Lebensgrundlagen für Frauen und Jugendliche schaffen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Lokale Entwicklung in benachteiligten städtischen Gebieten Nordlibanons
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Libanon
Politischer Träger: Lebanese Ministry of Social Affairs (MoSA)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

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Ausgangssituation

Das Gouvernement Nordlibanon zeichnet sich durch geringes Wirtschaftswachstum, hohe Arbeitslosigkeit und die höchsten Armutsraten des Landes aus. Besonders betroffen sind Frauen. Die lokale Wirtschaft entwickelt sich insgesamt wenig dynamisch. Darüber hinaus wird die ohnehin schon fragile Situation durch eine große Zahl syrischer Flüchtlinge strapaziert, die zu einem Wettbewerb bei der Erbringung öffentlicher Dienstleistungen und auf dem Arbeitsmarkt für Ungelernte führt. Hinzu kommt eine Verschlechterung der Lebensbedingungen in den städtischen Gebieten durch unkontrolliertes Städtewachstum, den Verfall der städtischen Infrastruktur und den Mangel an Freizeitmöglichkeiten. Die ungünstigen sozioökonomischen Bedingungen, fehlende Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung und fehlende soziale Werte, vor allem bei jüngeren Bevölkerungsgruppen, vergrößern soziale Spannungen gegenüber anderen Gemeinschaften und bilden einen Nährboden für Konflikte.

Ziel

Die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen von Jugendlichen und Frauen in benachteiligten städtischen Gebieten Nordlibanons sind verbessert.

Vorgehensweise

Die Bundesregierung und die Europäische Union (EU) als Kofinanzierer verfolgen gemeinsam die Stärkung der aufnehmenden Gemeinden in Libanon, die besonders von den Herausforderungen der Syrienkrise betroffen sind.

Das Vorhaben fördert Maßnahmen zur Einkommens- und Beschäftigungsförderung, zum Aufbau und Erhalt von Infrastruktur und zur Stärkung der Beziehungen zwischen ethnisch-religiösen Gemeinschaften gleichermaßen. Es arbeitet dabei eng mit den lokalen Gemeindeverwaltungen zusammen, um Aktivitäten langfristig und wirksam umzusetzen. Das Programm greift ebenfalls auf das (regionale) Fachwissen nationaler und internationaler Partnerorganisationen zurück und bezieht die Bevölkerung mit in seine Maßnahmen ein.  So wird die Akzeptanz der Maßnahmen erhöht. Außerdem unterstützt das Vorhaben ausgewählte Partnerorganisationen im Aufbau von organisatorischen Fähigkeiten und Management-Kompetenzen.

Um die Beziehungen zwischen den verschiedenen Gemeinschaften zu verbessern, nutzt das Vorhaben die Entwicklungsansätze „Sport für Entwicklung“ und „Kunst für Entwicklung“. So fördert es sportliche und kreative Fähigkeiten und vermittelt gleichzeitig Lebenskompetenzen, die bei der Bewerkstelligung schwieriger Situationen und der Entwicklung von Zukunftsperspektiven helfen.

Das Vorhaben ist Teil der Beschäftigungsoffensive Nahost der Sonderinitiative zur Bekämpfung von Fluchtursachen und Reintegration von Flüchtlingen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das Ministerium trägt mit den Projekten der Sonderinitiative dazu bei, den Menschen soziale und wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen, um ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen zu können.

Wirkung

  • Beim ersten Cash-for-Work-Projekt haben 120 Frauen und Männer, darunter Syrer*innen und Libanes*innen, ihrer Stadt ein neues künstlerisches Aussehen verschafft. Im Austausch für ihre Arbeitsleistung haben diese ihren Lohn in Form einer Barzahlung erhalten.
  • Zur Verbesserung der Beschäftigungs- und Einkommenssituation der Libanes*innen, die aus benachteiligten Gemeinden stammen, wurden diverse Fachgespräche mit Expert*innen aus Privatwirtschaft, von Nichtregierungsorganisationen und Gemeinden geführt. Hierdurch konnten Bedarfe und Anbieter von berufsqualifizierenden Kursen, Trainings- und Beratungsprogramme für Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen (KKMU) sowie für Existenzgründungen in ausgewählten Wirtschaftszweigen identifiziert werden.
  • Der Austausch zwischen verschiedenen Jugendgruppen wird gefördert, zum Beispiel durch den „Nagham Chor“, der neu gegründet wurde. Der Jugendchor trat bereits erfolgreich vor einem breiten Publikum auf.
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