Umweltprogramm Südkaukasus

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und Erhaltung von Ökosystemdienstleistungen für eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum des Südkaukasus (ECOserve)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Südkaukasus: Armenien, Aserbaidschan & Georgien
Politischer Träger: Ministerium für Gebietsverwaltung und Infrastruktur, Armenien, Ministerium für Landwirtschaft, Aserbaidschan, Aserbaidschan, Ministerium für Umweltschutz und Landwirtschaft, Georgien
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

1 Armenia - Syunik Region - Weidemanagement

Ausgangssituation

In allen drei Ländern ist eine gravierende Degradierung der jeweils vorherrschenden Landnutzungssysteme zu beobachten, die allmählich fortschreitet. In Armenien sind davon Weideflächen betroffen, in Aserbaidschan Ackerflächen und in Georgien Wälder. Darüber hinaus ist in Armenien und Georgien die Energiesicherheit für die ländliche Bevölkerung nicht gewährleistet. Auf allen Ebenen fehlen die für eine biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen notwendigen Daten, Vorschriften, bewährten Verfahren und Kompetenzen.

Ziel

Die Voraussetzungen für eine nachhaltige und biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen in den vorherrschenden Landnutzungssystemen des Südkaukasus sind verbessert; dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Energiesicherheit für die Landbevölkerung.

2 - Azerbaijan - Ismayilli Region - Biodiversitaet in Aktion

Vorgehensweise

In jedem der drei Länder wird in Bezug auf die Landnutzungssysteme ein eigener Ansatz verfolgt, der den spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Landes Rechnung trägt. In den Lösungsansätzen werden der Anteil des Landnutzungssystems an der Gesamtfläche des Landes, das Schutzbedürfnis, die Sicherung der Lebensgrundlagen der Landbevölkerung sowie die Schwerpunkte der jeweiligen Regierung berücksichtigt. In dieser konzeptionellen Ausrichtung spiegelt sich nicht zuletzt die in dem jeweiligen Land vorherrschende politische Dynamik wider. Der Bestand an Daten über die verschiedenen Formen der Landnutzung wird durch die Ergänzung von bereits bestehenden beziehungsweise neuen Informationssystemen sowie durch sozioökonomische Studien zu bestimmten Themen erweitert. Dadurch haben Fachkräfte und Entscheider*innen mehr und bessere Möglichkeiten, um gezielt geeignete politische Maßnahmen, Strategien und Bewirtschaftungsmethoden zu entwickeln. Gleichzeitig werden die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Verwaltungsverfahren angepasst, um eine nachhaltigere Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen zu fördern. 

In verschiedenen Pilotgebieten werden Methoden oder Innovationen für eine verbesserte Landnutzung sowie eine effizientere Bewirtschaftung der zum Heizen benötigten natürlichen Ressourcen entwickelt. Zu den natürlichen Ressourcen zählen beispielsweise Holz, Dung und Reststoffe aus der Landwirtschaft. Die neu entwickelten Methoden und Innovationen sollen replizierbar sein, damit sie vermarktet werden können. Darüber hinaus werden verbesserte Fort- und Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte sowie für die Ressourcennutzer angeboten, damit die Begünstigten zu einer nachhaltigeren Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen beitragen können. Außerdem entwickelt das Projekt Sensibilisierungs- und Bildungskampagnen für die breite Öffentlichkeit. Im Fokus stehen dabei Jugendliche und junge Erwachsene, die für Umweltfragen sensibilisiert werden sollen. Der Austausch zwischen Expert*innen aus den drei Ländern des Südkaukasus mit Fachkräften aus anderen Regionen wird sowohl durch direkte Kontakte als auch durch die Beteiligung an internationalen Prozessen gefördert.

Wirkungen

Es wurden Studien durchgeführt, um zu ermitteln, wie groß in den ländlichen Gebieten Armeniens und Georgiens Angebot und Nachfrage nach natürlichen Ressourcen zum Heizen sind. Mit den jeweiligen Partnern in den drei Ländern hat das Projekt erörtert, welche Rechtsvorschriften und Verwaltungsverfahren angepasst werden müssten. In allen drei Ländern wurden Pilotgebiete ausgewählt, und es werden landesweite Umfragen durchgeführt, um zu ermitteln, welche Kenntnisse, Einstellungen und Verhaltensweisen im Hinblick auf Umweltaspekte in der Bevölkerung vorhanden sind. Auf der Grundlage der Umfrageergebnisse können künftige Sensibilisierungskampagnen gezielt gestaltet werden. Außerdem wurden erste Gespräche mit den Umweltministerien geführt, um zu prüfen, ob die Möglichkeit besteht, gemeinsam an der bevorstehenden Vertragsstaatenkonferenz (COP) des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt teilzunehmen.

3 - Georgien - Saguramo - Buchenwald