Wiederaufbau von Waldlandschaften (Grüner Entwicklungsfonds/REDD+ Landscape)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wiederaufbau von Waldlandschaften in Zentralamerika und der Dominikanischen Republik und Umsetzung des Grünen Entwicklungsfonds/REDD+ Landscape
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: El Salvador, Costa Rica, Guatemala, Dominikanische Republik, Belize, Honduras, Nicaragua, Panama
Politischer Träger: SG-SICA; Secretaría General del Sistema de la Integración Centroamericana
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2022

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Ausgangssituation

Zentralamerika macht gerade einmal 0,5 Prozent der Erdoberfläche aus. Auf dieser verhältnismäßig kleinen Fläche sind rund acht Prozent der Arten weltweit vertreten. Gleichzeitig ist es die von den Folgen des Klimawandels am stärksten betroffene tropische Region der Erde. Waldverluste, Bodenzerstörung durch nicht angepasste landwirtschaftliche Nutzung und Monokulturen erhöhen zusätzlich die Anfälligkeit für die Folgen des Klimawandels. 

Dabei wächst die Bevölkerung. In Kombination mit der hohen Armut und schwacher politischer Strukturen sind die verbleibenden Wälder stark gefährdet. Waldflächen sind zunehmend zerstückelt. Sie können ihre wichtigen Funktionen für Wasserhaushalt, Bodenschutz und Artenvielfalt nicht mehr erfüllen. Viele Regierungen setzen deshalb auf den Wiederaufbau von Waldlandschaften und beteiligen sich an der internationalen Initiative der Bonn Challenge. Deren Ziel ist es, 150 Millionen Hektar Wald bis zum Jahr 2020 und 350 Millionen Hektar Wald bis 2030 wieder herzustellen. Durch den Wiederaufbau wald- und baumreicher Landschaften (Forest Landscape Restoration, FLR) sollen wichtige Umweltdienstleistungen gesichert und die Widerstandfähigkeit der Ökosysteme und der von ihnen abhängigen Bevölkerung gestärkt werden. Dies sind Kernbausteine für die zukünftige Anpassungsfähigkeit der Region an die Folgen des Klimawandels.

Für die Bonn Challenge hat Zentralamerika eine Vorreiterrolle übernommen. Acht Millionen Hektar Wald sollen in der Region wiederentstehen. In allen acht Mitgliedsländern der Zentralamerikanischen Kommission für Umwelt und Entwicklung (CCAD) sind nationale Strategien und Mechanismen zur Umsetzung und Finanzierung entstanden. Allerdings fehlen präzise politische und technische Vorgaben, (Management-)Fähigkeiten und Erfahrungen zur großflächigen Umsetzung von Maßnahmen.

Ziel

In ausgewählten Landschaften Zentralamerikas und der Dominikanischen Republik ist die Masse an gebundenem Kohlenstoff erhöht, die Regulierung des Wasserhaushalts verbessert und die Anpassungsfähigkeit an die Folgen des Klimawandels gestärkt.

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Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt mindestens sechs Länder dabei, Umsetzungs- und Finanzierungsmechanismen für den Wiederaufbau von Waldlandschaften aufzubauen, weiterzuentwickeln und umzusetzen. Dazu werden nationale Strategien, Instrumente und Bestimmungen eingeführt, gesetzlich verankert und umgesetzt. Landnutzende indigene Gruppen und ihre Vertretungsorgane sowie Frauen werden systematisch eingebunden. Dadurch werden sie für die Bedeutung und Umsetzungsmöglichkeiten von Maßnahmen zum Wiederaufbau und Schutz des Waldes sensibilisiert. 

Darüber hinaus erhält das Fachpersonal Schulungen. Wissen und Erfahrungen sollen über eine Plattform bei der Zentralamerikanischen Umwelt- und Entwicklungskommission CCAD (Comisión Centroamericana de Ambiente y Desarrollo), der Unterorganisation für Umwelt und Entwicklung des SICA, regional verbreitet werden. Der in das Programm integrierte „Green Development Fund“ der Europäischen Union stellt den nationalen Finanzierungsmechanismen Projektmittel zur Verfügung. Dadurch können Kommunen und lokale Landnutzer Pilotprojekte auf der Basis von Landnutzungs- und Managementplänen realisieren. Ergänzend wirbt das Projekt zusätzliche öffentliche und private Investitionen ein.

Um einen anhaltenden Austausch von Erfahrungen einzuführen, ist geplant, eine regionale Wissensplattform aufzubauen und ein Netzwerk für den Wiederaufbau wald- und baumreicher Landschaften einzurichten. Im Netzwerk sollen dann Workshops, Arbeitsgruppen und Dialoge stattfinden. Weiterhin unterstützt das Projekt den Aufbau eines Saatgutzentrums in El Salvador, damit sich die Verfügbarkeit von Qualitätssaatgut verbessert.

Das Vorhaben unterstützt außerdem die CCAD dabei, die Bonn Challenge Initiative auch im benachbarten Karibikraum zu verbreiten.