Umweltprogramm Südkaukasus

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Management natürlicher Ressourcen und Erhalt von Ökosystemdienstleistungen für nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum im Südkaukasus (ECOserve)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Südkaukasus: Armenien, Aserbaidschan & Georgien
Politischer Träger: Armenien: Ministerium für Territoriale Administration und Entwicklung (Ministry of Territorial Administration and Development, MoTAD), Aserbaidschan: Landwirtschaftsministerium (Ministry of Agriculture, MoA), Georgien: Ministerium für Umweltschutz und Landwirtschaft (Ministry of Environmental Protection and Agriculture, MoEPA)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

1 Armenia - Syunik Region - Weidemanagement

Ausgangssituation

Der Südkaukasus gehört zu den weltweit artenreichsten und zugleich schutzbedürftigsten Gebieten. Der Umgang mit natürlichen Ressourcen wie Boden, Luft und Wasser gefährdet in Armenien, Aserbaidschan und Georgien die einzigarte Tier- und Pflanzenwelt. Handlungsbedarf besteht vor allem bei den Themen Walddegradation, Landwirtschaft und Überweidung. Darunter leidet insbesondere die ländliche Bevölkerung, die ihren Lebensunterhalt in genau diesen Bereichen sichert. Betroffen sind rund 1,5 Millionen Menschen in Armenien, 4,5 Millionen Aserbaidschaner*innen und 1,8 Millionen Georgier*innen. Näher betrachtet ergeben sich für die drei Südkaukasusstaaten im Hinblick auf die Bedeutung verschiedener Landnutzungssysteme und die politische Dynamik unterschiedliche Ausgangssituationen. Alle drei Länder nähern sich – unterschiedlich stark – an die EU an. So gibt es beispielsweise Assoziierungsabkommen mit Georgien und Partnerschaftsabkommen mit Armenien. Aufgrund dieser Entwicklungen müssen sich die Länder internationalen Standards anpassen, auch im Bereich des Managements natürlicher Ressourcen.

Ziel

Im Südkaukasus hat sich ein umweltfreundlicher Umgang mit der Natur etabliert, insbesondere im Hinblick auf die vorherrschenden Landnutzungssysteme. Zusätzlich hat sich die Energiesicherheit der ländlichen Bevölkerung verbessert.

2 - Azerbaijan - Ismayilli Region - Biodiversitaet in Aktion

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist auf ökologische Nachhaltigkeit ausgerichtet. Es umfasst Maßnahmen zur Einführung ressourcenschonender Bewirtschaftungsmethoden in der Forstwirtschaft und im Agrarbereich, einschließlich Weidewirtschaft.

Verfügbarkeit von Daten: Zusätzliche Daten über den Zustand der natürlichen Ressourcen (zum Beispiel die Tragfähigkeit von Weiden, Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen) werden durch Studien neu erhoben und ergänzt. Sozioökonomische Studien über Trends zum Ressourcenverbrauch werden erhoben und schaffen die Grundlage für politische Entscheidungsträger*innen, ökologische Aspekte in der Umsetzung aktueller Reformprozesse zu berücksichtigen und entsprechende Ansätze und Konzepte zu entwickeln und aufzugreifen.

Rechtliche Rahmenbedingungen: Das Projekt möchte laufende Reformprozesse stärken. In Armenien liegt der Schwerpunkt auf den Rechtsvorschriften zum Weidemanagement und einem verbesserten Waldmanagement. In Aserbaidschan wird die Regulierung der Agrarwirtschaft in Hinblick auf Umweltaspekte vorangetrieben. Georgien erhält Unterstützung bei den Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Forstgesetz. Insgesamt sollen Voraussetzungen für eine umweltschonende Nutzung der jeweiligen Landnutzungssysteme, also Wald-, Weide- und Landwirtschaft, entstehen.

Angepasste Praktiken: Durch einen „bottom-up“ Ansatz (von der lokalen Ebene bis auf die politische Ebene) sollen lokale Modelle für ein nachhaltiges und biodiversitätsfreundliches Ressourcenmanagement sowie erschwingliche Alternativen für die Nutzung von Feuerholz (Armenien und Georgien) und Dung (Armenien) für Heizzwecke identifiziert, erprobt und in anderen Regionen verbreitet werden.

Informations- und Bildungsangebote: Das Vorhaben arbeitet mit Bildungseinrichtungen zusammen. In Aus- und Fortbildungskursen erfolgen Studienkurse und Schulungen zu Umweltthemen, insbesondere zu Innovationen im nachhaltigen Ökosystemmanagement, Klimaschutz, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Dadurch sollen vor allem junge Menschen für den Wert von Artenvielfalt und Natur sensibilisiert werden.

Der Austausch von Fachkräften: Der Austausch von Fachkräften der drei Länder im Bereich Umweltschutz und Biodiversität wird verbessert. Dies soll gleichzeitig zur friedlichen Entwicklung in der Region beitragen. 

3 - Georgien - Saguramo - Buchenwald