Projektentwicklung um dem Klimawandel in Städten zu begegnen – die C40 Cities Finance Facility (CFF)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: C40 Cities Finance Facility
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Kofinanziert durch: die britische Regierung – Department for Business, Energy & Industrial Strategy (BEIS), die United States Agency for International Development – USAID, die Children‘s Investment Fund Foundation (CIFF)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

C40 Cities Finance Facility

Ausgangssituation

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels gehören zu den größten und dringlichsten Herausforderungen unserer Zeit. Damit die Erde auch künftigen Generationen noch ausreichende Lebensgrundlagen bietet, muss in kurzer Zeit eine Kurswende vollzogen werden. Die Städte sind für mehr als 70 Prozent der weltweiten energiebedingten CO2-Emissionen verantwortlich. Viele Städte sind bereits jetzt von den großen bzw. sich abzeichnenden Klimarisiken betroffen. Gleichzeitig erleben sie ein rasantes Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum: So werden bis 2050 voraussichtlich 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben.

Vor diesem Hintergrund gilt es, unverzüglich in eine qualitativ hochwertige städtische Infrastruktur zu investieren. In den Entwicklungsländern müssen jedes Jahr schätzungsweise 4 Billionen US-Dollar in Infrastrukturinvestitionen fließen, um das klassische, auf fossilen Energieträgern beruhende wirtschaftliche Wirtschaftsmodell zu überwinden und die im Klimaschutzabkommen von Paris und in der Agenda für nachhaltige Entwicklung festgelegten Ziele zu erreichen. Aufgrund von Defiziten in den kommunalen Haushalten suchen die Städte verstärkt nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten, um ihren Infrastrukturbedarf zu decken. Wie eine CFF-Studie gezeigt hat, bemühen sich 400 Städte aktiv um Mittel zur Finanzierung von 1.143 Projekten im Gesamtvolumen von beinahe 60 Milliarden US-Dollar. Diese Studie stellt lediglich eine Momentaufnahme des weltweiten Investitionsbedarfs der Städte dar. Trotz der Höhe des Finanzmittelbedarfs werden derzeit nur 0,8 Prozent des von Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungsgesellschaften und anderen institutionellen Anlegern verwalteten Kapitals zur Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen eingesetzt. 
Diese Erkenntnisse lassen folgende Schlussfolgerungen zu:

  • Die herkömmlichen Finanzierungsquellen sind unzureichend, um eine bedarfsgerechte und nachhaltige städtische Infrastruktur aufzubauen und instandzuhalten.
  • Die institutionellen Anleger wollen ihr Kapital investieren, haben aber Mühe, finanziell tragfähige Projekte zu finden, die sich für eine Investition eignen.

Die C40 Cities Finance Facility versucht, diese Lücke zu schließen, und bietet entsprechende Finanzierungslösungen. So unterstützt die CFF Städte in Schwellen- und Entwicklungsländern bei der Planung von finanzierungsreifen Projekten. Ferner begleitet die CFF Städte bei der Ausarbeitung von finanziell tragfähigen Modellen für vorrangige Projekte und stellt sicher, dass die Stadtverwaltungen über die Fähigkeiten und Strukturen verfügen, die sie benötigen, um regelmäßig CO2-arme und klimafreundliche Infrastrukturprojekte zu planen.

Ziel

Die Städte mobilisieren Finanzmittel zur Umsetzung von lokalen Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen, verringern dadurch ihre CO2-Emissionen und stärken ihre Resilienz gegenüber dem Klimawandel.

Vorgehensweise

Die CFF ist eine Kooperation zwischen der C40 Cities Climate Leadership Group und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Die CFF wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ), dem britischen Department for Business, Energy and Industrial Strategy (BEIS), der United States Agency for International Development (USAID) und der Children Investment Fund Foundation (CIFF) gefördert.

Die CFF bietet den Städten die Möglichkeit, einen Beitrag zur Erreichung der im Klimaschutzabkommen von Paris festgelegten Ziele zu leisten und den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf 1,5° C gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Durch die Förderung von Projekten, die gleichzeitig wichtige Impulse für die Entwicklung bieten, unterstützt die CFF die Städte auch bei der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), der Addis Ababa Aktionsagenda und der New Urban Agenda.

Wie funktioniert die CFF?

  • Ein in der jeweiligen Stadt tätiger Experte sowie nationale und internationale Fachkräfte unterstützen das Projektteam der Stadt bei der Entwicklung von technisch und finanziell tragfähigen Investitionsprojekten, die im wohlverstandenen Interesse der Stadt ausgestaltet sind.
  • Mit einem Wissens- und Lernprogramm treibt die CFF den Wandel voran und gibt Wissen an andere Städte, Praktiker und politische Entscheider weiter, um Hürden bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen zu beseitigen.
  • Die CFF bietet einen maßgeschneiderten Plan mit Schulungen und Workshops zur Entwicklung der institutionellen Fähigkeiten der Stadtverwaltungen; dadurch werden die Voraussetzungen für die Beschaffung von Finanzmitteln, die nachhaltige Strukturierung von Infrastrukturprojekten und die eigenständige Durchführung von ähnlichen Projekten geschaffen.
  • Ferner fördert die CFF strategische Sachpartnerschaften mit Organisationen und Netzwerken, die dieselben Anliegen haben, sowie den Aufbau von starken Netzwerken auf der Grundlage einer gemeinsamen Vision und Wertschöpfung.

Wirkungen

Derzeit unterstützt die CFF Projekte in 15 Städten rund um den Erdball. Drei dieser Städte haben bereits beachtliche Ergebnisse erzielt:

  • Bogotá baut derzeit eine einmalige 25 Kilometer lange Fahrrad-Autobahn, die Menschen aus Stadtteilen mit geringen, mittleren und hohen Einkommen nutzen können, um zum Arbeitsplatz, zu Bildungseinrichtungen und zu Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zu gelangen.
  • Mexiko-Stadt realisiert einen 22 Kilometer langen Null-Emissions-Korridor auf der Hauptverkehrsader Eje 8 Sur; zu diesem Zweck hat die Stadt eine Flotte von Elektrobussen angeschafft, mit der jeden Tag etwa 185.000 Fahrgäste befördert werden. 
  • Thekwini (Durban) führt ein gemeindebasiertes Flussrenaturierungsprogramm durch. Dabei werden die Wasserläufe im Umkreis der Stadt auf 3.000 km gereinigt; gleichzeitig wird so das Risiko für klimabedingte Hochwasser deutlich verringert.

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