Ausbildung von Fachkräften im Gesundheitssektor

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ausbildung von Fachkräften im Gesundheitssektor
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Äthiopien
Politischer Träger: Federal Ministry of Health (FMoH) von Äthiopien
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

Picture NURSE

Ausgangssituation

Die medizinische Grundversorgung in Äthiopien hat sich durch die Einrichtung eines dreistufigen Gesundheitssystems und die vermehrte Ausbildung von Gesundheitsfachkräften auf Gemeindeebene in den letzten Jahren verbessert. Allerdings besteht gemäß dem Health Sector Transformation Plan (HSTP) bei der Verfügbarkeit und dem Leistungspotenzial der Gesundheitsdienste sowie der Qualität der Gesundheitsversorgung nach wie vor Handlungsbedarf.

Die größte Herausforderung sind die fehlende Praxisorientierung und der Mangel an Ausbilder*innen, die über die erforderlichen Kompetenzen und Erfahrungen verfügen. Darüber hinaus sind äthiopische Gesundheitseinrichtungen mit vielen alten und defekten biomedizintechnischen Geräten ausgestattet. Von den neuen Gerätschaften sind hingegen viele noch nicht betriebsbereit. Häufig erhalten Gesundheitsfachkräfte keinerlei Einweisung, um die Geräte fachgerecht zu bedienen. Organisatorische und finanzielle Probleme erschweren zudem die Beschaffung von Ersatzteilen und Verbrauchsmaterialien. Ingenieur*innen und Medizintechniker*innen, die bereits für öffentliche Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitsbehörden gearbeitet haben, sehen sich mit unrealistischen Erwartungen konfrontiert. Gleichzeitig fehlen ihnen die Ressourcen zur Bewältigung ihrer Aufgaben. So müssen Reparaturen beispielsweise oft ohne passendes Werkzeug oder Ersatzteile angegangen werden.

Bis jetzt gibt es weder eine nationale Strategie noch einen entsprechenden Rechtsrahmen für das Management von biomedizintechnischen Geräten. Fehlende Standardisierung und mangelnde Wartung der Ausrüstung verringern zudem die Qualität der praktischen Ausbildung des Fachpersonals. 

Ziel

Die Rahmenbedingungen für eine praxisorientierte Ausbildung ausgewählter Fachkräfte im Gesundheitssektor sind verbessert.

Vorgehensweise

Innerhalb der Projektlaufzeit werden drei Handlungsfelder bearbeitet: 1.) Erarbeitung eines übertragbaren Modells für die praktische Berufsausbildung; 2.) Einrichtung einer prototypischen Reparaturwerkstatt; 3.) Entwicklung eines Konzeptes zum langfristigen und effektiven Einsatz der Kernkompetenzen von Biomedizintechniker*innen und Gesundheitsfachkräften.

Das erste Handlungsfeld fokussiert auf die Qualität der Lehre. Ausbilder*innen werden besonders in der praktischen Anleitung von Student*innen geschult. Handlungsfeld zwei bezieht sich auf die Unterstützung einer regionalen Werkstatt für medizintechnische Geräte, in der professionelle Praxis gelehrt und angewandt wird. Das dritte Handlungsfeld identifiziert notwendige Schritte zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit. So sollen die Projektresultate einen breiteren systemischen Nutzen vorweisen und Risiken, wie etwa eine fehlende Budgetierung, minimiert werden.   

Patient*innen der Gesundheitseinrichtungen, die sich im Einzugsbereich der überregionalen Werkstatt zur Wartung und Reparatur von biomedizintechnischen Geräten am Referenzkrankenhaus in Nekemte befinden, profitieren maßgeblich von den Projektaktivitäten. Der Einzugsbereich der Werkstatt umfasst drei Regionen: den westlichen Teil von Oromia, Benishangul-Gumuz und Teile von Amhara. Um die Erfolgsaussichten einer dauerhaften Umsetzung zu steigern, bezieht das Vorhaben die Auszubildenden der berufsbildenden Partnerschulen mit ein. 

Ferner stärkt das Projekt Lehrende und Fachpersonal für einen Expert*innenpool auf Zonen- und Regionalebene, welche dem äthiopischen Bildungs- und Gesundheitsministerium angehören.

Zu den wichtigsten Durchführungspartnern des Vorhabens gehören das Tegbare-id TVET College in Addis Abeba, das Nekemte Polytechnic College und das Nekemte Health Science College. Die Werkstatt für biomedizintechnische Geräte befindet sich auf dem Gelände des Nekemte Specialized Hospital, einem wichtigen Lehrkrankenhaus der Region Oromia.