Internationale Agrarforschung für ländliche Entwicklung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Fonds Förderung Internationale Agrarforschung (FIA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Weltweit
Gesamtlaufzeit: von 2012 zu 2024

Bild 1_Zentren inklusive Genbanken

Ausgangssituation

Durch innovative Technologien, verbesserte Pflanzensorten und umweltschonende Anbaupraktiken hilft die internationale Agrarforschung den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Entwicklungsländern, die Herausforderungen nachhaltiger Produktion und der Einkommenserwirtschaftung besser zu meistern: Zum einen kämpfen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit dem Rückgang landwirtschaftlicher Nutzflächen, Bodenunfruchtbarkeit, Wasserknappheit und dem Verlust der biologischen Vielfalt. Faktoren, die der Klimawandel zusätzlich verschlimmert. Zum anderen gehen viele Nahrungsmittel auf den Feldern oder nach der Ernte durch Schädlinge und Krankheiten verloren oder entsprechen nicht den Anforderungen der Lebensmittelverarbeitenden und der Verbraucher*innen. Die internationale Agrarforschung hilft dabei die steigende Nachfrage nach gesunden Lebensmitteln zu befriedigen.

Ziel

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern setzen zunehmend innovative Produkte aus der internationalen Agrarforschung ein. Dadurch erzielen sie ein höheres Einkommen, tragen zu einer gesunden Ernährung bei und schonen natürliche Ressourcen.

Bild 2_In vitro Proben tropische Futtermittel in der CIAT Genbank

Vorgehensweise

Der Fonds zur Förderung Internationaler Agrarforschung (FIA) finanziert und führt Maßnahmen in drei Handlungsfeldern durch:

1. Forschungsmanagement: Das Vorhaben verwaltet die Auswahl und Abwicklung der geförderten Projekte in 15 internationalen Forschungsinstituten. Dazu zählen 13 Institute der globalen Forschungspartnerschaft für eine ernährungssichere Zukunft (Consultative Group on International Agricultural Research, CGIAR) sowie das World Vegetable Center (WorldVeg) und das Internationale Zentrum für Insektenphysiologie und -ökologie (International Centre of Insect Physiology and Ecology, ICIPE). Dabei stellt das Vorhaben ihre wissenschaftliche Qualität, Entwicklungsorientierung, Berücksichtigung der Gleichberechtigung der Geschlechter sowie das Potenzial für eine breite Anwendung der Projekte sicher.

Aktuell werden die CGIAR-Zentren zusammengelegt, um die Agrarforschung effizienter und effektiver zu gestalten. Dieser Prozess findet unter dem Namen „ONE CGIAR“ statt und wird von Deutschland unterstützt und vom Vorhaben beraten. Ab 2021 betreibt das Vorhaben daher keine direkte Projektförderung mehr, sondern unterstützt großangelegte Initiativen mit Querschnittsthemen.

Zu den Schwerpunkten der geförderten Agrarforschung zählen:

  • Pflanzensorten züchten, die ertragsreicher und nahrhafter sind und auch extremen Umweltbedingungen standhalten
  • Angepasste Technologien und landwirtschaftliche Anbaupraktiken entwickeln, die Boden, Wasser und Biodiversität schonen
  • Agrobiodiversität in zwölf Saatgut- und Genbanken erhalten
  • Forschungsergebnisse in der Praxis verbreiten

2. Beratung und politisches Agenda-Setting: Das Vorhaben unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) dabei, die deutschen Beiträge für die internationale Agrarforschung zu gestalten und sich in aktuellen Entwicklungen zu positionieren. FIA ist außerdem Mitglied der Europäischen Initiative für entwicklungsorientierte Agrarforschung (European Initiative for Agricultural Research for Development, EIARD).

3. Personalförderung: Zusammen mit dem Centrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) fördert das Vorhaben den Einsatz von europäischen Fachkräften in internationalen Forschungszentren. Das Team der „Task Force on Scaling" arbeitet an der Herausforderung, innovative Technologien und Methoden zu verbreiten und in die Praxis zu bringen. Ausgewählten Masterstudierenden wird ein Forschungsaufenthalt an einem der Institute ermöglicht, koordiniert von der Arbeitsgemeinschaft für Tropische und Subtropische Agrarforschung (ATSAF).

Bild 3_Projekt Klimagerechter Bodenschutz und -rehabilitierung

Wirkungen

Die Erkenntnisse und Produkte der Agrarforschung tragen dazu bei, die Ernährung und Lebensgrundlage vieler Kleinbäuerinnen und -bauern zu verbessern. Im Jahr 2020 abgeschlossene Projekte erzielten folgende Wirkungen:

  • In Kooperation mit Privatpartnern hat das Internationale Zentrum der tropischen Landwirtschaft (International Institute of Tropical Agriculture, IITA) Ansätze zu klimafreundlichem Kaffeeanbau entwickelt und etwa 20.000 Bäuerinnen und Bauern dazu geschult. Zusätzlich wurde eine Applikation namens Stepwise entwickelt. Die App steigerte in Uganda die Kaffeeerträge zwischen 53 Prozent für Arabica- und 73 Prozent für Robustasorten. Zudem führte sie zu einem geringeren Auftreten von Schädlingen und Krankheiten.
  • Ein Projekt des Internationalen Reisforschungsinstitut (International Rice Research Institute, IRRI) entwickelte hitzetolerante Reissorten (MAGICheat) für Kleinbäuerinnen und -bauern in Bangladesch und Myanmar. Die Reisproduktion konnte durch die Verwendung der Sorte um 1,5 bis zwei Tonnen pro Hektar gesteigert werden.
  • Das RDP-Projekt (Resist Detect Protect) von WorldVeg entwickelte Tomaten- und Paprikasorten, die eine hohe Resistenz gegenüber Schädlingen wie der weißen Fliege aufweisen. Diese Sorten haben darüber hinaus einen besseren Wuchs und ein gefragteres Aussehen als herkömmliche Sorten. Die dadurch erhöhte Annahme durch die Zielgruppe verringerte die Produktionskosten um 20 bis 30 Prozent. Insgesamt wurden 1.482 Kleinbäuerinnen und -bauern in Indien und Bangladesch in Anbaumethoden von krankheitsresistenten Gemüsesorten weitergebildet.

Stand: März 2021