Feuchtgebiete als wichtige Pfeiler für Biodiversitäts- und Klimaschutz

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Feuchtgebiete als wichtige Pfeiler für Biodiversitäts- und Klimaschutz
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministerium für Umwelt, Wald und Klimawandel (MoEFCC)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2022

GIZ_Neeraj Khera

Ausgangssituation

Feuchtgebiete sind Ökosysteme, die sich im Übergangsbereich zwischen Land und Wasser befinden. Sie begegnen uns beispielsweise in Form von Sümpfen, Lagunen, Ästuaren, Mangrovenwäldern, Mooren, Weihern, Seen, Auen oder Deltas. Feuchtgebiete sind aufgrund ihrer hohen Produktivität ein wichtiger Teil des globalen Wasserkreislaufs und zeichnen sich durch eine große Artenvielfalt aus.

Indien beherbergt auf einer Fläche von über 152.600 Quadratkilometern mehr als 750.000 Feuchtgebiete. Zwischen dem Transhimalaya und den Inseln des Landes verteilen sich diese äußerst vielfältigen Lebensräume auf zehn biogeografische Zonen und erbringen diverse Ökosystemleistungen. Dazu gehören neben der Bereitstellung von Süßwasser, Nahrungund Brennstoff auch die Anreicherung und Reinigung des Grundwassers, die Beseitigung von Abfallstoffen, die Minderung von Überschwemmungen, der Erosionsschutz und die Kohlenstoffspeicherung. Sie stellen zudem eine kulturelle Ressource dar und werden vielfach als Erholungsräume genutzt. Die Feuchtgebiete in Indien bilden die Lebensgrundlage für Millionen von Menschen, und im Rahmen der Ramsar-Konvention wurde die internationale Bedeutung von 27 dieser Biotope anerkannt.

Durch Trockenlegung und Umwandlung in Kulturland, Verschmutzung, Bauprojekte, Übernutzung und die Auswirkungen des Klimawandels sind viele Feuchtgebiete jedoch in ihrem Bestand gefährdet. Das Verschwinden dieser Ökosysteme bedroht die Artenvielfalt und führt dazu, dass der Nutzen der Ökosysteme für die Gesellschaft spürbar zurückgeht. Feuchtgebiete tragen in Indien maßgeblich zur Erhaltung der Artenvielfalt, dem Klimaschutz sowie zur Wasser- und Ernährungssicherheit bei.

Ziel

Der institutionelle Rahmen und die Kapazitäten für ein ökosystembasiertes und integriertes Management von Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung (Ramsar-Gebiete) in Indien wurden gestärkt.

GIZ_RiteshSharma

Approach

Das Projekt „Feuchtgebiete als wichtige Pfeiler für Biodiversitäts- und Klimaschutz“ steht im Einklang mit dem National Plan for Conservation of Aquatic Ecosystems (NPCA) des indischen Ministeriums für Umwelt, Wald und Klimawandel (MoEFCC). Für die Umsetzung des Projekts wurden drei zentrale Aufgabenbereiche festgelegt:

  • Aufstellung von integrierten Managementplänen für 3-4 ausgewählte Ramsar-Gebiete unter Berücksichtigung von Biodiversität, Ökosystemleistungen und der mit dem Klimawandel verbundenen Risiken
  • Ausbau der Kompetenzen von Stakeholdern auf nationaler, bundesstaatlicher und lokaler Ebene im Rahmen eines Ökosystemansatzes für Feuchtgebiete
  • Entwicklung eines Monitoringsystems für Feuchtgebiete einschließlich eines Verfahrens zur Überwachung der Managementeffektivität

Für das Projekt wurden vier mögliche Pilotgebiete unter den Ramsar-Gebieten ausgewählt: Der Pong Dam Lake und der Renuka Lake in Himachal Pradesh, die Mangrovenwälder des Bhitarkanika Nationalparks in Odisha sowie das Point Calimere Wildlife and Bird Sanctuary in Tamil Nadu. Die bundesstaatliche Behörde Chilika Development Authority wurde als Kompetenzzentrum für das Management von Feuchtgebieten identifiziert.

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