Perspektiven für die Jugend im Kosovo schaffen

Projektkurzbeschriebung

Bezeichnung: Jugend, Beschäftigung und Ausbildung in Kosovo
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent-wicklung (BMZ)
Land: Kosovo
Politischer Träger: Ministry of Education, Science and Technology (MEST), Ministry of Labour and Social Welfare (MLSW)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

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Ausgangssituation

Trotz stetigen Wachstums ist die Wirtschaft Kosovos nach wie vor instabil und auf Überweisungen und Entwicklungshilfe aus dem Ausland angewiesen. Kosovos Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf ist eines der niedrigsten in Europa, und Armut ist vor allem unter jungen Menschen noch immer weit verbreitet. Folglich wandern viele Menschen aus, insbesondere Angehörige benachteiligter Bevölkerungsgruppen.

Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 50 Prozent – gleichzeitig können viele freie Stellen in der Privatwirtschaft nicht besetzt werden. Die Überbrückung der Kluft zwischen den Qualifikationen der Arbeitssuchenden und den Anforderungen des Arbeitsmarkts ist in Kosovo weiterhin eine große Herausforderung. Um diese Mängel zu beheben, hat die Regierung Kosovos als zentrale strategische Planungsdokumente das Wirtschaftsreformprogramm und den Aktionsplan zur Förderung der Jugendbeschäftigung (2018–2020) erstellt. Das Projekt „Jugend, Beschäftigung und Ausbildung in Kosovo“ unterstützt diese Reforminitiativen öffentlicher und privater Akteure sowohl bei der Umsetzung als auch auf politischer Ebene.

Ziel

Die Beschäftigungsfähigkeit junger Kosovarinnen und Kosovaren im Alter zwischen 15 und 35 Jahren ist verbessert, wobei die spezifischen Bedürfnisse Rückkehrender sowie aller ethnischen Gruppen und Minderheiten berücksichtigt werden.

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Vorgehensweise

Das Projekt „Jugend, Beschäftigung und Ausbildung in Kosovo“ fördert die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen zum einen durch die Verbesserung der Qualität der Berufsbildung und zum anderen durch die Stärkung von Mechanismen, die einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt herbeiführen. Das Projekt verfolgt einen Bottom-up-Ansatz und arbeitet vor allem mit Institutionen auf lokaler Ebene, beispielsweise Berufsschulen, Arbeitsämtern und Jugendzentren. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, die Systeme und Umsetzungskompetenzen des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Technologie und des Ministeriums für Arbeit und Soziales und ihrer Behörden zu stärken, so dass sie in der Lage sind, hochwertige Dienstleistungen für junge Menschen zu erbringen.

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Wirkung

Bis Ende 2018 konnten rund 3.000 junge Menschen in Kosovo direkt von einem breiten Spektrum an Kompetenzentwicklungs- und aktiven Arbeitsmarktmaßnahmen profitieren.

  • Ein inklusives Konzept ist ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg: 40 Prozent der Personen, die an den Maßnahmen zur Beschäftigungsförderung teilnahmen, waren Frauen, mehr als 25 Prozent Rückkehrende und 10 Prozent Angehörige ethnischer Minderheiten. Zusätzlich wurden als Pilotmaßnahmen berufliche Qualifizierungen und Praktika für Menschen mit Behinderungen organisiert.
  • Gemeinsam mit dem Ministerium für Arbeit und Soziales und der Agentur für Arbeit der Republik Kosovo führte das Projekt Praktikumsprogramme für über 2.000 junge Arbeitssuchende in Kosovo durch. Außerdem wurden über 600 Geschäftsideen für Existenzgründungen mit finanzieller Unterstützung auf den Weg gebracht. 
  • Um Fehlentwicklungen auf dem Arbeitsmarkt besser gegenzusteuern und die Wirksamkeit der Arbeitsmarktmaßnahmen in Kosovo zu erhöhen, wurden eine systematische Beschäftigungs- und Arbeitsmarktanalyse und eine Evaluierung aktiver Arbeitsmarktmaßnahmen durchgeführt.
  • In Zusammenarbeit mit den Kommunen, der Agentur für Arbeit der Republik Kosovo und anderen lokalen Akteuren wurden in ganz Kosovo Jobmessen organisiert, an denen sich mehr als 500 Unternehmen beteiligten. Die Jobmessen boten Tausenden jungen Arbeitssuchenden die Chance, Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden.
  • Bei den neu gestalteten Treffen auf lokaler Ebene können sich Vertreter aller Interessengruppen über Jugendbeschäftigung austauschen, besser über die jeweiligen Aufgabenbereiche der Institutionen informieren und untereinander vernetzen. 
  • Um die Qualität der beruflichen Bildung zu verbessern, werden zehn berufsbildende Schulen mit den Schwerpunkten Technik und Wirtschaft bei der Umsetzung von Schulentwicklungsplänen, dem Ausbau praxisbezogener Ausbildungsmöglichkeiten und der Stärkung der Kompetenzen berufspraktischer Lehrkräfte im Einklang mit dem neuen Hauptlehrplan für die Berufsbildung unterstützt. Im Rahmen der Hilfe wurden die berufsbildenden Schulen in Kosovo einer umfassenden Bewertung unterzogen.
  • Zur Vermittlung von Qualifikationen, die den Anforderungen der Wirtschaft besser entsprechen, wurden in den Bereichen IT, Grafikdesign, Fotografie, Gastronomie, Schneiderei, Kunsthandwerk, Metallbau und Schlüsselkompetenzen außerschulische Bildungsmaßnahmen durchgeführt.
  • Ein Pilotprogramm für Metallverarbeitung wurde initiiert und soll in den Hauptlehrplan von Berufsbildungszentren übernommen werden.
  • In der Baubranche wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Informationszentrum für Migration, Ausbildung und Karriere (DIMAK), dem Ministerium für Arbeit und Soziales und der Privatwirtschaft ein Pilotprogramm mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Berufsbildungswege und die Anerkennung von in Kosovo erworbenen Qualifikationen in Deutschland zu verbessern.
  • Alle Aktivitäten richteten sich speziell auch an zurückkehrende Migrantinnen und Migranten, um ihre wirtschaftliche und soziale (Wieder-)Eingliederung zu fördern. Im Rahmen des Projekts wurden Schulungen zur Vermittlung von Schlüssel- und unternehmerischen Kompetenzen organisiert und Finanzhilfen für innovative Geschäftsideen gewährt. Das Innenministerium wurde bei entsprechenden Wiedereingliederungsbemühungen unterstützt.

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