SICA: Förderung der Geothermie in Zentralamerika (Geo I)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Geothermie in Zentralamerika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, PanamaCosta Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama
Politischer Träger: Zentralamerikanisches Integrationssystem
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

1_Geothermievorkommen in Ahuachapan_El Salvador_© Deutsche Welle

Ausgangssituation

Als Teil des Pazifischen Feuerrings, einer Region, die durch eine große Anzahl von sowohl aktiven als auch inaktiven Vulkanen geprägt ist, verfügt Zentralamerika über ein erhebliches Potenzial an Geothermie. Es wird derzeit auf über 6.000 Megawatt eingeschätzt. Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energiequellen wie Wind-, Wasser- und Solarenergie kann Geothermie zu jeder Zeit und bei jedem Wetter genutzt werden. Geothermische Anlagen basieren zudem auf einer klimaresilienten Infrastruktur – sie überdauern Stürme, Meerspiegelanstiege, Erderwärmung und Dürren. Geothermie kann folglich erheblich zu einer stabilen und gesicherten energetischen Grundversorgung in der Region beitragen.

Die nationalen Regierungen Zentralamerikas haben diese Chance erkannt und möchten die derzeit acht  Prozent installierte Leistung in der Region weiter ausbauen. Geothermie ist in der Praxis allerdings weiterhin limitiert, da das derzeitige Investitionsklima für die Umsetzung von Geothermie-Vorhaben in der Region ungünstig ist. Die wirtschaftliche Nutzung von Geothermie ist durch problematische gesetzliche Rahmenbedingungen behindert. Die Standortsuche und erforderlichen Bohrungen erfordern hohe Investitionen und es fehlt an spezifischem Fachwissen.

Ziel

In Zentralamerika wird Geothermie verstärkt nachgefragt und das Investitionsklima zur Förderung von Geothermie-Vorhaben verbessert sich zunehmend.

2_Pilotprojekt zur Kaffeetrocknung von LaGeo_El Salvador_© GIZ

Vorgehensweise

Das Regionalvorhaben ist Teil des Programms „Geothermie in Zentralamerika“ und wird im Zuge der Deutschen Klima- und Technologieinitiative (DKTI) durchgeführt.

Das Vorhaben arbeitet in einem engen Zusammenspiel mit zwei weiteren Projekten aus dem Programm: „Geothermal Development Facility (GDF)“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und „Identifikation von Geothermie-Vorhaben in Zentralamerika“ der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). 

Das Regionalvorhaben arbeitet in fünf Handlungsfeldern:

  • So unterstützt das Projekt Entscheidungsträger*innen dabei, die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. 
  • Außerdem zeigt das Vorhaben Investor*innen und Entscheidungsträger*innen die technische und wirtschaftliche Machbarkeit des Einsatzes von Geothermie auf. Es fördert die Umsetzung von Pilotmaßnahmen und begleitet Investor*innen und Projektentwickler*innen und Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Vorhaben.
  • Das Vorhaben fördert fachliche Kompetenzen und eine institutionelle Verankerung des Qualifizierungsangebotes in der Region. 
  • Darüber hinaus ist ein regionaler Dialog vorgesehen, damit in den jeweiligen Ländern Prozesse angestoßen werden, die zu einem weiteren Ausbau der Geothermie in der Region führen. 
  • Zuletzt soll durch Information, Beratung und Bewerbung ein Fachnetzwerk für Geothermie entstehen. 

Bei der Umsetzung bindet das Vorhaben das vorhandene Know-how Deutschlands im Bereich Geothermie mit ein und trägt zu einem Technologietransfer bei.

Wirkungen

  • Die Wahrnehmung für Geothermie als stabile und klimaresiliente Energiequelle und somit wertvolle Ressource in der Region hat sich verbessert.
  • •    Grundsteine für regulatorische Rahmenbedingungen wurden auf die Wege gebracht – sowohl in einzelnen Staaten Zentralamerikas als auch regional. Bei der Aktualisierung der zentralamerikanischen Strategie für nachhaltige Energie 2030 nimmt Geothermie eine größere Bedeutung ein. 
  • Das Vorhaben unterstützt Projektentwickler*innen bei der Durchführung von Pilotvorhaben mit Fokus auf Direktwärmenutzung von Geothermie. So werden das salvadorianische Unternehmen LaGeo und der Energieversorger ICE aus Costa Rica unterstützt, die Kaskaden-Nutzung bestehender Geothermiekraftwerke auszubauen. Darunter wird die Nutzung der Restwärme nach der Verstromung in der Dampfturbine verstanden, in El Salvador zur Kaffeebohnenröstung und Pasteurisierung von Milch, in Costa Rica zur Trocknung von Getreide. Mit dem Energiesekretariat in Honduras arbeitet das Vorhaben zur Projektentwicklung der Direktwärmenutzung bei der Käseproduktion. Durch diesen Ansatz werden grüne Arbeitsplätze um die Kraftwerke herum geschaffen und Bevölkerungsgruppen mit geringem Bildungsgrad integriert.
  • Das Regionalkomitee für Zentralamerika und der Karibik übernahm in 2016 die Funktion der regionalen Informationsplattform zur Nutzung von Erdwärme. Wissensbedarf wird im Netzwerk ermittelt und in Präsenzveranstaltungen, Webseminaren und Publikationen thematisiert.
  • Es werden technisch anspruchsvolle Kurse zur Fort- und Weiterbildung in Geothermie in Zentralamerika angeboten – die Nachfrage steigt konstant und bis dato wurden über 200 Fachkräfte ausgebildet (Stand: Juli 2019).
3_Río Aguas Calientes_Costa Rica ©Karla Hernandez Chanto_GIZ

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