Für eine klimaresiliente Zukunft des Mekong Deltas

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Mekong Delta Climate Resilience Programme (MCRP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Vietnam 
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung / Ministry of Agriculture and Rural Development (MARD)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

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Ausgangssituation

Weltweit zählt das Mekong Delta zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen. Küstenerosion, Versalzung, Süßwasserknappheit und zunehmende Extremwetterereignisse bedrohen die Lebensgrundlage von mehr als 17 Millionen Menschen im Delta, etwa ein Fünftel der Bevölkerung Vietnams. Intensive Land- und Wasserbewirtschaftung, der Bau von Deichen zum Hochwasserschutz und der ungebremste Ausbau von Talsperren – besonders im oberen Flusslauf, etwa in China, Laos oder Kambodscha – erhöhen den Stress für das komplexe und sensible Ökosystem.

Insbesondere die an der Armutsschwelle lebende Bevölkerung ist oftmals von Ernteausfällen betroffen. Eine kaum an die Herausforderungen des Klimawandels angepasste Investitionspolitik beeinträchtigt mit ihren Infrastruktur- und Landnutzungsmaßnahmen die Qualität der ohnehin knappen Grundwasserressourcen, die Bodenfruchtbarkeit und indirekt auch weitere Treibhausgasminderungen. 

Die vietnamesische Regierung erarbeitet derzeit einen ganzheitlichen Ansatz zur integrierten und nachhaltigen Bewirtschaftung des Mekong Deltas. Die regionale Umsetzung im Delta ist jedoch noch unsystematisch. Es fehlt sowohl die Koordination zwischen der nationalen Ebene und den Provinzen als auch die provinzübergreifende Zusammenarbeit. 

Ziel

Das Management natürlicher Ressourcen im Mekong Delta berücksichtigt den Klimawandel (klimaresilientes Management). Höhere Widerstandsfähigkeit gegen Auswirkungen des Klimawandels verbessert die nachhaltige Entwicklung der Region.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die vietnamesischen Partner bei der Schaffung eines institutionellen Rahmens für die regionale Koordination zur klimaresilienten Entwicklung des Mekong Deltas. Die GIZ bietet dazu im Auftrag der Bundesregierung politische, planerische und technische Beratung – beispielsweise für die Klärung von Mandaten, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen. Teil des Vorhabens ist auch ein abgestimmtes Bündel an Trainings-, Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, zum Beispiel für Regierungsbeamte. 

Die Gleichberechtigung der Geschlechter (gender mainstreaming) wird strategisch durch ihre Berücksichtigung als integraler Bestandteil des regionalen Koordinationsmechanismus in Form von gendersensiblen Richtlinien sichergestellt. 

Für eine bessere regionale Koordination der Investitionsplanung erstellen die GIZ und ihre Partner Machbarkeitsstudien und prüfen Technologien und Lösungen. Dazu zählen nachhaltige Wertschöpfungsketten ausgewählter Landwirtschaftsprodukte oder Aquakultur, die an den Klimawandel und veränderte Umweltbedingungen angepasst sind sowie Marktpotenzial haben.

 Auch die Anwendung von innovativen und an den Klimawandel angepassten Technologien wird intensiviert. Der Fokus liegt auf provinzübergreifendem Land- und Wassermanagement sowie Küstenschutz, zum Beispiel durch Fernerkundung mit Leichtgewicht-Drohnen in Erosionsgebieten an Küsten, Kanälen und in Mangrovenwäldern. Im Zusammenspiel mit Datenverarbeitung und kombiniert mit satellitengestützten Massendaten (big data) zu Klimaprognosen oder Küsten- und Uferlinien lassen sich Entscheidungen für Infrastrukturinvestitionen treffen.

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 Das Vorhaben baut auf einen ganzheitlichen Regionalansatz zur Küstenraumplanung auf, entwickelt durch ein Vorgängerprojekt zum integrierten Küstenmanagement in Vietnam (das Integrated Coastal Management Programme, ICMP). Dieser provinzübergreifende und küstenbezogene Fokus wird jetzt auf alle 13 Provinzen des Mekong Deltas ausgeweitet. Dazu bezieht das Vorhaben alle relevanten staatlichen Akteure auf nationaler Ebene und den Provinzen ein. Gemeinsam mit dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft entwickeln diese Akteure Wertschöpfungsketten, Technologien und Lösungen.  

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