops.

Sowohl in der internationalen Debatte als auch in einzelnen Partnerländern werden die Konsequenzen der raschen Urbanisierung und die wachsende Bedeutung von Metropoloregionen erkannt und von der lokalen und nationalen Politik diskutiert; Beratung und Unterstützung werden vermehrt nachgefragt. Im Habitat-III-Prozess der Vereinten Nationen wurde darauf hingewirkt, die Themen Metropolregionen, Stadt-Land-Verflechtungen und integrierte Ansätze in der New Urban Agenda zu verankern.