Saubere Luft in Hanoi, Johannesburg und Pretoria

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Integrierte Luftreinhaltung und Minderung des Klimawandels im Rahmen des Weltbank-Programms PMEH (Pollution Management and Environmental Health)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Südafrika und Vietnam
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

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Ausgangssituation

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sterben weltweit jährlich mehr als sieben Millionen Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung, viele davon in Schwellen- und Entwicklungsländern. So auch in Vietnams Hauptstadt Hanoi und in den südafrikanischen Städten Johannesburg und Pretoria (Tshwane). Die Quellen der städtischen Luftschadstoffe sind vielfältig; die Schadstoffe entstehen meist durch Verbrennungsprozesse im Straßenverkehr, in Industrieanlagen und Kraftwerken sowie in Privathaushalten. Feinstaub, das heißt Partikel mit einem Durchmesser von höchstens 2,5 Mikrometer (PM2,5), gilt dabei als das größte Problem – er führt zum Beispiel zu Erkrankungen der Atemwege, erhöhtem Herzinfarktrisiko, Fehlgeburten und Krebserkrankungen. 

Gleichzeitig haben kurzlebige klimawirksame Schadstoffe (short-lived climate pollutants, SLCP) wie Feinstaub, Methan und Ozon Auswirkungen auf den Klimawandel. Eine Reduzierung kommt nicht nur der menschlichen Gesundheit zugute, sondern auch dem Klimaschutz. Aktuelle Studien belegen, dass eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius nur durch die gleichzeitige Bekämpfung des Kohlendioxid- und des SLCP-Anstiegs erreicht werden kann. Entsprechend wird Luftreinhaltung heute auch bei der Verankerung von nationalen Klimabeiträgen (Nationally Determined Contribution, NDC) berücksichtigt. 

Ziel

Die Stadtverwaltungen von Johannesburg, Pretoria (Tshwane) und Hanoi setzen effektive Luftreinhaltepläne und Maßnahmen um und verbessern so die Luftqualität in ihren Städten.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben analysiert den Trainingsbedarf der Mitarbeiter*innen der städtischen Umweltbehörden, die sich mit der Luftqualität in Hanoi, Johannesburg und Pretoria befassen. Anhand der Analysen werden entsprechende Trainings konzipiert und durchgeführt.

Darüber hinaus unterstützt das Vorhaben den Ausbau der städtischen Monitoring-Netzwerke. Mit Hilfe der Daten, die diese Netzwerke erheben, werden Luftreinhaltepläne sowie Emissionsinventare erstellt beziehungsweise aktualisiert. Das Vorhaben unterstützt erste konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Luft ebenso wie die öffentliche Kommunikation der Städte. Die Öffentlichkeitsarbeit findet in sozialen Medien, in Schulen und in Townships statt. Die Stadtverwaltungen informieren über Luftqualität und ihre Auswirkungen, auch mit dem Ziel, Handlungsspielräume jedes einzelnen Menschen zu erhöhen.

Das Vorhaben unterstützt alle drei Städte dabei, ihre Online-Informationsplattformen zu pflegen und nutzerfreundlicher zu gestalten. Zudem werden einfach einzusetzende, kosteneffektive und auf die lokale Situation angepasste Vorgehensweisen definiert, um Emissionen zu verringern. Für diese Aufgabe kommt das Evaluationswerkzeug LEAP-IBC (Long-range Energy Alternative Planning – Integrated Benefits Calculator) zum Einsatz, das vom Kooperationspartner Stockholm Environment Institute entwickelt und bereitgestellt wird. Dieses Werkzeug zeigt anschaulich, welche Schritte der Emissionsverringerung welche positiven Auswirkungen haben können und wie hoch die Kosten dafür sind.

Das Umweltministerium Vietnams wird außerdem darin unterstützt, das nationale Umweltschutzgesetz zu überarbeiten.

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