Schutzgebiete für Meeres- und Küsten-Biodiversität ausweisen und nachhaltig managen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ausweisung mariner Schutzgebiete
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Kolumbien
Politischer Träger: Ministerio de Ambiente y Desarrollo Sostenible (MADS) (Kolumbianisches Umweltministerium)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2023

Fischer in der Region Acandí, Chocó.

Ausgangssituation

Die knapp 2.000 Kilometer lange Karibikküste Kolumbiens verfügt über eine enorme Artenvielfalt. Sie ist durch den klimawandelbedingten Anstieg des Meeresspiegels und menschliche Einflüsse stark gefährdet.

Vielfach erfolgt die Einrichtung von Schutzgebieten in Kolumbien isoliert von der Bewirtschaftung der umgebenden Gebiete. Die Ökosysteme der Schutzgebiete werden jedoch zum Beispiel durch Überfischung im Umfeld beeinträchtigt. Ursache dafür sind etwa Mängel bei der Raumplanung und der Kontrolle der Fischereiwirtschaft sowie fehlende Abstimmung mit Vertretern des Umweltschutzes.

Ein weiteres Beispiel: Der großräumige Abbau von Sand für den Bau erodiert in der Region Acandí die Strände. Daher ist es notwendig, das Schutzgebiet in die weitere Raumplanung einzupassen und die Behörden in ihren Fähigkeiten der Rechtsdurchsetzung zu stärken. Das erhöht jedoch die Komplexität der Schutzgebietsausweisung, -erweiterung und des integrierten Managements, da viele Akteure und verschiedene Politikprozesse einbezogen werden müssen.

Für die Umsetzung partizipativer Ansätze der Governance (Regierungsführung) und des Managements der Naturressourcen fehlen sowohl dem Umweltministerium als auch der Nationalparkbehörde wichtige Kompetenzen. Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für partizipatives Ressourcenmanagement sind kaum vorhanden. Darüber hinaus müssen die strategischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für zum Beispiel Schutzgebietsnetzwerk oder Meeresverschmutzung weiterentwickelt werden.

Als besonders anfällig gelten die teilweise bereits als Nationalpark ausgewiesenen Gebiete Acandí, Playón y Playona, die als Brutgebiet gefährdeter Schildkröten wichtig sind. Für den Fortbestand vieler Fisch- und Krebsarten und Küstenvögel sind Bahía Portete, Bahía Honda und Bahía Hondita mit Mangroven und Seegraswiesen von besonderer Bedeutung. Die dort lebenden indigenen Gemeinden sind zur Sicherung ihrer Lebensgrundlage ebenfalls auf den Erhalt der biologischen Vielfalt angewiesen.

Ziel

Der Anteil der effektiv geschützten Meeres- und Küsten-Biodiversität Kolumbiens ist durch nachhaltiges Management in und um Schutzgebiete gestiegen.

Wüstenlandschaft in der Region Guajira.

Vorgehensweise

Das Vorhaben verfolgt den Ansatz, die zu erweiternden und neu auszuweisenden Schutzgebiete in einen marinen Entwicklungsplan einzubetten. Dazu werden die Nationalparkbehörde, lokale Umweltbehörden und die lokalen Gemeinden unterstützt, integrierte Managementpläne zu erarbeiten. Diese ermöglichen eine nachhaltige Ressourcennutzung durch die dort lebende Bevölkerung und den Ausgleich mit weiteren wirtschaftlichen Interessen.

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