Klimarisikoversicherungen und -informationen in der Landwirtschaft verbreiten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimaresilienz durch Risikoprävention und innovative Klimarisikoversicherungen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sambia
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft (Ministry of Agriculture, MoA).
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2022

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Ausgangssituation

Extreme Wettereignisse wie Dürren und Starkregen bedrohen die Lebensgrundlage vieler Menschen in Sambia. Jährlich sind etwa 11 Prozent der Bevölkerung von Dürren betroffen. Schätzungen zufolge wird dieser Anteil bis 2050 auf 25 Prozent ansteigen.

Obwohl mehr als die Hälfte der Sambier*innen von der Landwirtschaft lebt, trägt der Wirtschaftszweig nur sechs Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Das teils hohe Wirtschaftswachstum erreicht nicht die ländlichen Gebiete, wo die Armut dreimal so hoch ist wie in Städten. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind besonders von Klimarisiken betroffen. Sie haben kaum Zugang zu Kapital, Finanzdienstleistungen und Wetterinformationen.

Klimarisikoversicherungen helfen, Risiken für die landwirtschaftliche Produktion abzusichern, sind aber in Sambia kaum verbreitet: Es fehlt an Angeboten aber auch an Wissen sowie der Nachfrage nach entsprechenden Dienstleistungen. Die geringe Verbreitung von Klimarisikoversicherungen und Klimarisikoinformationen sind auf Defizite auf der Angebots- und der Nachfrageseite zurückzuführen:

In Sambia werden Klimarisikoversicherungen bisher hauptsächlich über das „Farmer Input Support Programme“ (FISP) angeboten, das nur über ein subventioniertes Regierungsprogramm für landwirtschaftliche Akteur*innen zugänglich ist. Privatwirtschaftliche Geschäftsmodelle für Klimarisikoversicherungen decken bislang hauptsächlich die Baumwollbranche ab. Klimarisikoinformationen, wie beispielsweise Wettervorhersagen, werden zwar im Land erstellt und verbreitet, erreichen allerdings zum großen Teil nicht die landwirtschaftlichen Akteur*innen.

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zeigen bisher kaum Nachfrage, da sie Agrar- und Wetterversicherungen oft nicht kennen. Auch andere Versicherungstypen sind bisher kaum verbreitet. Zudem verfügen kleinbäuerliche Haushalte gerade vor Beginn einer neuen Agrarsaison oft nicht über die finanziellen Mittel, um die Versicherungsprämie bezahlen zu können.

Ziel

Landwirtschaftliche Akteur*innen haben besseren Zugang zu privatwirtschaftlichen Klimarisikoversicherungen und zu Klimarisikoinformationen.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben verfolgt einen privatwirtschaftlichen Ansatz, um den Markt für Klimarisikoversicherungen und die Verbreitung von Klimarisikoinformationen zu unterstützen. Es baut auf den bisher erreichten Wirkungen des Vorhabens „InsuResilience“ auf, um die bereits erzielten Erfolge zu festigen und langfristig abzusichern.

Mit einer Strategie zur Kompetenzentwicklung unterstützt das Vorhaben die Handlungsfähigkeit von einzelnen Personen aber auch Organisationen sowie der gesamten Gesellschaft.

Das Vorhaben bietet Schulungen für Mitarbeiter*innen von Versicherungsunternehmen, Vermittler*innen und Regierungsinstitutionen im Bereich Klimarisikoversicherungen sowie für ausgewählte Akteur*innen für die Bereitstellung von Klimarisikoinformationen. 

Unternehmen und Regierungsinstitutionen erhalten Beratung, um die Versicherungen in ihr Geschäft zu integrieren und um nachhaltige Umsetzungspläne zu entwickeln.

In der Gesellschaft werden Kooperationen zwischen Versicherungsunternehmen und Vermittler*innen sowie zwischen privaten und öffentlichen Akteur*innen aufgebaut und gestärkt. Die Kooperationen werden durch Beratungsleistungen und Workshops gefördert, vor allem zur Bereitstellung von Daten sowie der Erstellung und Verbreitung von Klimarisikoinformationen.

Das Vorhaben berücksichtigt, dass Frauen stärker als Männer von den negativen Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind und im Agrar- und Finanzwesen benachteiligt werden.

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Weitere Informationen