Internationale Waldpolitik

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorvorhaben Internationale Waldpolitik (IWP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Tropischer Regenwald in Laos, GIZ/Sebastian Koch

Ausgangssituation

Wälder haben aufgrund ihrer Bedeutung für den Schutz von Klima und Biodiversität international hohen politischen Stellenwert. Die Bereitschaft, Walderhalt und nachhaltige Waldwirtschaft zu unterstützen, ist so groß wie nie zuvor. Deutschland und andere Geber haben hohe finanzielle Zusagen für den Schutz und Erhalt von Wäldern gegeben. Trotzdem gehen immer noch jährlich viele Millionen Hektar Wald verloren, der größte Teil davon in den Tropen und Subtropen. Damit wird die Lebensgrundlage vieler Menschen, Pflanzen und Tiere zerstört, denn weltweit leben mehr als eine Milliarde Menschen in und von Wäldern.

Seit der Konferenz über Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UN) 1992 in Rio de Janeiro wird der internationale Politikrahmen zur Förderung einer nachhaltigen Nutzung der Wälder in verschiedenen Einzelprozessen verhandelt und umgesetzt. Diese Prozesse nehmen allerdings zu wenig Bezug aufeinander. Regierungen binden private Initiativen noch nicht ausreichend ein.
Das führt dazu, dass Prozesse und Initiativen oft parallel und ineffizient verlaufen. Dabei wird häufig die Multifunktionalität von Wäldern mit ihren ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen nicht ausreichend berücksichtigt.

Ziel

Grundsätze nachhaltiger Waldwirtschaft sind gemäß der BMZ-Waldstrategie in internationalen waldrelevanten Prozessen und in ausgewählten Ländern weiter verbreitet.

Nachhaltig produzierte Holzkohle, GIZ/ Cornelia Ehlers

Vorgehensweise

Das Sektorvorhaben arbeitet im Auftrag und in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zu folgenden thematischen Handlungsfeldern:

  • Walderhalt und nachhaltige Waldwirtschaft (zum Beispiel nachhaltige Holzenergie),
  • Wiederaufbau von Waldlandschaften über die Initiative „African Forest Landscape Restoration“ (AFR100) auf internationaler Ebene und in ausgewählten Partnerländern,
  • Einbindung der Privatwirtschaft und privater Investoren,
  • Einführung von Prinzipien und Instrumenten zu guter Regierungsführung und zur Stärkung lokaler Nutzungsrechte im Waldsektor in ausgewählten Ländern.

Die Beratung des BMZ ist der wichtigste Teil des Vorhabens. Außerdem arbeitet das Vorhaben mit ausgewählten Projekten der Entwicklungszusammenarbeit sowie mit internationalen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, zum Beispiel Nichtregierungsorganisationen oder der Privatwirtschaft. Zusammen mit internationalen Partnern entwickelt das Vorhaben Instrumente und Konzepte und sorgt dafür, dass sie breitenwirksam angewendet werden. Beispielsweise unterstützt das Vorhaben eine Reihe von Partnerländern in Afrika, Lateinamerika und Asien, bei Strategien sowie Aktionspläne zum Walderhalt und der Verbreitung nachhaltiger Waldwirtschaft.
Das Vorhaben ist Teil eines internationalen Netzwerks von waldrelevanten Initiativen und wird in seiner Arbeit von Gutachtern und Consultingunternehmen unterstützt, insbesondere durch die UNIQUE forestry and land use GmbH.

Blick aus einem Wald auf das madagassiche Hochland, GIZ/Ragna John

Wirkungen

Die Maßnahmen des Vorhabens zielen darauf ab, mit professionellen Beratungsleistungen internationale, regionale und nationale waldpolitische Prozesse positiv zu beeinflussen. So berät das Vorhaben das BMZ beispielsweise bei den internationalen Klimaverhandlungen, dem Waldforum der Vereinten Nationen und dem EU-Aktionsplan zur Bekämpfung des illegalen Holzhandels.
Das Vorhaben unterstützt REDD+-Projekte (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation), pflegt ein weltweites Waldpolitik-Netzwerk, arbeitet Erfahrungswissen auf und fördert den Informationsaustausch.
Das Sektorvorhaben beteiligt sich insbesondere an der Entwicklung der regionalen AFR100-Initiative. Diese hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 auf bis zu 100 Millionen Hektar degradierte Flächen – also Böden, deren Qualität stark reduziert oder zerstört ist – in wirtschaftlich produktive und ökologisch intakte Waldlandschaften umzuwandeln.
In Madagaskar unterstützte das Projekt  beispielsweise die Entwicklung einer nationalen Strategie zum Wiederaufbau von Waldlandschaften (Forest Landscape Restoration /FLR ) -  in enger Kooperation mit dem Forest Governance Programm.