Deutsch-indisches Energieprogramm – Energieeffizienz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-indisches Energieprogramm – Energieeffizienz
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Bureau of Energy Efficiency (BEE), indisches Energieministerium (MoP), indische Bundesregierung
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

 

Ausgangssituation

Aufgrund des Wirtschaftswachstums ist der Gesamtenergieverbrauch Indiens in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig wird unter den derzeitigen internationalen Rahmenbedingungen eine nachhaltige Gestaltung der Wirtschaft immer wichtiger, denn die Länder der Welt bemühen sich darum, die weltweite Klimaerwärmung unter 2° C zu halten. In seinem Treibhausgasminderungsbeitrag (Nationally Determined Contribution, NDC) hat sich das Land dazu verpflichtet, die Energieintensität bis 2030 um 33 bis 35 Prozent zu senken. Zur Unterstützung einer klimafreundlichen Entwicklung setzt Indien auf die Nutzung des Energieeinsparpotenzials.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt Indien seit 1995 bei energiepolitischen Maßnahmen – unter anderem im Rahmen des Deutsch-indischen Energieprogramms (IGEN). Der Schwerpunkt von IGEN liegt auf dem Perform Achieve and Trade (PAT) Scheme und anderen Initiativen und Programmen, die die Umsetzung des Energy Conservation Act 2001 durch das Bureau of Energy Efficiency (BEE) unterstützen.

Ziel

Das allgemeine Bewusstsein für die Potenziale, die energieeffiziente Technologien bieten, ist in Indien gestiegen. Die Kohlendioxidemissionen in Indien sind reduziert.

Vorgehensweise

Mit dem Perform Achieve and Trade (PAT) Scheme hat Indien das weltweit erste Programm aufgelegt, das nicht auf die Senkung des Gesamtenergieverbrauchs, sondern auf die Senkung des spezifischen Energieverbrauchs gerichtet ist. Durch diese Herangehensweise wird eine Beeinträchtigung der Industrieproduktion vermieden. Im Rahmen des Programms können die Treibhausgasminderungsziele des Landes durch Vorgaben für Emissionssenkungen erreicht werden, die jeder Industriebetrieb auf der Grundlage seines spezifischen Energieverbrauchs innerhalb von drei Jahren zu erreichen hat. Betriebe, die über die individuellen Vorgaben hinausgehen, erhalten eine entsprechende Anzahl an Energiesparzertifikaten (ESCerts), die am Markt gehandelt werden können. Betriebe, die ihre Vorgaben dagegen verfehlen, müssen Strafen zahlen oder eine entsprechende Anzahl an ESCerts erwerben. Derzeit gilt das Programm für 727 Industriezweige aus elf Sektoren.

Capacity Building und Sensibilisierung:

  • National Energy Conservation Award: Mit diesem Programm werden Industrie- und Handelsunternehmen sowie die Hersteller von Energiesparprodukten für ihre Bemühungen ausgezeichnet und andere Akteure zum Energiesparen motiviert.
  • Zertifizierung von Energiemanagern und Energieauditoren: Seit 2016 haben mehr als 13.000 Fachleute die Prüfung zur Zertifizierung als Energiemanager bzw. Energieauditor bestanden.
  • Energieeffizienz in KMU-Clustern: Das Programm fördert das Capacity Building in Bezug auf Energieeffizienz-Technologien, insbesondere durch Demonstrationsprojekte und Technologietransfer.

Wirkung

  • In der ersten Phase des PAT-Programms wurden 31 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart; damit wurde die Zielvorgabe um etwa 30 Prozent übertroffen.
  • In dieser ersten Programmphase wurden 240 Milliarden indische Rupien in Energieeffizienzprojekte investiert.
  • Seit Beginn des PAT-Programms wurden rund 200 Workshops durchgeführt, um die Verantwortlichen in der Industrie für die Notwendigkeit von Energiesparmaßnahmen zu sensibilisieren.
  • Es wurden eine umfassende Dokumentation zur Definition von Standards sowie ein Monitoring- und Prüfprotokoll für alle acht Sektoren erstellt.