Norduganda: Menschen auf der Flucht und aufnehmenden Gemeinden unterstützen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung von Flüchtlingen und aufnehmenden Gemeinden in Norduganda
Auftraggeber: Bundeministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Kofinanziert von: Europäische Union
Land: Uganda
Politischer Träger: Ministerium für lokale Verwaltung (Ministry for Local Government)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2022

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Ausgangssituation

Im Norden und Südwesten Ugandas leben mehr als 1,2 Millionen Menschen in Flüchtlingssiedlungen. Die meisten Menschen, etwa eine Million, kommen aus dem Südsudan. 82 Prozent sind Frauen und Kinder unter 18 Jahren – viele sind Analphabeten, die meisten traumatisiert.
Die Flüchtlinge haben sich hauptsächlich in der Region West-Nil im Norden des Landes niedergelassen. Diese ist aufgrund der Folgen des Bürgerkriegs strukturell immer noch benachteiligt: Die privatwirtschaftliche Entwicklung ist unzureichend, wenige Menschen sind formal beschäftigt, das Investitionsklima ist nicht vorteilhaft. Haupteinnahmequelle ist die Landwirtschaft, in der über 70 Prozent der Arbeitskräfte beschäftigt sind. Der ugandische Armutsbericht von 2016 zeigt, dass die Armutsrate in der West-Nil-Region und der Region Mitte-Nord deutlich höher ist als der nationale Durchschnitt. 

Den Lokalregierungen in Norduganda gelingt es bisher kaum, einen Dialog zwischen regionalen Wirtschaftsakteuren, Anbietern von Qualifizierungskursen, Menschen auf der Flucht und der lokalen Bevölkerung zu steuern, um Arbeitsplätze zu schaffen und so die inklusive sozioökonomische Entwicklung zu fördern. Trotz des progressiven entwicklungsorientierten Rahmens, den Uganda für die Integration von Menschen auf der Flucht gesetzt hat, gibt es zahlreiche Schwächen in der Umsetzung.  Defizite bestehen hinsichtlich förderlicher Rahmenbedingungen, etwa bei der Umsetzung existierender Politiken und Strategien – insbesondere auf regionaler und lokaler Ebene. Fehlende personelle und finanzielle Kapazitäten auf lokaler Regierungsebene führen dazu, dass kommunale Dienstleistungen nicht angemessen erbracht werden.

Ziel

In den nordugandischen Distrikten Arua, Adjumani und Moyo ist die inklusive sozioökonomische Entwicklung von Menschen auf der Flucht und lokaler Bevölkerung verbessert. 

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Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die Distriktverwaltungen (DLG) bei der sozialen und wirtschaftlichen Integration von Menschen auf der Flucht. Die Mitarbeiter*innen passen Verfahren und Arbeitsabläufe der Verwaltung so an, dass öffentliche Dienstleistungen entsprechend der integrierten Pläne zu lokaler wirtschaftlicher Entwicklung, Gesundheit und Bildung erbracht werden. Die öffentlich-private Zusammenarbeit mit Unternehmen, Unternehmensverbänden und Trainingseinrichtungen wird gefördert. 

Außerdem werden die Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten für Menschen auf der Flucht und die lokale Bevölkerung verbessert. Zu diesem Zweck unterstützt das Vorhaben Trainingseinrichtungen dabei, unter Einbindung der Privatwirtschaft arbeitsmarktorientierte Berufsbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen im Handwerk und Dienstleistungsbereich zu entwickeln und anzubieten. Weiterhin schult das Projekt die Mitarbeiter*innen, sodass Existenzgründungskurse angeboten und Existenzgründungen begleitet werden können. Zusätzlich unterstützt das Vorhaben Existenzgründungen durch die Bereitstellung von Startkapital. Die Qualifizierungsmaßnahmen ermöglichen es den Zielgruppen, sich neue berufsqualifizierende Kompetenzen anzueignen und anschließend durch Praktika in der Privatwirtschaft ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Außerdem schult das Vorhaben Menschen auf der Flucht und die lokale Bevölkerung, sodass sie ihre landwirtschaftliche Produktion erhöhen können. Dafür werden Lerngruppen gestartet, die das Vorhaben während der Anbauperiode zu besseren Praktiken und Techniken berät. Begleitend fördert das Vorhaben den Zugang zu landwirtschaftlichen Nutzflächen, Kapital sowie Betriebsmitteln. Um die Informationsvermittlung und Beratung auch fortlaufend und individuell angepasst zu ermöglichen, ist der Einsatz digitaler Anwendungen vorgesehen.

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