Perspektiven für die Jugend im Kosovo schaffen

Projektkurzbeschriebung

Bezeichnung: Jugend, Beschäftigung und Qualifikation im Kosovo (YES-Projekt)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent-wicklung (BMZ)
Land: Kosovo
Politischer Träger: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie (MBWT), Ministerium für Arbeit und Soziales (MAS)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

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Ausgangssituation

Trotz des stetigen Wachstums ist die Wirtschaft des Kosovo nach wie vor instabil, da sie auf Rücküberweisungen und Entwicklungshilfe angewiesen ist. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf des Kosovos ist eines der niedrigsten in Europa, und Armut ist nach wie vor weit verbreitet, insbesondere unter jungen Menschen. Folglich wandern viele Menschen aus, insbesondere benachteiligte Bevölkerungsgruppen.

Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei fast 60 Prozent – gleichzeitig können aber viele freie Stellen in der Privatwirtschaft nicht besetzt werden. Die Überbrückung der Kluft zwischen den Qualifikationen der Arbeitssuchenden einerseits und den Anforderungen des Arbeitsmarktes andererseits ist im Kosovo weiterhin eine große Herausforderung. Das Projekt „Jugend, Beschäftigung und Qualifikation“ unterstützt die Reforminitiativen der öffentlichen und privaten Stakeholder, und zwar sowohl bei der Umsetzung als auch auf politischer Ebene.

Ziel

Die Beschäftigungsfähigkeit junger Kosovaren im Alter zwischen 15 und 35 Jahren ist verbessert, wobei die spezifischen Bedürfnisse von Rückkehrern sowie aller ethnischen Gruppen und Minderheiten berücksichtigt werden.

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Vorgehensweise

Das YES-Projekt verbessert die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen. Dies gelingt zum einen durch die Verbesserung der Qualität der Berufsbildung und zum anderen durch die Stärkung der Mechanismen, die einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt herbeiführen. Das Projekt verfolgt einen Bottom-up-Ansatz und arbeitet vor allem mit Institutionen auf lokaler Ebene zusammen. Dazu zählen beispielsweise Berufsschulen, Arbeitsämter und Jugendzentren. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie (MBWT) und das Ministerium für Arbeit und Soziales (MAS) bei der Optimierung ihrer Systeme und Umsetzungskapazitäten und ihrer Behörden zu unterstützen, so dass sie in der Lage sind, qualitativ hochwertige Dienstleistungen für junge Menschen zu erbringen.

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Wirkung

Im ersten Jahr erreichte das YES-Projekt mit Informationskampagnen über Beschäftigungsmöglich-keiten und Veranstaltungen wie Jobmessen rund 250.000 junge Menschen. Mehr als 1.600 junge Menschen konnten direkt von den jeweiligen Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigungsfähig-keit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen profitieren.

  • Gemeinsam mit dem MBWT und der neu gegründeten Agentur für Arbeit des Kosovo wurde ein Praktikumsprogramm in Branchen mit hohem Beschäftigungspotenzial durchgeführt. Dazu zählen die Branchen Textilherstellung, Metallverarbeitung, Holzverarbeitung und IKT.
  • Es wurden verschiedene Unternehmerschulungen und -akademien initiiert und die besten Geschäftsideen finanziell gefördert. Außerdem wurden innovative Formate wie eine im Fernsehen übertragene „Startup-Schlacht“ oder die „Green Entrepreneurship Academy“ getestet.
  • In enger Zusammenarbeit mit Kommunen, lokalen Unternehmen und Wirtschaftsverbänden hat das Programm mehrere Jobmessen veranstaltet. Im Durchschnitt nahmen 40 Unternehmen und rund 400 Studierende und Arbeitssuchende an den Jobmessen teil.
  • Ein inklusives Konzept ist der Schlüssel zum Erfolg: Insgesamt waren 40 Prozent der Personen, die an den Maßnahmen zur Beschäftigungsförderung teilnahmen, Frauen, mehr als 25 Prozent Rückkehrer und 10 Prozent Angehörige ethnischer Minderheiten. Das Projekt hat die Berufsausbildung unterstützt und Praktika für Menschen mit Down-Syndrom organisiert.
  • Bei dem neu geschaffenen Format der Stakeholder-Treffen auf lokaler Ebene können sich die Teilnehmer über das Thema Jugendbeschäftigung austauschen, sich über die jeweiligen Aufgabenbereiche der Institutionen informieren und Kontakte knüpfen und pflegen.
  • Zur Unterstützung von Rückkehrern wurden im Rahmen des Programms Schulungen zu Soft Skills und Unternehmertum organisiert und Finanzhilfen für innovative Geschäftsideen gewährt. Das Projekt unterstützt dadurch das Innenministerium bei der Wiedereingliederung von Rückkehrern.
  • Das Projekt wird mit bestimmten berufsbildenden Schulen (Schwerpunkte Technik und Wirtschaft) zusammenarbeiten. Gegenstand der Kooperation sind die Umsetzung von Schulentwicklungsplänen, der Ausbau von praxisbezogenen Ausbildungsmöglichkeiten und die Stärkung der Kompetenzen von Berufsschulkräften in Einklang mit dem neuen Hauptlehrplan für die Berufsbildung.
  • In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Informationszentrum für Migration, Ausbildung und Karriere (DIMAK), dem MBWT und der Privatwirtschaft wurde ein Pilotprogramm in der Baubranche ins Leben gerufen, um die Berufsbildungswege und die Anerkennung von im Kosovo erworbenen Qualifikationen in Deutschland zu verbessern.