Integrierte Umsetzung der Agenda 2030 in Städten und Stadtregionen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Integrierte Umsetzung der Agenda 2030 in Städten und Stadtregionen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global / sektoral
Politischer Träger: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2021

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Ausgangssituation

Urbanisierung verändert die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen der Menschen weltweit. Sie betrifft vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer in Afrika, Süd- und Südostasien. Die Anzahl der Megastädte wird weiter steigen. Städtewachstum findet aber vor allem in Klein- und Mittelstädten statt, die eng mit ihrem Umland und ländlichen Gebieten verflochten sind und häufig zu Stadtregionen zusammenwachsen.  Die nachhaltige Gestaltung der Urbanisierung wird wesentlich zur erfolgreichen Umsetzung der Agenda 2030 beitragen. Dazu bedarf es räumlich und fachlich integrierter Konzepte, die eine Zusammenarbeit zwischen verschiebenden Verwaltungs- und Regierungsebenen unterstützen sowie Kooperationen mit Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Privatwirtschaft fördern.

Vielschichtigkeit und Wechselwirkungen von Urbanisierung stellen die Entwicklungszusammenarbeit vor neue Aufgaben, zugleich bietet die Urbanisierung auch neue Potenziale. Integrierte Strategien und Ansätze der Stadtentwicklung sind jedoch noch nicht in vollem Maße in das entwicklungspolitische Handeln vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und den Durchführungsorganisationen aufgenommen. Das Potenzial von Städten und Stadtregionen für die Umsetzung der Agenda 2030 und die Bekämpfung des Klimawandels wird nur unzureichend erkannt und genutzt. Dabei sind gerade lokale Strategien besonders geeignet, um die Prinzipien der Agenda 2030 – Universalität, Unteilbarkeit, niemanden zurücklassen, Vernetzung – umzusetzen. Dazu müssen erprobte Konzepte der Stadt- und Regionalentwicklung an aktuelle Herausforderungen wie Anpassung an den Klimawandel, gender-orientierte Beschäftigungsförderung, Ernährungssicherung im Kontext von Stadt-Land-Verflechtungen oder armutsorientierte Grundversorgung angepasst, weiterentwickelt oder neu konzipiert werden. Auf diese Weise können Herausforderungen wie Klimawandel, Hunger, Armut und friedvolles Zusammenleben wirkungsvoller aufgegriffen und wesentliche Beiträge zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele geleistet werden.

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Ziel

Umsetzungsorientierte Strategien und Ansätze zur integrierten Umsetzung der Agenda 2030 in Städten und Stadtregionen sind in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit verankert.

Vorgehensweise

Der Schwerpunkt dieses Vorhabens liegt auf der Umsetzung von Modellmaßnahmen inklusive der Auswahl, Konzeption, begleitenden Umsetzungsberatung und Evaluierung. Durch diese Erprobung in der Praxis werden Ansätze und Beratungsleistungen weiterentwickelt und im Portfolio der deutschen Entwicklungszusammenarbeit verankert. Dies geschieht in Kooperation mit den Regionalbereichen des BMZ und den Durchführungsorganisationen. Das Vorhaben gliedert sich in drei eng verzahnte Handlungsfelder:

  • BMZ-Beratung
  • Durchführung von Modellmaßnahmen
  • Verankerung von Modellerfahrungen in den Durchführungsorganisationen

Themen des Vorhabens sind integrierte Raumentwicklung und Stadt-Land-Verflechtungen, städtische Grundversorgung und Ernährungssicherung, Klima- und umweltfreundliche Stadtentwicklung sowie kommunale Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung.

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Wirkungen

Das Vorhaben hat zusammen mit Partnerorganisationen Studien und Fallbeispielsammlungen zu unterschiedlichen Aspekten stadtregionaler Entwicklung erstellt. Ferner auch Trainingskonzepte, wie etwa den Urban-Nexus-Ansatz. Dieser Ansatz wurde in zwei Pilotprojekten im Bereich Energieeffizienz/Stoffkreislauf umgesetzt: in Nashik (Indien) und Dar es Salam (Tansania). Darüber hinaus wurden Instrumente wie die Metropolitan Capacity Assessment Methodology (MetroCAM) entwickelt und der fachliche Austausch in Workshops gefördert sowie ein Beitrag zur Portfolioentwicklung geleistet. Das Vorhaben übernahm auch eine Beratung, mit dem Ergebnis, dass stadtregionale und integrierte Ansätze nun auch in Strategie- und Konzeptpapieren des BMZ und auf Ebene der Bundesregierung verankert sind. Auf internationaler Ebene, wie dem Habitat-III-Prozess der Vereinten Nationen, setzte sich die deutsche Regierung durch die Beratung des Vorhabens dafür ein, die Themen nachhaltige Entwicklung von Stadtregionen, Stadt-Land-Verflechtungen und integrierte Ansätze in der New Urban Agenda sichtbar zu verankern.

Die aktuelle Phase ist stärker umsetzungsorientiert. Über einen Ideenwettbewerb werden Modellmaßnahmen umgesetzt, um den Mehrwert integrierter Konzepte bei der Umsetzung der Agenda 2030 im urbanen Kontext darzustellen. Die Ergebnisse werden zur Weiterentwicklung fachlich-methodischer Ansätze genutzt. Dadurch wird das Portfolio der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich integrierte Stadtentwicklung ausgebaut. Mit Hilfe des Ideenwettbewerbs lenkt das Vorhaben darüber hinaus die Aufmerksamkeit stärker auf das Thema innerhalb des BMZ und der Durchführungsorganisationen.