Nachhaltige Stadtentwicklung – Smart Cities

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm Nachhaltige Stadtentwicklung – Smart Cities
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministerium für Wohnungswesen und städtische Angelegenheiten, Regierung Indiens
Ministry of Housing and Urban Affairs (MoHUA), Government of India
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

Ausgangssituation

Bis 2030 wird die städtische Bevölkerung Indiens auf 600 Millionen Menschen anwachsen. 2011 waren es noch rund 377 Millionen. Somit werden 2030 fast 40 Prozent der indischen Bevölkerung im städtischen Raum leben. Dieser rasante Urbanisierungsprozess trägt zu den komplexen Herausforderungen bei, mit denen indische Städte bereits heute konfrontiert sind, etwa der Bereitstellung angemessenen Wohnraums und Grundversorgungen wie Trinkwasser- und Sanitärversorgung, Abwasserbeseitigung und Abfallentsorgung.
Aktuell fehlen in indischen Städten fast 18,78 Millionen Wohneinheiten, insbesondere für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen. Zudem sind 27,5 Prozent der Haushalte in städtischen Mietwohnungen mit Problemen wie einem unzureichendem Zugang zur Grundversorgung und der Verletzung grundlegender Mindeststandards für menschlichen Wohnraum konfrontiert: Während lediglich ein Drittel der städtischen Haushalte über ein Abwassersystem versorgt wird, ist der übrige Teil auf dezentrale sanitäre Einrichtungen wie Klärtanks und Doppelgruben angewiesen. Darüber hinaus hat sich auch die Entsorgung fester Abfälle zu einer ernsthaften Sorge in den Städten ganz Indiens entwickelt.

Seit 2014 reagiert die indische Regierung auf diese städtischen Herausforderungen zunehmend mit der Einrichtung nationaler Städteprogramme, darunter Swachh Bharat Mission (SBM), Atal Mission for Rejuvenation and Urban Transformation (AMRUT) und Pradhan Mantri Awas Yojna (PMAY). Während die anfänglichen Förderstrategien überwiegend auf einzelne Sektoren ausgerichtet waren, verfolgt das Programm Nachhaltige Stadtentwicklung integrierte Ansätze und stärkt die Rolle der Bundesstaaten und Städte bei der Umsetzung.

Neben der Unterstützung des Ziels für nachhaltige Entwicklung 11, das die Länder zum Handeln ermutigt, um bis 2030 den Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und grundlegenden Dienstleistungen sicherzustellen, hat Indien auch sein Engagement für den Habitat-III-Prozess (2016) und die Neue Urbane Agenda (NUA), die dem Wohnungswesen besonderes Augenmerk widmet, bekräftigt.

Um diese Aufgaben wirksam umzusetzen, müssen institutionelle technischen Kapazitäten unter den Aspekten einer nachhaltigen Stadtentwicklung und integrierten Planung aufgebaut werden. Die Institutionen müssen künftig zur Bewältigung der wachsenden Herausforderungen einen sektorübergreifenden und integrierten Ansatz verfolgen.

Ziel

Zuständige nationale, bundesstaatliche und städtische Institutionen haben Ansätze der nachhaltigen Stadtentwicklung bei der Erbringung von städtischen Basisdienstleistungen und bei der Wohnraumversorgung in ausgewählten Smart Cities angewandt.

Vorgehensweise

Direkte Zielgruppe des Vorhabens ist die Bevölkerung der drei Smart Cities Bhubaneswar (in Odisha), Coimbatore (in Tamil Nadu) und Kochi (in Kerala), in denen 0,84, 1,05 bzw. 6,06 Millionen Menschen, darunter auch viele Slum-Bewohner, leben. Um die Bereitstellung von Wohnraum und eine Grundversorgung zu gewährleisten, verfolgt das Vorhaben einen ganzheitlichen Ansatz für nachhaltige Stadtentwicklung, der der Gesamtbevölkerung der Städte zugutekommen soll. Um dies zu erreichen, stärkt das Projekt Sustainable Urban Development - Smart Cities (SUD-SC) integrierte und sektorübergreifende Planungsansätze und erhöht damit Synergien und Finanzierungseffizienz. Weiteres Ziel ist es zudem, einen Rahmen für eine bessere Koordinierung der Sektorplanung und der nationalen städtischen Missionen und Programme zu schaffen.

Auf nationaler Ebene kooperiert das Projekt mit dem Ministerium für Wohnungswesen und städtische Angelegenheiten (MoHUA) und der indischen Regierung, um die Erfahrungen der drei Partnerstädte in anderen Städten im Rahmen innovativer Formen des kollegialen Voneinanderlernens und des Wissensaustauschs zu verbreiten und großflächig anzuwenden.

Wirkungen

  • Das Vorhaben unterstützt das MoHUA bei der strategischen Steuerung seiner nationalen Städteprogramme, der Optimierung der nationalen Rahmenbedingungen und der Verbreitung praxiserprobter Ansätze zur Bereitstellung städtischer Grundversorgungsleistungen.
  • Im Mittelpunkt steht die Unterstützung des MoHUA bei der Ausarbeitung einer Politik zur geschlechtergerechten Wohnraumbereitstellung und bei der Überwachung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung.
  • Das Vorhaben berät die drei Bundesstaaten bei der Optimierung und Ergänzung ihrer Strategien und Rahmenbedingungen, der Entwicklung praxisorientierter Ausbildungsprogramme sowie der Einrichtung von Plattformen für den horizontalen Austausch zwischen Städten.
  • Die Einführung integrierter Planungsansätze für die drei Smart Cities stärkt die sektorübergreifende Koordinierung und Teilhabe.
  • Schließlich unterstützt das Vorhaben die Entwicklung städtischer Grundversorgungsleistungen und angemessenen Wohnraums in armen und benachteiligten Stadtteilen.