Anpassung an den Klimawandel im Tourismussektor

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel im Tourismussektor
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Mexiko
Partner: Mexikanisches Tourismusministerium SECTUR; Mexikanisches Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen SEMARNAT; Mexikanische Nationale Schutzgebietsbehörde CONANP Mexikanisches Nationales Institut für Ökologie und Klimawandel INECC ;
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

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Ausgangssituation

Im Jahr 2016 reisten über 35 Millionen internationale Touristen nach Mexiko, die insgesamt mehr als 17 Milliarden US-Dollar ausgaben. Das entspricht 8,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Über vier Millionen Personen arbeiten im Tourismussektor.

Allerdings ist der Tourismus auch von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Mit dem Temperaturanstieg laufen einige Regionen Gefahr, ihren Status als attraktives Ziel zu verlieren. Besonders die Küstenregionen sind aufgrund der steigenden Meeresspiegel, Abbau ihrer Strände und Bedrohung durch Orkane sehr gefährdet. Die Tauchbranche braucht die Korallenriffe mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna. Viele Ziele im Landesinneren leiden unter dem Verlust ihrer Ökosysteme, der abnehmenden Biodiversität und der Abnahme der natürlichen Wasserversorgung.

Ziel

In drei Pilotregionen entwickeln Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsame Lösungen für die Anpassung an den Klimawandel im mexikanischen Tourismussektor und setzen diese um.

Vorgehensweise

Die GIZ unterstützt im Auftrag des Bundesumweltministeriums  den Tourismussektor bei der Anpassung an den Klimawandel. Dabei sollen die Geschäftsrisiken der Tourismusunternehmen verringert sowie ihr natürliches Kapital (zum Beispiel Strände, Riffe, Regenwälder, die biologische Vielfalt) und die Ökosystemdienstleistungen (zum Beispiel Wasserversorgung, Schutz vor Orkanen, Überschwemmungen, Erdrutschen usw.) geschützt werden.

Das Vorhaben ADAPTUR arbeitet in drei touristischen Zielen in Mexiko: Riviera Nayarit-Jalisco (am mexikanischen Pazifik), San Miguel de Allende, Guanajuato (in der Bajío-Region in Zentralmexiko) und Riviera Maya (in der mexikanischen Karibik). Diese Pilotregionen wurden aufgrund ökonomischer, sozialer und umweltbezogener Kriterien sowie den erwarteten Ergebnissen ausgewählt. Auch die Sicherheit spielte dabei eine ausschlaggebende Rolle.

Ein technischer Berater des Vorhabens ist in jeder der drei Pilotregionen vor Ort. Die Berater koordinieren die Aktivitäten von ADAPTUR und unterstützen die lokalen Akteure in technischen Angelegenheiten. Dies beinhaltet Informationsveranstaltungen, Dialoge zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor, technische Ausbildung für insgesamt 300 Personen (zum Beispiel ökonomische Bewertung von Klimarisiken), Planung von Klima-Anpassungsmaßnahmen unter Beteiligung aller relevanten Akteure sowie Unterstützung bei Projektvorschlägen. Außerdem fördert das Vorhaben den Zugang zu internationalem Know-how (Studien, Konzepte oder Methodologien) und den Austausch mit anderen Projekten in Lateinamerika.

Die Projektumsetzung folgt dem Grundsatz der öffentlich-privaten Zusammenarbeit. Dabei sollen alle Akteure des Tourismussektors (zum Beispiel Firmen, Unternehmer, Verbände oder Stiftungen) und der Gesellschaft (unter anderem Organisationen der Zivilgesellschaft, Gemeinschaften, Wissenschaft) an der Erarbeitung von Lösungen und gemeinsamen Maßnahmen mitwirken.