Nachhaltige industrielle Produktion fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige industrielle Produktion in Indien
Auftrgageber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministerium für Umwelt, Wälder und Klimawandel
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

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Ausgangssituation

Das Wachstum der Industrie ist ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung Indiens. Die indische Regierung hat geplant, den Beitrag des verarbeitenden Gewerbes zum Bruttoinlandsprodukt bis 2021 von 16 auf 25 Prozent zu steigern und dadurch 100 Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen. Zurzeit gibt es etwa 3.000 Industriegebiete in Indien. Einige davon, wie die Industriekorridore, Investmentregionen und Produktionszonen, sind sehr groß.
Der Ausbau der Industrie ist mit verschiedenen Risiken verbunden. Dazu zählen eine höhere Umweltverschmutzung, die Übernutzung der natürlichen Ressourcen sowie die Zunahme von Abfällen und Abwässern, die die Ökosysteme bedrohen. 2009 erklärte die Zentrale Umweltüberwachungsbehörde (Central Pollution Control Board) 75 von 88 untersuchten Industriegebieten für hochgradig belastet. Hinzu kommen 351 Flussabschnitte, die als verunreinigt gelten (Stand 2018). Verschmutzungen durch Abfälle, Abwässer und Emissionen sowie die Übernutzung der natürlichen Ressourcen stellen ein erhebliches Risiko für die nachhaltige Entwicklung dar.
Die technischen, organisatorischen und personellen Kapazitäten auf Verwaltungsebene erschweren es zum Teil erheblich, Umweltmaßnahmen zu entwerfen und umzusetzen. Dies hat zur Folge, dass Verursacher von Umweltbelastungen keine Anreize haben, um in effizientere und umweltschonendere Produktionsweisen zu investieren.

Ziel

Die indische Regierung wird dabei unterstützt, ihre strategischen und organisatorischen Governance-Strukturen zur Bekämpfung industrieller Abwasserbelastung zu stärken.

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Vorgehensweise 

Das Projekt unterstützt eine umwelt- und klimafreundliche industrielle Entwicklung, wobei der Schwerpunkt auf dem Management von Industrieabwässern liegt. Aufbauend auf dem Vorgängermodul setzt das Projekt die dort gewonnenen Erfahrungen um, um umfassendere Rahmenbedingungen auf nationaler Ebene zu schaffen. Im Fokus stehen die Modernisierung von Abwasserbehandlungsanlagen sowie die anschließende Wiederverwendung von Abwässern, Effizienzsteigerung auf Produktionslevel (etwa effizientere Verwendung von Chemikalien), intensivere Umweltüberwachung, Infrastrukturausbau und Schulungsmaßnahmen von Anlagenbetreibern.

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In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Wälder und Klimawandel und Ämtern wie dem Central Pollution Control Board erarbeitet das Projekt, wie die Erfüllung höherer Umweltstandards im Abwassermanagement durch angepasste gesetzliche Grundlagen, verbesserte Governance-Strukturen oder gestärkte Anreizmechanismen gefördert werden kann. Die Kompetenzen von Beamt*innen und verantwortlichem Personal werden sowohl im Bereich der Technik als auch der Prozessabläufe durch Austausch und gezielte Trainings gefestigt. Auf Organisationsebene berät das Projekt die öffentlichen Stellen zu (Weiter-)Entwicklung von politischen Instrumenten, Prozessen und deren praktischer Umsetzung. Durch den Austausch mit Behörden aus dem Wirtschaftsbereich wird vermieden, dass die angestrebten Umweltmaßnahmen durch ökonomische Interessen an Bedeutung verlieren.