Deutsch-Chinesische Industrie 4.0 Kooperation

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Chinesische Industrie 4.0 Kooperation
Auftrgageber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Land: Volksrepublik China
Politischer Träger: Ministerium für Industrie und Informationstechnologie der Volksrepublik China (MIIT)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

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Ausgangssituation

Im Jahr 2017 umfasste das deutsch-chinesische Handelsvolumen rund 187 Milliarden Euro – damit ist China der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Die intensiven Wirtschaftsbeziehungen sowie die fortschreitende Modernisierung der Industrien beider Länder bietet Unternehmen zahlreiche Absatz- und Investitionsmöglichkeiten. Gleichzeitig besteht aufgrund der unterschiedlichen Wirtschaftssysteme und industriepolitischen Strategien großer Bedarf an einem vertieften Dialog. Unternehmenszusammenarbeit, Forschungskooperation und die Entwicklung gemeinsamer Standards eröffnen enormes wirtschaftliches Potenzial auf beiden Seiten.

Die deutsche Strategie Industrie 4.0 sieht eine umfassende Digitalisierung der industriellen Produktion vor und bietet weltweit einen Referenzpunkt bezüglich der Modernisierung der Industrie sowie der Integration von Fertigungsprozessen. China verfolgt mit den Initiativen Made in China 2025 und Internet Plus ähnliche Ziele.

Vor diesem Hintergrund haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) im Juli 2015 ein sogenanntes Memorandum of Understanding (MoU), eine Absichtserklärung zur Förderung der Zusammenarbeit im Bereich der intelligenten Fertigung unterzeichnet. Für die Umsetzung hat das BMWi die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Jahr 2016 beauftragt.

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Ziel

Das zentrale Kooperationsbüro vertieft das gegenseitige wirtschaftliche und politische Verständnis zwischen Deutschland und China. Dialogmechanismen sind aufgebaut, intensiviert und verzahnt. Dies führt zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in China und trägt zu einer Weiterentwicklung der liberalen Handelsordnung bei.

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt die Umsetzung der Absichtserklärung zur Förderung von Unternehmenskooperationen und vertieft das gegenseitige wirtschaftliche und politische Verständnis beider Länder.

Die GIZ betreibt eine zentrale Arbeits- und Kontaktstelle im Bereich Industrie 4.0 in China. Das Bundesunternehmen arbeitet dafür mit politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Akteuren beider Länder zusammen und unterstützt den politischen Austausch koordinierend und beratend. Das Vorhaben arbeitet eng mit der Plattform Industrie 4.0 und der deutschen Botschaft in China zusammen. Zur Schaffung gleicher Wettbewerbsvoraussetzungen für deutsche und chinesische Unternehmen nimmt das Projekt regelmäßig neue Themen, wie etwa Cybersicherheit die Zusammenarbeit auf. Durch Dialogplattformen wie die Arbeitsgruppe Unternehmen Industrie 4.0 und Intelligente Fertigung (AGU) sowie das Steering Committee Digitisation and Industrie 4.0 wird die Zusammenarbeit vertieft.

Umsetzungspartner auf chinesischer Seite ist das China Center for Information Industry Development (CCID), welches vom Ministerium für Industrie und Informationstechnologie mit der Umsetzung der Absichtserklärung beauftragt ist.

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Wirkungen

Die Zusammenarbeit schafft ein Marktumfeld, in welchem die Unternehmen die Möglichkeiten und Inhalte der Zusammenarbeit definieren und die Umsetzung konkreter Projekte vorantreiben können.

Durch die Arbeit des Vorhabens entstanden grundlegende Kommunikationskanäle zwischen deutschen und chinesischen Akteuren aus Politik und Wirtschaft. Hervorzuheben ist die Arbeitsgruppe Unternehmen. Sie fungiert als offene Plattform für den stetigen Austausch von Informationen und für Beratungen zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen, Experten und weiteren interessierten Akteuren. Dies kommt besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen zu Gute. Außerdem führt das Projekt die inhaltliche und organisatorische Planung des jährlichen Deutsch-Chinesischen Symposiums zur intelligenten Fertigung und Vernetzung der Produktionsprozesse auf Ebene der Staatssekretäre und der Vizeminister für das BMWi aus und unterstützt bei der Durchführung.

Das Projekt hat das politische Verständnis für die Besonderheiten des jeweils anderen industriepolitischen Ansatzes verbessert und damit eine wichtige Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit schaffen. Weiterhin berät das Projekt das BMWi im Interesse der Weiterentwicklung der deutsch-chinesischen Kooperation mit Fokus auf weiteren Digitalisierungsthemen.