Nachhaltige Wasserpolitik

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige Wasserpolitik
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ); EU-Kommission (als Kofinanzier für die Nexus – Komponente)
Land: Globale Vorhaben, Konventions-/Sektor-/Pilotvorhaben, Lateinamerika, Nordafrika, Naher Osten & Niger-Einzugsgebiet
Politischer Träger: Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik,  Arabische Liga, Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft, Niger-Flussgebietskommission,  Mekong-Flussgebietskommission, Internationaler Fond zur Rettung des Aralsees   
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

1. Das Sektorvorhaben koordiniert jährlich die deutsche Delegation bei der größten Konferenz im Sektor, der Stockholmer Weltwasserwoche. Copyright: GIZ/ Lacramioara Stroe Ziegler

Ausgangssituation

Eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts besteht darin, die Wasserverfügbarkeit dauerhaft zu sichern und einer wachsenden Weltbevölkerung ausreichend sauberes Wasser für ihre Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Die Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung sind in vielen Regionen der Welt noch nicht verwirklicht. Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum, Klimawandel und Urbanisierung erhöhen den Druck auf global und lokal begrenzte Wasserressourcen. Aktuelle Zahlen der vereinten Nationen sprechen von 2,1 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sicherem Trinkwasser und 4,5 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sicherer Sanitärversorgung. Der gesamte globale Wasserbedarf soll bis 2050 um über 50% ansteigen.

Die internationale Gemeinschaft erarbeitet in politischen Prozessen Lösungsansätze für diese Herausforderungen. Die von den Vereinten Nationen verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele geben dabei die Richtung vor. Als einer der wichtigsten Geber ist Deutschland in Strategieentwicklungs- und Entscheidungsprozessen international intensiv eingebunden.

Die Identifizierung, Verbreitung und Umsetzung von Positionen, Konzepten und Ansätzen zur Erreichung der wasserbezogenen Nachhaltigkeitsziele auf internationaler und nationaler Ebene ist dringend notwendig. Referenzpunkt für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist die Wasserstrategie des BMZ (2017). Aktuell sind Konzepte und innovative Ansätze der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) nicht ausreichend in der politischen Öffentlichkeit und im internationalen Raum verankert. Die zur Lösung der Herausforderungen im Wassersektor erforderliche Berücksichtigung der Querbezüge von Wasser-, Energie- und Ernährungssicherheit („Nexus-Perspektive“) ist weder politisch noch programmatisch ausreichend verankert, da regionale Prioritäten noch zu wenig Berücksichtigung finden und der Wissensaustausch intensiviert werden muss.

2. Das Sektorvorhaben erarbeitet innovative Konzepte für den Wassersektor. Frauen beim Wasser holen an einem Wasserkiosk in Tansania. Copyright: GIZ/Till Müllenmeister

Ziel

  • Konzepte und innovative Ansätze zur Umsetzung der BMZ-Wasserstrategie sind in der deutschen EZ, der politischen Öffentlichkeit und der internationalen politischen Debatte verankert.
  • Die Nexus-Perspektive zu Wasser-, Energie- und Ernährungssicherheit ist international und national in Entwicklungsstrategien und Vorhabenplanungen politisch und programmatisch verankert.

Vorgehensweise

Das Sektorvorhaben unterstützt das BMZ durch fachliche Beratung. Es erarbeitet Konzepte und innovative Ansätze zur Umsetzung der BMZ-Wasserstrategie. Dazu gehören Finanzierungs- und Governancemodelle, die sicheren Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung realistisch erreichbar machen sowie Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel über Interventionen im Wassersektor. Die Ergebnisse werden in internationale Prozesse eingespeist und Erfahrungen der deutschen EZ aufgearbeitet. Das Projekt bearbeitet Schnittstellen des Wassersektors zu anderen Sektoren in Abhängigkeit von den politischen Prioritäten des BMZ. Eine fachliche Beratung findet auch zu den in der Wasserstrategie genannten Querschnittsthemen statt. Das Ziel ist eine Stärkung der Sichtbarkeit von Wasserthemen der Entwicklungszusammenarbeit in der internationalen und der nationalen politischen Öffentlichkeit, etwa durch die Nutzung neuer Medien.

Zur Umsetzung des zweiten Ziels unterstützt das Sektorvorhaben das BMZ und die Europäische Union beim Agenda Setting durch internationale Dialogprozesse zum Wasser-, Energie- und Ernährungssicherheits-Nexus mit regionalen Organisationen durch sogenannte „Nexus Dialogues“. Die Steuerung der Prozesse erfolgt durch ein globales Nexussekretariat, das als zentrale Koordinationsstelle dient. Unter dem Dach einer zentralen Wissensplattform vernetzen sich die regionalen Prozesse und treten mit anderen globalen Initiativen und Akteuren in Verbindung. Auf Ministerebene  findet eine Diskussion über die Notwendigkeit integrierter Lösungsansätze statt, aus denen schließlich Politikempfehlungen werden. Die Nexus Resource Platform fungiert als zentrale Wissens- und Informationsplattform, die weiter ausgebaut wird. Zudem entwickelt und pilotiert das Projekt Trainingsangebote in Bezug auf den Wasser-Energie-Ernährungssicherheits-Ansatz in den Regionaldialogen. Schließlich werden Maßnahmen zur Umsetzung der Nexus-Regionaldialoge ergriffen und befördert.