Nachhaltige Wasserpolitik

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorvorhaben Nachhaltige Wasserpolitik
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ); EU Kommission (Kofinanzier für die Nexus Komponente)
Land: Globalvorhaben, Sektorvorhaben; Lateinamerika, Nordafrika, Naher Osten & Niger-Einzugsgebiet
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

1. Das Sektorvorhaben koordiniert jährlich die deutsche Delegation bei der größten Konferenz im Sektor, der Stockholmer Weltwasserwoche. Copyright: GIZ/ Lacramioara Stroe Ziegler

Ausgangssituation

Eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts besteht darin, die Verfügbarkeit ausreichend sauberen Wassers dauerhaft zu sichern. Die Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung sind in vielen Regionen der Welt noch nicht verwirklicht. Laut den Vereinten Nationen (UN) fehlt 2,1 Milliarden Menschen der Zugang zu sicherem Trinkwasser. 4,5 Milliarden Menschen verfügen nicht über eine sichere Sanitärversorgung. Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum, Klimawandel und Verstädterung erhöhen den Druck auf global und lokal begrenzte Wasserressourcen. Expert*innen gehen davon aus, dass der weltweite Wasserbedarf bis 2050 um über 50 Prozent ansteigt.

Deutschland gehört zu den wichtigsten Gebern und ist in globale Strategieentwicklungs- und Entscheidungsprozesse zur Erreichung der wasserbezogenen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 intensiv eingebunden. Dafür orientiert sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit vor allem an der Wasserstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Deren Konzepte und innovativen Ansätze weiterzuentwickeln, umzusetzen und in die internationale Diskussion einzubringen ist eine Kernherausforderung.

Ziel

Das Bewusstsein für die globale Wasserkrise ist gewachsen und Lösungsansätze der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden von vielen Partner*innen weltweit aufgegriffen.
Die integrierte Betrachtung zur Sicherstellung der Wasser-, Energie- und Ernährungssicherheit („Nexus-Ansatz“) werden in den Partnerländern und Programmen der Entwicklungszusammenarbeit entwickelt und umgesetzt.

2. Das Sektorvorhaben erarbeitet innovative Konzepte für den Wassersektor. Frauen beim Wasser holen an einem Wasserkiosk in Tansania. Copyright: GIZ/Till Müllenmeister

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt das BMZ durch fachliche Beratung. Es erarbeitet Konzepte und Ansätze zur Umsetzung der Wasserstrategie. Dazu werden zum Beispiel innovative Modelle zur Finanzierung von Wasser und Sanitärversorgung sowie Ansätze zur Förderung von guter Regierungsführung erarbeitet. Es werden Konzepte zur Rolle von Wasser bei der Anpassung an den Klimawandel und zur Minderung von Treibhausgasen entwickelt, welche den gesamten Wasserkreislauf berücksichtigen. Diese Ansätze unterstützen internationale Prozesse, wobei ein besonderes Augenmerk den Querbezügen zwischen Wasser und anderen Bereichen gilt, wie Landwirtschaft und Energie sowie Migration und Fluchtursachen.

Das Projekt entwickelt Strategien für die Sicherung der langfristigen Wasserverfügbarkeit für alle. Unter anderem unterstützt das Vorhaben das BMZ und die Europäische Union beim regionalen und internationalen Austausch zum Wasser-Energie-Ernährungssicherungs-Nexus (WEF-Nexus). Mit diversen Akteuren und regionalen Organisationen, zum Beispiel in Lateinamerika mit der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik, im Mittleren Osten und Nordafrika mit der Liga der arabischen Staaten und in Westafrika mit der Nigerbeckenbehörde (ABN), werden politische Dialoge zur Erarbeitung integrierter Lösungsansätze durchgeführt und daraus Politikempfehlungen abgeleitet.

Seit Januar 2019 wurde das Vorhaben um zwei weitere Projekte am Kivu See und Ruzizi Fluss zum nexusbasierten Wassermanagement sowie zur Verbesserung von Sicherheit und Klimaresilienz in fragilen Regionen in der Sahel Zone erweitert.

Wirkungen

Im internationalen Dialog hat das Vorhaben die notwendige Entwicklung neuer Mechanismen zur Förderung und Finanzierung des Zugangs zu sicherer Wasser- und Sanitärversorgung angestoßen und geprägt. In Kooperation mit der KfW, der OECD und der Weltbank wird derzeit ein neuer Fonds erarbeitet, um Mittel effektiver, effizienter und armutswirksamer als bisher einsetzen zu können.

Die engen Bezüge zwischen Wasser und Klima wurden gezielter in den internationalen Diskurs eingebracht. Dadurch ist die entscheidende Bedeutung des Wassermanagements vor allem bei Anpassungs- und Minderungsmaßnahmen bei den jährlichen UN-Klimakonferenzen und der Global Commission on Adaptation verankert worden.

Politikempfehlungen zum Nexus-Ansatz wurden in drei Regionen von Partnern eingeführt. Aktionspläne für die Umsetzung von Investitions-Projekten zur Wasser-, Energie- und Ernährungssicherheit wurden gemeinsam erarbeitet.

Mehr als 450 Teilnehmer*innen wurden im Rahmen des Capacity Buildings geschult. Darin wurden Zusammenhänge zwischen Wasser-, Energie- und Ernährungssicherheit sowie integrierte Lösungsansätze nähergebracht.

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