Verbesserung der Beschäftigungssituation in ausgewählten Hochgebirgsregionen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Lokale Wirtschaftsförderung in ausgewählten Hochgebirgsregionen in Tadschikistan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tadschikistan
Politischer Träger: Ministry of Economic Development and Trade
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

Ausgangssituation

Tadschikistan ist mit seinen etwa neun Millionen Einwohner*innen und einem Bruttoinlandsprodukt von etwa 830 US-Dollar pro Kopf das ärmste Land unter den ehemaligen Sowjetrepubliken. Dass Geldüberweisungen von tadschikischen Arbeitskräften in Russland abnehmen, wirkt sich ebenfalls negativ auf die Wirtschaftsentwicklung aus. Um die Abhängigkeit von Entwicklungen in anderen Ländern zu mindern, ist Tadschikistan daher stärker auf die Entwicklung der eigenen Privatwirtschaft angewiesen. Abgelegene und schwer zugängliche Hochgebirgsregionen leiden besonders unter der mangelnden wirtschaftlichen Dynamik und der Abwanderung junger Menschen. Eine von der Regierung angestrebte Vielfältigkeit der wirtschaftlichen Basis kommt nur langsam voran. In Hochgebirgsregionen ist die lokale Arbeitsmarktentwicklung besonders angespannt. Viele Menschen sind unterbeschäftigt und vor allem Jugendliche und junge Erwachsene sind arbeitslos.

Ziel

Junge Frauen und Männer finden zunehmend ausreichende und stabile Bedingungen vor, um einer selbstständigen beziehungsweise einer abhängigen Beschäftigung nachzugehen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben wird in den Hochgebirgsregionen Gorno-Badachschan und im Rasht-Tal durchgeführt. Zielgruppen des Projekts sind junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren sowie Unternehmen, die Arbeitsplätze für diese Zielgruppe schaffen. Eine weitere Zielgruppe sind Berufsschullehrer*innen beziehungsweise Mitarbeiter*innen von Bildungsträgern in den vom Projekt geförderten Branchen sowie Fachkräfte der regionalen Verwaltungen. 
Die Strategie des Vorhabens zielt darauf ab, Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen (KKMU) sowie Anbieter von Qualifizierungen und Dienstleistungen zu befähigen, wirtschaftliche Potenziale und Qualifikationen von jungen Menschen in ausgewählten Hochgebirgsregionen besser zu nutzen. Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung, die ein wesentlicher Bestandteil des Vorhabens sind, wurden sowohl für junge Frauen und Männer als auch für Unternehmer*innen und Mitarbeiter*innen regionaler und lokaler Regierungen und Verwaltungsbehörden angeboten. 
Das Vorhaben konzentriert sich auf zwei Handlungsfelder: Qualifizierungsangebote für den lokalen Arbeitsmarkt und lokale Wirtschafts- und KKMU-Förderung. Um die Effizienz der Wirtschafts- und KKMU-Förderung zu steigern, wird intensiv mit der öffentlichen Verwaltung zusammengearbeitet. Dadurch werden die Bedingungen für die Wirtschaftsentwicklung verbessert.

Wirkung

  • Sechs Monate nach ihrem erfolgreichen Abschluss der Fortbildungen und dem Erlangen entsprechender Kenntnisse (zum Beispiel in Technik und Betriebswirtschaft) haben 107 der 125 Teilnehmer*innen eine abhängige Beschäftigung aufgenommen oder sind selbstständig. Das entspricht einer Quote von 86 Prozent. 
  • Insgesamt haben sich 61 Teilnehmer*innen selbstständig gemacht. Diese hatten entweder an den Fortbildungskursen zu beruflichen Qualifikationen teilgenommen oder waren Teilnehmer*innen an den Existenzgründungskursen. Zusätzlich konnte ihnen der Zugang zu Finanzierungen erleichtert werden. Diese wurden von der vom Projekt geförderten Mikrofinanzierungsinstitution und dem beauftragten Programm „Accelerate Prosperity“ der Aga Khan Stiftung ausgegeben.
  • Im Rasht-Tal konnten Produzent*innengruppen (436 Betriebe, davon 133 von Frauen geführt), die im Anbau und der Verarbeitung von Kartoffeln und Äpfeln tätig sind, durch gemeinschaftlichen Vertrieb einen um 20 Prozent höheren Verkaufspreis erzielen. Das entspricht 20 Prozent Umsatzsteigerung bei gleich gebliebener Produktion.
  • In den Distrikten Shugnan und Murgab konnte das Angebot von Produkten und Dienstleistungen in der Agrar- und Transportbranche verändert und erweitert werden. 83 bestehende und neu gegründete Betriebe, von denen 46 von Frauen geführt wurden, konnten ihren Umsatz um 38 Prozent (Agrarwirtschaft) beziehungsweise 51 Prozent (Transportbranche) steigern.