Partnerschaften für die Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im südlichen Afrika aufbauen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im südlichen Afrika
Auftraggeber: Deutsches Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Südafrika, Lesotho, Sambia, Simbabwe
Politischer Träger: Südafrika: Südafrika: Ministerium für Frauen, Jugend und Menschen mit Behinderungen; Lesotho: Ministerium für Geschlechterfragen, Jugend, Sport und Freizeit; Sambia: Provinzregierung der Südprovinz
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

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Ausgangssituation

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eine ernst zu nehmende und verbreitete Verletzung der Menschenrechte. Im internationalen Vergleich ist dieses Problem in Südafrika, Lesotho, Sambia und Simbabwe besonders ausgeprägt. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist in weiten Teilen der Gesellschaften dieser Länder akzeptiert. Insbesondere häusliche Gewalt durch den Partner ist in den herrschenden diskriminierenden gesellschaftlichen Normen tief verwurzelt. Bis zu zwei Drittel aller Frauen in den Ländern des südlichen Afrikas geben an, dass sie körperliche und/oder emotionale Gewalt erfahren haben, wobei häusliche Gewalt durch einen männlichen Partner die häufigste Form der Gewalt darstellt. Gleichzeitig sind die institutionellen Kapazitäten, die für die Umsetzung und Koordination von Maßnahmen zur Gewaltprävention erforderlich sind, bislang nur unzureichend ausgebaut.

Ziel

Die Zusammenarbeit zwischen staatlichen, nichtstaatlich-gemeinnützigen und privatwirtschaftlichen Akteuren zur Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im südlichen Afrika ist verbessert.

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Vorgehensweise

Das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist im südlichen Afrika so groß, dass es breit angelegter Gegenmaßnahmen bedarf, um die Situation zu ändern. Dazu unterstützt das Projekt Regierungen, zivilgesellschaftliche Organisationen, private Unternehmen, die Medien und Hochschulen beim Aufbau von Multi-Stakeholder-Partnerschaften. Gemeinsam wollen diese Akteure in Südafrika, Lesotho, Simbabwe und Sambia Leuchtturmprojekte umsetzen, um neue Konzepte zu unterstützen, die in dem jeweiligen Land entwickelt wurden. Diese Konzepte und Projekte sind darauf gerichtet, Gewalt gegen Frauen und Mädchen in jeder Form zu unterbinden.

In Lesotho wurde beispielsweise eine App entwickelt, mit der sich Frauen über ihre Rechte informieren können und die zudem mit einer Notruffunktion ausgestattet ist. Ein Projekt in Sambia arbeitet mit religiösen und traditionellen Autoritäten zusammen, um sie für die Probleme in diesem Bereich zu sensibilisieren. In Südafrika wird durch eine gezielte Zusammenarbeit mit den Medien versucht, negative geschlechtsbezogene Stereotype zu verdrängen und verstärkt über Frauen und ihr Leben zu berichten.

Die Zielgruppe des Projekts sind Frauen und Mädchen, da diese am stärksten von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind. Darüber hinaus arbeitet das Projekt auch mit Männern und Jungen zusammen, um Veränderungen in den gesellschaftlichen Geschlechternormen herbeizuführen.

Wirkung

Mit den im Rahmen des Projekts umgesetzten Maßnahmen wurden etwa 35.000 Personen erreicht. Sie haben dazu beigetragen, schädliche sozio-kulturelle Normen zurückzudrängen bzw. zu transformieren. Gleichzeitig hat das Projekt Maßnahmen zur Minderung der Risikofaktoren getroffen, um zu verhindern, dass es überhaupt zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen kommt. Für die gesamte Region des südlichen Afrikas hat das Projekt mit seinen Partnern eine Regionalkonferenz zum Thema „Prevention of Violence Against Women and Girls in Southern Africa - From Evidence to Action“ (Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im südlichen Afrika – von der Erkenntnis zum Handeln“) ausgerichtet. An der Veranstaltung nahmen mehr als 200 Teilnehmer*innen aus 14 Ländern und verschiedenen Bereichen der Gesellschaft teil. Darunter waren Vertreter*innen von Entwicklungspartnern, Behörden, Parlamenten, Unterorganisationen der Vereinten Nationen, Organisationen der Zivilgesellschaft, Medien, Forschung und Wissenschaft, der Privatwirtschaft sowie traditionelle und religiöse Autoritäten. Das Ziel der Konferenz bestand darin, den Erfahrungsaustausch in der Region sowie entsprechende Lernprozesse zu fördern. Außerdem gelang es dem Projekt, schnell auf die Corona-Pandemie zu reagieren: In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Gender-Fragen der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) hat das Projekt ein Video produziert, in dem der Zusammenhang zwischen COVID-19 und geschlechtsspezifischer Gewalt dargestellt wird. Außerdem hat das Projekt in Südafrika Richtlinien für die Erstellung von Berichten zu den geschlechtsspezifischen Auswirkungen von COVID-19 erarbeitet.

Stand: Mai 2021