Kultur und sozialen Zusammenhalt fördern

Projektbeschreibung

Bezeichnung: Donko ni Maaya – Krisenprävention und Stärkung der sozialen Kohäsion durch die Förderung des Kultursektors in Mali
Auftraggeber: Auswärtiges Amt (AA)
Land: Mali
Politischer Träger: Malisches Kulturministerium
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

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Ausgangssituation

Die Republik Mali stürzte im Jahr 2012 in eine schwere politische und Sicherheitskrise. Grund dafür war ein Militärputsch und eine Allianz zwischen separatistischen Rebellen und terroristisch-islamistischen Gruppen. Nach Rückeroberung des Nordens mit Hilfe internationaler Militäreinsätze und der Stationierung einer Mission der Vereinten Nationen (MINUSMA) kehrte das Land 2013 mit der Durchführung von Wahlen zu demokratischen Verhältnissen zurück. In vielen Regionen hat sich jedoch seitdem die Sicherheitslage durch die Zunahme von Terroranschlägen und interethnischen Konflikten verschlechtert.

Dem in Mali traditionell eher moderaten Islam steht landesweit ein zunehmender radikalislamistischer Einfluss entgegen. Dieser bedroht den traditionellen Zusammenhalt der malischen Gesellschaft und die kulturelle Ausdrucksfreiheit. Der fortdauernde Konflikt, die Schwäche des Staates und das Ausbreiten extremistischer Kräfte, die Kultur für eigene Zwecke instrumentalisieren und als Identifikationsmittel missbrauchen, bilden einen fruchtbaren Boden für gewaltbereiten Extremismus. Vor allem die junge Bevölkerung ist gefährdet. Trotzdem kann in der Hauptstadt das Entstehen urbaner Subkulturen beobachtet werden, zum Beispiel Rap, Hip-Hop, Slam und moderner Tanz. Das Internet hat die zentrale Rolle zu ihrer Verbreitung eingenommen. Eine Mali-spezifische, sich autonom entwickelnde Jugendkultur auf der Basis toleranter, lebensfroher Traditionen bietet den Jugendlichen eine alternative Orientierung und trägt dazu bei, die Ausbreitung extremistischer Kräfte einzudämmen und politische Teilhabe zu fördern. 

Ziel

Jugendlichen werden Alternativen zu extremistischen Positionen angeboten. Als „Agents of Change“ (dt. Erneuerer) und durch kulturelle Ausdrucksmöglichkeiten nehmen sie eine positive und aktive Rolle bei der Bekämpfung des Extremismus, in der politischen Teilhabe, bei der Stärkung des sozialen Zusammenhalts und damit in der Krisenprävention ein.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben stärkt den sozialen Zusammenhalt und zeigt den Jugendlichen Perspektiven auf. Es fördert die städtische (Sub-) Kultur, indem es ausgewählte Kultur- und Stadtteilzentren dabei unterstützt, die Qualität und Quantität ihres kulturellen Angebots zu verbessern. Neben der Beratung bei der Professionalisierung der Arbeit der Kulturzentren liegt ein Fokus darauf, dass ein spezielles Kulturangebot für Jugendliche angeboten wird.

Darüber hinaus berät das Vorhaben dazu, kulturelle Initiativen bekannter zu machen. Kulturschaffende werden darin unterstützt, ihre Produktionen – etwa in Urban Arts, Musik, modernem Tanz, Theater, Kunst, YouTubing, Film – zu verbessern und die bestehenden Kanäle zur landesweiten Verbreitung zu nutzen. 

Das Vorhaben befähigt auch Behörden wie zum Beispiel das Kulturministerium durch Fortbildungen dazu, ihre Rolle im Kulturbereich besser wahrzunehmen. Um den sozialen Zusammenhalt zu stärken, verbessert es die Zusammenarbeit der Gemeinden mit Akteuren des Kultursektors und Jugendlichen im Rahmen der lokalen Politikgestaltung und fördert so demokratische Teilhabe. 

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Wirkung

  • Der malische Jugendminister Amadou Koita und der deutsche Außenminister Heiko Maas eröffneten gemeinsam das Kick-off-Event des Vorhabens. Diese Veranstaltung förderte den Austausch zwischen profilierten Akteuren der malischen Kulturszene und bot darüber hinaus jungen Talenten eine Bühne. Im Nachgang sind neue Kooperationen zwischen den Kulturakteuren entstanden, etwa eine Zusammenarbeit zwischen der Frauen-Slam-Gruppe Malinke und einem Musikvideoproduzenten. Gemeinsam arbeiten sie an einem Slam mit dem Thema sozialer Zusammenhalt.
  • Das mit dem Adenauer-de Gaulle-Preis ausgezeichnete deutsche Rap-Duo Zweierpasch animierte beim Hip-Hop-Festival Rapou Dogon Kun einen Workshop zur gesellschaftlichen Verantwortung von Rapper*innen. Dort teilten sie ihre Erfahrungen mit 150 jungen malischen Künstler*innen. Am Festival, das verantwortungsvollen Rap fördert, nahmen etwa 10.000 Menschen teil. Das Vorhaben lud Zweierpasch nach Mali ein und unterstützte die Veranstaltung sowohl bei der Umsetzung der Workshops als auch bei der Kommunikationsstrategie. 

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