Integrierte Land- und Viehwirtschaft in Gao und Ménaka, Mali (PAI-GM)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Integrierte Land- und Viehwirtschaft in den Regionen Gao und Ménaka, Mali
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mali
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2023

1. Demonstration einer Reihensaat in Arhabou, Gemeinde Gounzoureye, Kreis Gao

Ausgangssituation

Das Erntejahr 2018-2019 in Mali war gekennzeichnet durch ein alarmierendes landwirtschaftliches Produktionsdefizit. Dies hatte mehrere Ursachen: zeitlich und räumlich schlecht ausgeglichene Niederschläge, Raupen- und Heuschreckenplagen, samenfressende Vögel sowie Überschwemmungen durch Überflutungen des Flusses Niger, die zu enormen Verlusten für Tausende von Haushalten geführt haben. 

Hinzu kommen erneut aufbrechende Landnutzungskonflikte zwischen sesshaften Ackerbauern und nomadischen Viehhirten. Die Gründe dafür sind vielfältig, wesentlich sind jedoch vor allem drei Faktoren: durch Klimawandel und Ausdehnung von bewirtschaftetem Ackerland und Siedlungen sowie starkes Bevölkerungswachstum sind weniger Weideflächen verfügbar; außerdem wurden traditionelle Wanderungsrouten halbnomadischer Viehhalter unterbrochen. 

Die prekäre Versorgungslage der Bevölkerung, insbesondere in den nördlichen Regionen Malis, landwirtschaftliche Produktionsdefizite und Landnutzungskonflikte stellen eine enorme Herausforderung dar, sowohl für die Haushalte der sesshaften Landwirt*innen als auch für die nomadischen Viehhirt*innen. Immer häufiger eintretende extreme Klimaereignisse verschärfen die Situation. 

Ziel

Die Resilienz pastoraler und agro-pastoraler Haushalte in ausgewählten Gebieten der Regionen Gao und Ménaka gegenüber sozio-ökonomischen Krisen ist gestärkt.

2. Pikieren von Zwieben in Tondibi, Gemeinde Taboye, Kreis Bourem

Vorgehensweise

Das Vorhaben baut auf bestehenden Partnerstrukturen sowie vergangenen und aktuellen Entwicklungsprojekten im Norden Malis auf. Die gemeinsame Planung und Durchführung von Aktivitäten stärkt die Fähigkeiten und Ressourcen des Staates und der Partner in der Zivilgesellschaft. 

Das Vorhaben trägt zum Wiederaufbau grundlegender produktiver Infrastruktur bei. Im Vordergrund stehen Maßnahmen, die die Lebensgrundlagen in der Vieh- und Landwirtschaft stabilisieren und verbessern. Das Vorhaben stärkt zudem die Kompetenzen von Staat und Zivilgesellschaft, um Basisdienstleistungen bereitzustellen. Vorübergehende Transferleistungen verbessern darüber hinaus die Versorgung mit Nahrungsmitteln und tragen dadurch zur Ernährungssicherung der Bevölkerung bei.

Das Vorhaben hat vier Handlungsfelder: 

Verbesserung des Produktionssystems in der Viehhaltung: 
Qualitativ hochwertige Tiefbrunnen verbessern das viehwirtschaftliche Produktionssystem und fördern die Anpassungsfähigkeit von Viehbesitzer*innen.

Verbesserung des Produktionssystems in der agro-pastoralen Landwirtschaft: 
Saisonal auftretende Teiche und Seen werden als Wasserquellen für die Land- und Viehwirtschaft nutzbar gemacht. Frauengruppen erhalten zudem eine Ausbildung in verbesserter Konservierung, Verarbeitung und Vermarktung ausgewählter Agrarprodukte. Die Ausbildung beinhaltet auch Business-Planung und Grundlagen der Buchhaltung.

Stärkung lokaler Mechanismen zur Prävention und Bearbeitung von Ressourcenkonflikten und zur Förderung des sozialen Zusammenhaltes: 
Das Vorhaben identifiziert lokale Akteur*innen und vorhandene Mechanismen, die den sozialen Zusammenhalt stärken und zur Prävention und Bewältigung von gewalttätigen Ressourcenkonflikten dienen. Die relevanten Mechanismen und die Kompetenzen der Akteur*innen werden durch Ausbildung, Beratung und Begleitung gestärkt.

Aufbau eines lokalen, krisensensiblen sozialen Sicherheitsnetzes:
Dadurch erhalten die Zielgruppen bei akuten Krisen schnelle Unterstützung. Somit können sie existenzbedrohende Verluste vermeiden.

3. Zwiebelernte unter Frauen in Forgo Sourhai, Gemeinde Sony Ali Ber, Kreis Gao

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