Partnerschaften für die Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Südlichen Afrika (PfP)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Partnerschaften für die Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im südlichen Afrika (PfP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Südafrika, Lesotho und Sambia
Politischer Träger: Südafrika: Ministerium für soziale Entwicklung / South Africa: Department of Social Development; Lesotho: Ministerium für Gender, Jugend, Sport und Freizeit / Lesotho: Ministry for Gender, Youth, Sports and Recreation; Sambia: Provinzverwaltung Südprovinz / Zambia: Provincial Administration Southern Province
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

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Ausgangssituation

Gewalt gegen Frauen und Mädchen stellt im südlichen Afrika eine weitverbreitete und gravierende Menschenrechtsverletzung dar. Die soziale, politische und wirtschaftliche Teilhabe von Frauen und Mädchen ist stark beeinträchtigt. Im internationalen Vergleich tritt Gewalt gegen Frauen und Mädchen in den Ländern des südlichen Afrikas besonders häufig auf. Sie ist überdies allgemein gesellschaftlich akzeptiert. Vor allem häusliche Partnergewalt wird durch gesellschaftliche Normen gefördert. Bis zu zwei Drittel aller Frauen in den Ländern gibt an, Gewalterfahrungen (physische und/oder emotionale Gewalt) gemacht zu haben. Häusliche Partnergewalt ist dabei die häufigste Form. Gleichzeitig sind die institutionellen Kompetenzen für die Umsetzung und Koordination von Gewaltprävention bislang unzureichend ausgebaut.

Ziel

Die Kooperation von staatlichen, nichtstaatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren zur Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im südlichen Afrika ist verbessert.

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Vorgehensweise

Das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Ländern des südlichen Afrikas erfordert breit angelegte Ansätze. Das Programm unterstützt Regierungen, Organisationen der Zivilgesellschaft, privatwirtschaftlichen Unternehmen, Medien und Hochschulen beim Aufbau von Multi-Akteurs-Partnerschaften. Gemeinsam setzen sie „Leuchtturmprojekte“ in Südafrika, Lesotho und Sambia um. Diese Projekte unterstützen neue Ansätze, die in der jeweiligen Region entwickelt wurden. Sie zielen darauf ab, alle Formen der Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen zu verhindern. 

Beispielsweise wurde in Lesotho eine Smartphone-App entwickelt, die Frauen über ihre Rechte informiert und in Notfallsituationen genutzt werden kann. Ein Projekt in Sambia arbeitet mit religiösen und traditionellen Akteuren zusammen, um das Bewusstsein für die Problematik zu vergrößern. In Südafrika zielt die Zusammenarbeit mit der Medienbranche darauf ab, negative Geschlechterstereotype auszuräumen und die Repräsentativität von Frauen in der Berichterstattung zu steigern. 

Die Zielgruppe des Vorhabens sind Frauen und Mädchen als Hauptleidtragende der geschlechtsspezifischen Gewalt. Doch setzt das Projekt auch bei Jungen und Männern an, um eine umfassende Veränderung von gesellschaftlichen Gendernormen in den Partnerländern zu bewirken. 

Wirkung

Im Rahmen einer sechsmonatigen Auftaktphase beauftragte das Programm eine Studie über die Ausgangssituation in den drei Ländern. Darauf aufbauend wurden Maßnahmen an die länderspezifischen Gegebenheiten angepasst, Handlungsbedarfe identifiziert und Multi-Akteurs-Partnerschaften angestoßen. Die Studie wurde als innovative Netzwerkanalyse entwickelt, die die Qualität der Netzwerke zur Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen in den drei Ländern untersuchte. Empfehlungen der Studie flossen in die Beratung der politischen Partner sowie die Planung der Leuchtturmprojekte ein. Zudem wurden erste regionale Austauschformate unterstützt und Themen für Begleitforschung identifiziert.