Start-ups und Coding - Junge Iraker*innen erobern innovative Technologien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) – Neue Job-Perspektiven für eine moderne Jugend im Irak 
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Irak
Politischer Träger: Planungsministerium Irak (Ministry of Planning Iraq, MoP)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

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Ausgangssituation

Die Bevölkerung des Irak ist eine der jüngsten weltweit. Fast zwei Drittel aller Iraker*innen sind jünger als 25 Jahre, viele von ihnen sind Binnenvertriebene im eigenen Land oder Geflüchtete aus den Nachbarstaaten. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie kaum Beschäftigungsperspektiven haben; jede*r Fünfte von ihnen ist arbeitslos. 

Bei den größten Arbeitgebern des Landes, der Erdölindustrie und dem öffentlichen Dienst, finden sich immer weniger Erwerbsmöglichkeiten. Die Erdölförderung macht 99 Prozent der irakischen Staatseinnahmen aus, trotzdem sind hier nur ein Prozent aller landesweit Erwerbstätigen beschäftigt. Mehr als die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung ist im öffentlichen Dienst tätig, der jedoch mit sinkenden Staatseinnahmen aufgrund des fallenden Ölpreises keine langfristige Perspektive bietet. Die Privatwirtschaft ist hingegen bislang kaum entwickelt.    

Junge Iraker*innen interessieren sich zunehmend für den Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) als mögliches Berufsfeld. Die Grundvoraussetzungen dafür sind gut: Mobiles Internet in Breitbandqualität ist nahezu landesweit verfügbar und ermöglicht somit eine flexible Arbeitsweise. Allerdings entsprechen weder die verfügbaren Weiterbildungsangebote, noch die Lehrpläne der angebotenen Studiengänge den Anforderungen des irakischen Arbeitsmarkts. Ein eigenes Unternehmen zu gründen scheitert oft an fehlenden staatlichen Unterstützungsstrukturen und dem mangelnden Zugang zu Krediten oder Kapital von Investoren. 

Ziel

Junge Arbeitssuchende, vor allem Frauen, Binnenvertriebene und Geflüchtete, profitieren von besseren Beschäftigungsperspektiven im Bereich IKT. Das unternehmerische Ökosystem für Tech-Start-ups im Irak hat sich weiterentwickelt und bietet ihnen neue Beschäftigungsmöglichkeiten. 

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Vorgehensweise

Das Projekt trägt dazu bei, dass junge Menschen im Irak Jobperspektiven im IKT-Bereich finden. In Bagdad, Basra, Erbil, Sulaymaniyah und Mossul werden hierfür Innovation-Hubs gefördert und mit Arbeitsräumen und Technologien wie 3D-Druckern, Lasercuttern oder Robotertechnik ausgestattet. In den Zentren werden auch praxisorientierte Businesstrainings für Tech-Start-ups und Programmierkurse angeboten. Auf diese Weise können sich junge Iraker*innen entsprechend der Bedürfnisse des Arbeitsmarkts weiterqualifizieren oder sich auf ihre Selbstständigkeit vorbereiten. 

Im Anschluss an die Trainings werden die Teilnehmer*innen mit passenden Investoren und potenziellen Arbeitgeber*innen zusammengebracht. So sollen die Aktivitäten, die in den Hubs stattfinden, den Grundstein für langfristige Beschäftigungsmöglichkeiten legen. Gleichzeitig sollen irakische Unternehmen und Investoren Start-ups als innovatives Geschäftsmodell wahrnehmen. Außerdem wird gefördert, dass irakische Investoren Start-ups als innovative Investitionsmöglichkeit wahrnehmen und lokale Tech-Unternehmen das Potenzial der nationalen Arbeitskräfte entdecken.

Darüber hinaus trägt das Projekt dazu bei, Konflikte zu bewältigen und den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft zu fördern. Innovation-Hubs in verschiedenen, zum Teil miteinander in Konflikt stehenden Regionen werden vernetzt. Somit können junge Iraker*innen gemeinsam Lösungen für überregionale Problemstellungen entwickeln. Das fördert den Dialog untereinander und hilft, auf grenzübergreifende Herausforderungen zukünftig besser reagieren zu können.  

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