Steigerung der Energieeffizienz im Kosovo

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Projekt Energieeffizienz im Kosovo
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kosovo
Politischer Träger: Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

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Ausgangssituation

Die Gewährleistung einer zuverlässigen und erschwinglichen Energieversorgung hat für die Regierung des Kosovo eine hohe Priorität und ist eine wichtige Voraussetzung für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Das Land steht dabei vor enormen Herausforderungen, denn der Strom- und der Wärmebedarf steigen. Gleichzeitig sind die vorhandenen Kraftwerkskapazitäten begrenzt, so dass Versorgungsengpässe bestehen. Derzeit werden 96 Prozent des Stroms in alten, ineffizienten Braunkohlekraftwerken erzeugt, die die Umwelt stark belasten. Fast 40 Prozent des Energieverbrauchs entfallen auf den Wohnsektor. Der Energiebedarf pro Quadratmeter liegt dabei im Kosovo doppelt so hoch wie der EU-Durchschnitt.

Energieeffizienz (EE) gilt gemeinhin als der „erste Energieträger“ der wirtschaftlichen Entwicklung, denn das Energieeinsparpotenzial übersteigt die Kosten der Energieerzeugung für die meisten Energiearten. Vor diesem Hintergrund ist die Steigerung der Energieeffizienz ein wichtiges Ziel der Regierung des Kosovo. Als Mitglied der EU-Energiegemeinschaft hat sich das Land zur Umsetzung des Energiekapitels des EU-Besitzstands verpflichtet. Daher strebt die Regierung bis 2030 eine Senkung des Energieverbrauchs um 32,5 Prozent gegenüber der prognostizierten Entwicklung an und orientiert sich damit an den Energiesparzielen der EU.

Ziel

Das Projekt hat dazu beigetragen, die Kapazitäten der für die effiziente Umsetzung von Energiesparmaßnahmen relevanten Akteure zu stärken. Den zentralstaatlichen Institutionen sowie den Kommunen ist es gelungen, die normativen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Energieeffizienzsektors zu verbessern. Dazu gehören nationale Gebäudestandards und andere Mechanismen wie eine nachhaltige kommunale Energieplanung, ein System für Energieaudits und die Zertifizierung von Gebäuden, die Inspektion von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HVAC) sowie das Energiemanagement.

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Vorgehensweise

Zur Bewältigung der bestehenden Herausforderungen und Erreichung der oben genannten Ziele realisiert das Projekt folgende Maßnahmen: 

  • Unterstützung der nationalen Energieeffizienzagentur (KEEA) bei der Verbesserung des normativen und rechtlichen Rahmens für die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen. Dabei liegt ein zusätzlicher Schwerpunkt auf der Koordinierung der Arbeiten zur Ausarbeitung eines integrierten Energie- und Klimaplans.
  • Stärkung der Kapazitäten von Energiespardienstleistern wie Energieauditoren und Energiemanagern durch den Aufbau von privaten und öffentlichen akademischen Einrichtungen und die Durchführung von Schulungen sowie Fort- und Weiterbildungen für diese Zielgruppe.
  • Einführung von Energiesparinstrumenten in ausgewählten Kommunen zur Planung und Priorisierung von Energiesparmaßnahmen in kommunalen Maßnahmenplänen sowie zur Umsetzung und Überwachung dieser Pläne.
  • Intensivierung des fachlichen und politischen Dialogs über die Energiewende durch einen regelmäßigen Austausch zwischen wichtigen Akteuren aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Privatwirtschaft

Wirkung

Durch den fachlichen Austausch mit den Kommunen werden die gewonnenen Erfahrungen für die Planung, Durchführung und Überwachung von Energiesparmaßnahmen landesweit verbreitet. Kommunen und kommunale Energiemanager sind nun in der Lage, diese Aufgaben wahrzunehmen. 38 kommunale Energiemanager werden derzeit geschult, um sich in die Prozesse des kommunalen Energiemanagements einzubringen und an der Entwicklung der kommunalen Aktionspläne für Energiesparmaßnahmen mitzuwirken. In diesen Plänen werden mögliche Investitionen in die Energieeffizienz aufgeführt und priorisiert. Diese Investitionen sollen durch einen kürzlich eingerichteten Energieeffizienzfonds und andere Finanzierungsinstrumente finanziert werden und werden auf nationaler Ebene regelmäßig überprüft, um über weitere politische Maßnahmen zu entscheiden.

Schließlich ergibt sich aus der engen Zusammenarbeit mit Regierung und Zivilgesellschaft ein Dialog der deutlich macht, wie wichtig die Energiewende für das Land ist. Dazu hat beispielsweise der Austausch während der Woche für eine nachhaltige Entwicklung des Kosovo beigetragen, auf der die Idee zur Gründung eines Unternehmensnetzwerks für saubere Energie entstanden ist.

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