InsuResilience Global Partnership zur Finanzierung und Versicherung von Klima- und Katastrophenrisiken

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutscher TZ-Beitrag zur Umsetzung der InsuResilience Globalen Partnerschaft (Klimarisikoversicherung)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

In Dhaka, Bangladesch,  ist während der Regenzeit die Kanalisation mit dem starken Monsunregen völlig überfordert.

Ausgangssituation

Durch den Klimawandel hat die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen weltweit zugenommen. Die Auswirkungen auf Leben, Lebensgrundlagen und Wirtschaftsgüter bedrohen die Bemühungen um eine nachhaltige Armutsbekämpfung. Insbesondere Umweltkatastrophen stürzen jedes Jahr 26 Millionen Menschen in Armut. Die Kosten für die Bewältigung von Katastrophen und anderen Krisen werden weiter steigen und die Länder in vielen Fällen dazu zwingen, längerfristige Entwicklungsfinanzierungen in kurzfristige Maßnahmen umzuleiten. Das Verhältnis zwischen den weltweit versicherten Schäden zu den Gesamtschäden der Schwellen- und Entwicklungsländer zeigt, dass eine große Schutzlücke besteht. Während diese Länder zwischen 1980 und 2012 zehn Prozent der weltweiten Schadenssumme erlitten, beträgt ihr Anteil an den weltweit versicherten Schäden nur ein Prozent. Zur Schließung dieser Schutzlücke haben die G7-Länder auf ihrem Gipfel in Elmau im Jahr 2015 die InsuResilience-Initiative ins Leben gerufen. Aufbauend auf dieser Initiative beschlossen die G20 auf ihrem Gipfel in Hamburg im Jahr 2017, eine Globale Partnerschaft zur Finanzierung und Versicherung von  Klima- und Katastrophenrisiken (im Folgenden „die Partnerschaft“) zu gründen. Die Vulnerable Twenty Group (V20) - die Gruppe der  am stärksten durch den Klimawandel gefährdeten Entwicklungsländer - unterstützt die Partnerschaft.

Ziel

Durch die Partnerschaft sind die Länder in der Lage, schneller und zuverlässiger auf Katastrophen zu reagieren, und können Risikofinanzierungen und -versicherungen nutzen, um sich besser auf Klima- und Katastrophenrisiken vorzubereiten.

Das Bild zeigt mauretanische Hirtennomaden/Wandertierhalter, auf ihrem Weg durch trockenes Grassland.

Vorgehensweise

Die Vision der InsuResilience Global Partnership zur Finanzierung und Versicherung von Klima- und Katastrophenrisiken besteht darin, die Resilienz von Entwicklungsländern zu stärken und das Leben und die Lebensgrundlagen armer und vulnerabler Menschen vor den Folgen von Katastrophen zu schützen. Zu diesem Zweck sollen die Strategie und Architektur der Finanzierung von Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge in gefährdeten Ländern mit maßgeschneiderte Lösung unterstützt werden.

Die Strategie der Partnerschaft umfasst einen dreigliedrigen Ansatz. Erstens zielt sie darauf ab, die Auswirkungen der laufenden Initiativen zu verstärken. Zweitens unterstützt sie die Entwicklung neuer Finanzierungs- und Versicherungslösungen für Klima- und Katastrophenrisiken. Und schließlich soll dafür gesorgt werden, dass diese Lösungen sinnvoll in einen breiten Dialog über Katastrophenvorsorge, Stärkung der Resilienz und humanitäre Hilfsmaßnahmen integriert werden.

Darüber hinaus zielt die Partnerschaft darauf ab, eine offene und inklusive globale Multi-Stakeholder-Gemeinschaft aus Ländern, Experten und Praktikern aufzubauen, die daran arbeiten, auf politischer, operativer und strategischer Ebene eine finanzielle Absicherung zu erzielen. Diese Gemeinschaft bildet das Partnership Forum, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Erfahrungen austauschen, Wissen generieren, bewährte Verfahren fördern und das Bewusstsein für Risikofinanzierung und Versicherung schärfen können.

Daneben gibt es mit der Program Alliance einen Mechanismus zur Koordinierung von Programmen, welcher zusammen eine Vielzahl von Lösungen bietet, um den unterschiedlichen Resilienzanforderungen vulnerabler Länder gerecht zu werden. Dabei werden die landesspezifischen Risikoprofile und Lücken in den Finanzierungsmechanismen berücksichtigt.

Das Sekretariat der Partnerschaft unterstützt die Entwicklung bedarfsorientierter, gendersensibler und armutsorientierter Versicherungslösungen und ist für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. In diesem Zusammenhang hat das Sekretariat die Aufgabe, die Zusammenarbeit zwischen den politischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zu fördern und die Fortschritte der Partnerschaft zu dokumentieren.

Erste Tagung der High Level Consultative Group (HLCG)

Wirkungen

Die InsuResilience Global Partnership unterstützt weltweit die Entwicklung von Finanz- und Versicherungslösungen für Klimarisiken. Die Partnerschaft konnte dazu beitragen, dass bestehende Versicherungen ausgebaut und neue entwickelt werden. Derzeit sind 25 Programme in 78 Ländern aktiv oder im Aufbau, die den Zielen der InsuResilience Global Partnership zuarbeiten. Etwas mehr als die Hälfte der Programme sind einsatzbereit. Diese Programme werden bis 2020 voraussichtlich die Hälfte der geplanten 400 Millionen Menschen unter Versicherungsschutz bringen. Beispielsweise sind mit der Carribean Catastrophe Risk Insurance Facility (CCRIF), der African Risk Capacity (ARC) und der Pacific Catastrophe Risk Assessment and Financing Initiative (PCRAFI) drei Versicherungspools auf nationaler Regierungsebene in den Regionen Karibik, Mittelamerika, Afrika und den Pazifikraum vertreten. Im vergangenen Jahr hatten die Programme erheblichen Einfluss, weil sie unmittelbar nach verschiedenen Naturkatastrophen zu Lasten einiger Mitgliedsländer erhebliche Auszahlungen geleistet haben. So hat CCRIF nach dem Hurrikan Irma im Jahr 2017 in acht karibischen und mittelamerikanischen Ländern mehr als 53 Mio. US-Dollar ausgezahlt.

Die InsuResilience Global Partnership ist weiterhin noch im von der KfW verwalteten InsuResilience Solution Fund (ISF) tätig. Sie betreibt außerdem in Zusammenarbeit mit dem UNFCCC und dem Fiji Clearing House die interaktive Plattform RISK TALK. In Zusammenarbeit mit A2R wurden Preisausschreiben für Innovative Vorschläge zur Verknüpfung von Versicherungen und sozialer Absicherung ausgeschrieben und es wurden zwei Stipendien für das von Women’s World Banking und der Saïd Business School der Oxford University durchgeführte Leadership and Diversity Programm für Versicherungsaufsicht eingerichtet.

Die InsuResilience Global Partnership stärkt die positiven entwicklungspolitischen Auswirkungen von Risikofinanzierungs- und Versicherungslösungen. Diese erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Zielgruppen, sodass die Auswirkungen von Katastrophen geringer ausfallen und der Ursprungszustand schneller wieder erreicht werden kann.

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