Erhalt der Artenvielfalt in Schutzgebieten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung von Schutzgebieten als Beitrag zum Erhalt von Ökosystemleistungen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mongolei
Politischer Träger: Ministerium für Umwelt und Tourismus
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

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Ausgangssituation

Die abwechslungsreichen Regionen der Mongolei bilden Lebensräume für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Diese biologische Vielfalt bildet die wirtschaftliche und kulturelle Grundlage für die Bevölkerung sowie die Entwicklung des Landes. Um die Biodiversität zu schützen, hat die Regierung auf annähernd 30 Prozent der Landesfläche nationale und lokale Schutzgebiete eingerichtet. Klimawandel und die Nutzung der natürlichen Ressourcen gefährden jedoch Artenvielfalt und Ökosysteme dieses umfangreichen Schutzgebietssystems.

Ein großer Teil der ländlichen Bevölkerung lebt in Pufferzonen, die die Schutzgebiete umschließen. Werden diese geschädigt, betrifft das auch die Lebensgrundlage der armen ländlichen Bevölkerung. Dabei können die Schutzgebietssysteme den Schäden bisher nicht ausreichend selbst entgegenwirken. Dafür sind diese finanziell zu gering ausgestattet. Darüber hinaus fehlen fachliche und technische Fähigkeiten sowie Personal in den Schutzgebietsverwaltungen.

Ziel

Die Rahmenbedingungen für die langfristige Entwicklung von Schutzgebieten in der Mongolei sind verbessert.

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Vorgehensweise

Das Projekt fördert die finanzielle Selbstbestimmung von Schutzgebietsverwaltungen. So berät das Vorhaben das Ministerium für Umwelt und Tourismus bei der Erarbeitung von Regelungen, die den Schutzgebietsverwaltungen eigene Einnahmen verschaffen. Dadurch können sie ihr Management finanziell unabhängiger gestalten und Einnahmen wieder in die Schutzgebiete investieren.

Gleichzeitig verbessert das Vorhaben die Abstimmung der Akteure innerhalb ausgewählter Naturschutzlandschaften. Darüber hinaus setzt sich das Vorhaben für ein koordinierteres Handeln der beteiligten Regierungsbehörden und der Interessengruppen ein, um gegenseitige Potenziale besser zu nutzen. Ziel des Projekts ist auch, großräumige Naturlandschaften zu erhalten sowie Wanderrouten gefährdeter Tierarten sinnvoller unter Schutz zu stellen.

Das Vorhaben entwickelt einen umweltverträglichen Tourismus in den Schutzgebietsregionen und berät die Naturressourcenbewirtschaftung in und um Schutzgebiete. Außerdem sorgt das Projekt dafür, dass das Konzept des Schutzgebiets bei Interessengruppen bekannt ist. Das Vorhaben entwickelt eine Umweltkommunikationsstrategie für das Schutzgebietssystem und setzt ausgewählte Bestandteile um. Maßnahmen wie zum Beispiel Social-Media-Kampagnen und unterhaltende Bildungsmaßnahmen sind vorgesehen, um Besucher*innen, der Bevölkerung und Fachleuten mehr Wissen zu vermitteln.

Die Armut von Teilen der ländlichen Bevölkerung ist mitverantwortlich für die Übernutzung der natürlichen Ressourcen (also Weide, Wald, Wildtiere) in Schutzgebieten und Pufferzonen. Zielgruppe ist aus diesem Grund die ländliche Bevölkerung, die in oder zwischen Schutzgebieten sowie deren Randzonen lebt. Alternativen zur Nutzung der Schutzgebiete werden entwickelt und umgesetzt. Weiterhin erhält das Fach- und Führungspersonal des Ministeriums für Umwelt und Tourismus Politikberatung und wird beim Aufbau von Kompetenzen unterstützt. Das Projekt berät insbesondere die Mitarbeiter*innen der Abteilung für Schutzgebietsmanagement sowie der lokalen Schutzgebiets-verwaltungen. Hinzu kommen Mitarbeiter*innen der Verwaltungen von Schutzgebiets- und Pufferzonenmanagement sowie andere beteiligte Institutionen, und Organisationen, darunter Pufferzonenkomitees, Nichtregierungsorganisationen und Tourismusunternehmen.

Mit all diesen Maßnahmen schafft das Projekt in Ortschaften, Regionen aber auch überregional Voraussetzungen für ein umweltverträgliches Management der Schutzgebiete. Auf diesem Weg sollen Artenvielfalt und Lebensgrundlage der Bevölkerung geschützt werden.

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