Erhalt der Biodiversität an Land

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorvorhaben Erhalt der Biodiversität an Land
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

GIZ_Maithe Rosier

Ausgangssituation

Die biologische Vielfalt (Biodiversität) umfasst die genetische Vielfalt, Artenvielfalt und Vielfalt von Ökosystemen und ist die Grundlage unseres Lebens. Viele entwicklungspolitische Ziele wie Ernährungssicherung, Armutsbekämpfung, Klimaschutz und -anpassung hängen von Ökosystemleistungen ab. Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist daher eine der wichtigsten Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung. Das gilt vor allem in den Ländern der (Sub-)Tropen, die etwa 80 Prozent der weltweiten Biodiversität beherbergen und deren Wirtschafts- und Lebensgrundlage wesentlich von der biologischen Vielfalt abhängen. Der zunehmende Verlust an Biodiversität gefährdet allerdings unsere wirtschaftliche, soziale und kulturelle Basis und bedroht die Entwicklung aller zukünftigen Generationen.

Der Erhalt der Biodiversität ist deshalb eine globale Aufgabe und hat eine vergleichbare Dimension wie der Klimaschutz. Er spiegelt sich als zentrale entwicklungspolitische Herausforderung in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen wider. Das Nachhaltigkeitsziel 15 – „Leben an Land“ – adressiert spezifisch den Schutz der terrestrischen Biodiversität und die nachhaltige Nutzung von Landökosystemen. Die internationale Staatengemeinschaft verpflichtet sich seit 1992 mit dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) und seinen Umsetzungsinstrumenten dazu, die Biodiversität weltweit zu erhalten.

Ziel

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gestaltet mit den Beiträgen des übergreifenden Vorhabens Politik- und Umsetzungsprozesse, die dem Erhalt der Biodiversität an Land dienen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Erreichen der Ziele der Agenda 2030 und der CBD.

Vorgehensweise

Um internationale und nationale Prozesse mitzugestalten und die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) im Bereich Erhalt der Biodiversität an Land weiterzuentwickeln, ist es notwendig, Wissen zu aktualisieren und innovative Ansätze zu erarbeiten, zu erproben und zu verbreiten. Dies erfordert eine kontinuierliche fachliche Begleitung zahlreicher biodiversitätsrelevanter Themen und die Aufarbeitung sowie Verbreitung der langjährigen Erfahrungen der EZ.

Das Vorhaben unterstützt das BMZ dabei, entwicklungspolitische Positionen zum Erhalt der Biodiversität an Land in nationale und internationale Politikprozesse einzubringen, zum Beispiel in die Verhandlungen zur Agenda 2030 oder der CBD. Es berät das BMZ bei der Steuerung und Weiterentwicklung der Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Biodiversitätserhalt sowie bei der Umsetzung von Initiativen, so setzt es thematische Akzente. Das Vorhaben knüpft dazu an die Erfahrungen vorhergehender Maßnahmen an. Es arbeitet konzeptionell eng mit dem übergreifenden Vorhaben „Meeresschutz“ zusammen und steht im engen Austausch mit anderen EZ-Maßnahmen und -Akteuren. Die entwicklungspolitische Praxis wird erfasst und überprüft, um Handlungswissen zu generieren und die Effektivität vorgeschlagener Konzepte und Initiativen zu gewährleisten.

Wirkung

Mit Hilfe der professionellen Beratungsleistungen des Vorhabens gestaltet das BMZ internationale und nationale entwicklungsorientierte politische Prozesse mit, steuert sein biodiversitätsrelevantes Portfolio beziehungsweise entwickelt dieses weiter. Beispielsweise erarbeitet und verbreitet es im Rahmen der BMZ-Beratung Strategien, Konzepte und Instrumente. Diese finden Eingang in die Umsetzung internationaler Vereinbarungen oder werden – entsprechend der Schwerpunkte und politischen Steuerungsentscheidungen des BMZ – in EZ-Vorhaben auf Ebene der Partnerländer genutzt.

Derzeit setzt das Vorhaben im Auftrag des BMZ und zusammen mit dem Word Wide Fund For Nature (WWF) eine Initiative um, die die Nachfrage von Elfenbein in China reduzieren soll. Ziel ist es, die Wilderei von Elefanten einzudämmen. Durch die Beratungsleistung an das BMZ trägt das Vorhaben indirekt zum Erhalt der Biodiversität sowie zur nachhaltigen Nutzung von Ökosystemleistungen und somit zu einer nachhaltigen Entwicklung bei.