Grenzüberschreitende Zusammenarbeit Westäthiopien/ Ostsudan

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Ländercluster Westäthiopien - Ostsudan 
Auftraggeber: Europäische Union, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Land: Äthiopien und Sudan
Politischer Träger: Intergovernmental Authority for Development (IGAD)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

Ausgangssituation

Ernährungsunsicherheit und gewalttätige Konflikte sind häufige Herausforderungen für die Bevölkerung am Horn von Afrika, insbesondere in Grenzregionen. Diesen Bevölkerungsgruppen fehlt es oft an grundlegender sozialer Infrastruktur. Begrenzte Beschäftigungsmöglichkeiten und häufige Nahrungsmittelknappheit verschärfen die Situation. In diesen Regionen bieten grenzüberschreitender Handel sowie starke historische Bindungen zwischen den Bevölkerungsgruppen auf beiden Seiten der Grenze eine wichtige Möglichkeit für die wirtschaftliche Entwicklung. Handel und grenzüberschreitende Zusammenarbeit haben das Potenzial, sowohl nationale als auch regionale Entwicklungsziele zu erreichen.

Im überwiegend ländlichen Grenzgebiet zwischen Benishangul-Gumuz im Westen Äthiopiens und dem Blue Nile State im Osten des Sudans leben über 1,6 Millionen Menschen. Der Zustrom von MigrantInnen, Geflüchteten und Binnenvertriebenen hat den Druck auf die Nutzung lokaler Ressourcen wie Land erhöht und zu verstärkten Spannungen und zum Teil gewaltsamen Konflikten innerhalb der Gemeinden geführt. Es ist dringend erforderlich, proaktive Lösungen zu entwickeln, um die Stabilität und die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region zu gewährleisten.

Ziel

Um Konflikte zu verringern und die allgemeinen Lebensbedingungen zu verbessern, sollen die wirtschaftlichen Potentiale im Grenzgebiet Benishangul-Gumuz Region/ Blue Nile State in Wert gesetzt werden. Dazu gehört auch, die Gemeinden dabei zu unterstützen, Schocks (z.B. Ernteausfälle) besser zu überstehen und Konflikte friedlich zu lösen. Ziel ist es, die Resilienz der Bevölkerung gegenüber Instabilität und Notlagen zu stärken und dabei vor allem wirtschaftliche Chancen für Jugendliche und Frauen zu verbessern.

grafik

Vorgehensweise

Das Programm wird im Auftrag der Bundesregierung und der Europäischen Union durch den Emergency Trust Fund for Africa durchgeführt. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit Regierungsinstitutionen in Äthiopien und Sudan sowie der Intergovernmental Agency on Develop-ment (IGAD). In Kooperation mit lokalen und regionalen Partnern soll das Programm Aktivitäten in den folgenden Bereichen unterstützen:

Einkommenssteigerung durch Wertsteigerung der Produkte
Diversifizierung der Einkommen ist ein Weg, um die Resilienz der Bevölkerung zu erhöhen. Neben der Förderung von landwirtschaftlicher Produktion, zielt das Programm darauf ab, die Verarbeitung und Vermarktung von Gartenbau-, Fischerei- und Nichtholzerzeugnissen zu verbessern. 

Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen 
Um wirtschaftlich aktiver zu sein, benötigen junge Menschen im Grenzgebiet Zugang zu beruflicher Bildung und Beschäftigung. Das Programm sieht daher die Unterstützung der Berufsausbildung von Jugendlichen auf beiden Seiten der Grenze vor. 

Bessere Dienstleistungen durch verbesserte Basisinfrastruktur 
Die Grenzregion weist eine der höchsten Mütter- und Kindersterblichkeitsraten in ihren jeweiligen Ländern auf. Fehlende Ausstattung und schlechte Infrastruktur erschweren es Gesundheitseinrichtungen, eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung anbieten zu können. Das Programm wird die lokalen Akteure bei der Rehabilitierung ausgewählter Gesundheitszentren unterstützen und mittels Solarmodulen und Systemen zur Regenwassernutzung die Versorgung mit Elektrizität und Wasser verbessern. Um die Wasserversorgung für Pastoralisten und Agro-Pastoralisten im Blue Nile State zu verbessern, werden bestehende Wasserversorgungssysteme entsprechend optimiert. 

Frieden schaffen, Konflikte reduzieren
Zunehmende Spannungen in der Region unterstreichen die Bedeutung lokal existierender formeller und informeller, friedensfördernder Strukturen. Das Programm unterstützt die Gemeinden dabei, besser auf Konflikte zu reagieren und diese zu lösen. Gleichzeitig soll das grenzüberschreitende Konfliktfrühwarnsystem (CEWARN) der IGAD gestärkt werden. 

Effektiver Handel über die Grenze hinweg 
Der bestehende grenzüberschreitende Handel ist weitgehend informell, und illegaler Handel ist weit verbreitet. Die Initiativen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit des Programms bringen Gemeinden und EntscheidungsträgerInnen auf beiden Seiten der Grenze zusammen, um grenzüberschreitenden Handel zu formalisieren, auszuweiten und damit eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Grenzregion zu befördern. Ziel ist es, die Koordination und Handels- und Arbeitsmöglichkeiten zu verbessern und den Austausch zu erleichtern.

Wirkungen

Das Programm hat im September 2018 die Einführungsphase abgeschlossen; nun beginnt die Implementierung von Aktivitäten. Erste Resultate werden in den kommenden Monaten erwartet.