Förderung wirtschaftlicher Perspektiven für Flüchtlinge und auf-nehmende Gemeinden in der Türkei (PEP)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung wirtschaftlicher Perspektiven für Flüchtlinge und auf-nehmende Gemeinden in der Türkei
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Türkei
Politischer Träger: Vizepräsidialamt der Türkei
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2023

PEP Programme COVID19 Support

Ausgangssituation

Im letzten Jahrzehnt wurden Millionen von Syrerinnen und Syrer aufgrund der anhaltenden Konflikte in Syrien gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben und verloren ihre Lebensgrundlage. Derzeit versuchen weltweit mehr als 5,5 Millionen syrische Flüchtlinge ihr Leben in den aufnehmenden Ländern wieder-aufzubauen. Weltweit hat die Türkei die größte Anzahl von Flüchtlingen aufgenommen. Mehr als 3,6 Millionen Syrerinnen und Syrer leben mit einem temporären Schutzstatus im Land.

Die seit Anfang 2020 weltweit und in der Türkei getroffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hatten weitreichende Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen vieler Menschen. Die Ein-schränkungen des täglichen Lebens haben zur Schließung von Unternehmen geführt und die Lebens-bedingungen vieler Beschäftigter verschlechtert.

Das Programm setzt in der Türkei eine Vielzahl von Maßnahmen um, die darauf abzielen, die wirt-schaftlichen Perspektiven von Flüchtlingen und aufnehmenden Gemeinden zu verbessern. Damit wird die systemische Resilienz der Gesellschaft gegenüber nationalen und globalen Stressfaktoren ge-stärkt.

Ziel

Die Aufnahmegesellschaft, die Flüchtlinge, die Unternehmen und die lokale Wirtschaft sind gegenüber globalen Belastungen widerstandsfähiger. Gleichzeitig sind die sozioökonomischen Bedingungen, der soziale Zusammenhalt sowie die ökologische Nachhaltigkeit verbessert.

PEP Programme Employment

Vorgehensweise

Das Maßnahmenpaket des Vorhabens umfasst die Förderung von beruflichen Qualifikationen und Kompetenzentwicklung, die Förderung menschenwürdiger Beschäftigungsbedingungen im privaten und öffentlichen Sektor, die Unterstützung von Kleinst- und Kleinunternehmen und Existenzgründun-gen, die Formalisierung von nicht registrierten Unternehmen des informellen Sektors, die Entwicklun-gen der Kapazitäten von Dienstleistern, die für die Entwicklung von Unternehmen wichtig sind, und schließlich die Förderung von Synergien zwischen öffentlichen und privaten Akteuren.

Durch Schwerpunktbereiche wie eine ökologische Wirtschaft, öffentlich-private Dialogveranstaltungen (PPD) und die Digitalisierung will PEP die Beschäftigungsfähigkeit erhöhen, Arbeitsplätze schützen bzw. neue Arbeitsplätze schaffen und KKMU und das Geschäftsumfeld in städtischen und ländlichen Gebieten verbessern. Dazu arbeitet PEP mit in- und ausländischen Partnern zusammen.

PEP wird Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden auch künftig im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie unterstützen. So führt das Programm mehrere Maßnahmen durch, um die sozioökonomi-schen Auswirkungen der Pandemie zu lindern, beispielsweise durch die Zahlung von Kurzarbeitergeld an Menschen, die keine staatlichen Unterstützungsleistungen erhalten (bzw. als Kompensation für ausgesetzte Weiterbildungsmaßnahmen), die Organisation von Online-Schulungen, finanzielle Über-brückungsleistungen in Form von Mietzuschüssen, Sozialversicherungsbeiträgen und Zuschüssen zum Mindestlohn, die Unterstützung von kommunalen Suppenküchen sowie die Bereitstellung von Sachleis-tungen für besonders gefährdete Familien. Darüber hinaus fördert das Projekt die Herstellung von Masken und Gesichtsvisieren.

Wirkungen

Mit Stand Dezember 2020 setzt PEP gemeinsam mit mehr als 20 verschiedenen Durchführungspart-nern Projekte in 11 Provinzen der Türkei um. Bislang wurden mit einer Vielzahl von Partnern, darunter Ministerien, Kammern sowie verschiedene in- und ausländische NROs, 19 verschiedene Projekte durchgeführt. Dabei wurden unter anderem folgende Ziele erreicht: 

Mehr als 5.000 Personen und ihre Familien haben direkt von den PEP-Maßnahmen profitiert.

Die Beteiligungsquote für Frauen liegt insgesamt bei 46 Prozent.

Mehr als 1.700 Begünstigte wurden beschäftigt.

Rund 3.000 Begünstigte haben eine berufliche Qualifizierung erworben.

Mehr als 490 Unternehmen sind dabei, sich registrieren zu lassen.

33 Unternehmensgründungen wurden unterstützt.

Mehr als 1.700 Teilnehmende haben den Mindestlohn und eine Sozialversicherung erhalten.

Rund 900 Arbeitsgenehmigungen wurden für Syrerinnen und Syrer erteilt.

Rund 2.200 Begünstigte haben ihre Türkischkenntnisse verbessert.

Es wurden mehr als 120 Maßnahmen zur Stärkung des sozialen Zusammenhalt durchgeführt, um die Verbundenheit und Solidarität zwischen türkischen Bürgerinnen und Bürgern und den syrischen Flücht-lingen zu verbessern.

Stand: Dezember 2020
 

PEP Programme Vocational Training

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