Rohstoffe und Entwicklung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorprogramm Rohstoffe und Entwicklung II
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Weltweit
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2021

Artisanaler Bergbau in der östlichen Provinz Kono (Sierra Leone)

Ausgangssituation

In zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern sind Rohstoffe neben der Landwirtschaft eine der wichtigsten Einnahmequellen. Rohstoffe können durch ihr Potenzial für wirtschaftliche Entwicklung direkt zur Erreichung der Ziele der Agenda 2030 beitragen. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn der Ressourcenreichtum auch bei den Menschen vor Ort ankommt, zum Beispiel durch Steuern, Wertschöpfung oder Löhne. In vielen Ländern weltweit hat der Rohstoffsektor negative Auswirkungen auf Umwelt, Menschenrechte, Frieden und Sicherheit. Diese negativen Begleiterscheinungen von Rohstoffreichtum, wie bewaffnete Konflikte oder hohe Korruption, bezeichnet man als „Ressourcenfluch“.

Die Eindämmung des Handels mit Konfliktmineralen sowie ein verantwortungsbewusster Rohstoffabbau gehören zu den Herausforderungen in diesem Bereich der Entwicklungspolitik. Leitlinien für faire Liefer- und Wertschöpfungsketten zeigt der deutsche Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) auf. Orientierungspunkte liefern darüber hinaus die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung sowie die drei Säulen des Marshallplans mit Afrika - Wirtschaft und Beschäftigung; Frieden, Sicherheit und Stabilität sowie Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Menschenrechte.

Ziel

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) verfügt über nutzbare Lösungsansätze für gute Regierungsführung im Rohstoffsektor, die im internationalen Politikdialog Anwendung finden.

ASM-Arbeiter in der östlichen Provinz Kono (Sierra Leone)

Vorgehensweise

Politikberatung ist die Kernaufgabe des Projekts. Gemeinsam mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) unterstützt das Programm das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowohl bei kurzfristigen Anfragen zu tagesaktuellen Themen als auch bei der Analyse von Trends in der internationalen Debatte zu Rohstoffgovernance und Ressourceneffizienz. Die Beratung zu der globalen „Initiative für Transparenz im rohstoffgewinnenden Sektor“ ("Extractive Industries Transparency Initiative", kurz: EITI) spielt dabei eine zentrale Rolle.

Das Vorhaben entwickelt darüber hinaus neue Ansätze und Instrumente zu guter Rohstoffgovernance und erprobt diese in Kooperation mit GIZ Auslandsprojekten und weiteren Partnern in Ländern der EZ.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist dabei die Frage, wie Lieferketten nachhaltiger gestaltet werden können. Verantwortung entlang der Lieferkette wird weltweit immer wichtiger. Auch Aspekte des Umwelt- und Klimaschutzes spielen bei dem Abbau von Rohstoffen eine bedeutende Rolle. Sie sind von der Planung bis hin zur Schließung von Minen zu berücksichtigen. Ein weiterer Punkt ist die Integration erneuerbarer Energien in den Bergbau umso den Rohstoffabbau klimasensibler zu gestalten. Das Projekt unterstützt deswegen den fachlichen Austausch mit anderen Akteuren, zur Förderung von Sozial- und Umweltstandards im Sektor.

Tagebau Garzweiler der RWE Power. Im Hintergrund Windränder

Wirkungen

  • In Mauretanien hat das Vorhaben menschenrechtliche Risiken im Rohstoffsektor identifiziert und die Projekte vor Ort dabei unterstützt mit diesen Risiken umzugehen.
  • Ein Risikobewertungs-Tool für die Bekämpfung des Missbrauchs von internen Verrechnungspreisen im Bergbausektor wurde erarbeitet. Dadurch können Steuerbehörden Risiken für illegale Verrechnungspreistransaktionen schnell evaluieren.
  • Als Teil der Multi-Akteurs-Partnerschaft "Women`s Rights & Mining" trägt das Programm dazu bei, Interessengruppen im Bergbau zu einer stärkeren Auseinandersetzung mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit zu bewegen und so die Rechte von Frauen und Mädchen im Sektor zu wahren.
  • In Zusammenarbeit mit der kanadischen Nichtregierungsorganisation Engineers Without Borders ist ein neues Tool entstanden, der Local Procurement Reporting Mechanism, das lokale gegenüber ausländischer Wertschöpfung fördert und sich damit positiv auf die lokale Wirtschaft in rohstoffreichen Ländern auswirkt.
  • In Zusammenarbeit mit der Revenue Development Foundation ist eine neue Onlineplattform (Customs Verification Portal) entstanden, um illegale Finanzströme im Goldhandel zu bekämpfen. Das Portal bietet einen grenzübergreifenden Ansatz, der es den Zollbehörden erleichtert, illegalen Goldschmuggel einzudämmen.

Weitere Informationen