NDC-Verkehrsinitiative für Asien

Projektkurzbeschreibung

Titel: NDC-Verkehrsinitiative für Asien
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Finanzier: Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Regionalprogramm mit Länderkomponenten in China, Indien und Vietnam sowie einer regional/globalen Komponente
Politischer Träger: China: Ministerium für Ökologie und Umwelt, Referat für atmosphärische Umwelt; Indien: Nationales Institut für den Wandel Indiens (NITI Aayog), Vietnam: Verkehrsministerium, Umweltreferat
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2024

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Ausgangssituation

Das rasante Wirtschaftswachstum führt in Verbindung mit der anhaltenden Urbanisierung und der zunehmenden Motorisierung in den drei Partnerländern China, Indien und Vietnam zu einer weiteren Zunahme des Verkehrsaufkommens. In Business-as-usual-Prognosen wird davon ausgegangen, dass  der durch den Verkehr verursachte Treibhausgasausstoß der drei Länder bis 2030 auf 2,4 Giga-Tonnen CO2-Äquivalent und bis 2050 auf 3,8 Giga-Tonnen CO2-Äquivalent steigt. Weiteren Schätzungen zufolge werden im Jahr 2030 etwa ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen des Verkehrssektors auf Asien entfallen.

Vor diesem Hintergrund gilt es, den asiatischen Verkehrssektor zu dekarbonisieren, damit die im Klimaschutzabkommen von Paris für das Jahr 2050 festgelegten Ziele zu erreichen sind.

Ziel

Die Länder Asiens arbeiten an langfristigen, integrierten Sektorstrategien zur Dekarbonisierung des Verkehrs und setzen dazu auf einen ganzheitlichen Multi-Stakeholder-Ansatz.

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Vorgehensweise

Zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors arbeiten verschiedene Ministerien mit Organisationen der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor zusammen. Das Programm fördert den Multi-Stakeholder-Dialog, der dazu dient, gemeinsam eine ehrgeizige Klimastrategie für den Verkehrssektor zu entwickeln. Die in den nationalen Klimaschutzbeiträgen (NDCs) festgelegten Klimaschutzziele sollen durch geeignete Maßnahmen im Personen- und im Güterverkehr erreicht werden. Dazu werden einerseits emissionsfreie Fahrzeuge und andererseits der öffentliche Personennahverkehr sowie der nicht-motorisierte Verkehr gefördert, um das Volumen des motorisierten Individualverkehrs zu verringern.

In jedem der drei Partnerländer leistet das Programm einen Beitrag zur Gestaltung von Stakeholder-Prozessen und deren Unterfütterung mit Informationen sowie zur Entwicklung von ausgewählten Klimaschutzmaßnahmen. Auf diese Weise unterstützt das Programm die Partner dabei, den vom Verkehrssektor zu leistenden Beitrag zu den NDCs zu erreichen. Damit bietet sich den Partnerländern die Chance, für die langfristigen Klimaschutzstrategien sowie die NDCs für 2025 ambitioniertere Ziele festzulegen.

In China werden Kapazitäten für die Entwicklung von langfristigen Dekarbonisierungsstrategien auf nationaler Ebene geschaffen. Der Schwerpunkt liegt auf gemeinsamen Maßnahmen gegen Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen, zum Beispiel durch eine entsprechende Gestaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus soll in einer ausgewählten chinesischen Provinz ein Stakeholder-Prozess gestartet werden, um einen Aktionsplan mit Maßnahmen zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen und Luftschadstoffen im Verkehrssektor zu entwickeln.

In Indien unterstützt das Programm eine nationale Stakeholder-Plattform, um mit Hilfe von Modellen und technischen Analysen Wege zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors aufzuzeigen. Auf dieser Grundlage sollen anschließend ambitioniertere NDCs entwickelt werden. Darüber hinaus werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen für klimafreundliche Elektromobilität, z. B. in den Bereichen Fahrzeugbeschaffung und Ladeinfrastruktur, verbessert.

In Vietnam wiederum fördert das Programm auf nationaler Ebene die Umsetzung des etablierten MRV-Systems, die Entwicklung eines ehrgeizigen NDC sowie die Formulierung einer Vision für das Jahr 2050. Auf kommunaler Ebene unterstützt das Programm die Städte bei der Entwicklung einer klimafreundlichen Verkehrspolitik und bei der Ausarbeitung von Kraftstoffverbrauchsnormen und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für die Elektromobilität.

Als regionale Initiative verbreitet das Programm über bestehende Plattformen entsprechendes Wissen in ganz Asien. Durch die Vernetzung mit regionalen Akteuren und anderen asiatischen Ländern fördert das Programm außerdem die Entstehung einer Gesamtstrategie zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Auf weltweiter Ebene ist vorgesehen, die im Rahmen des Programms gesammelten Erfahrungen in die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) einzubringen.

Das Programm wird gemeinsam von der GIZ, dem World Resources Institute (WRI), dem International Council on Clean Transportation (ICCT), dem International Transport Forum (ITF), der Partnership on Sustainable Low Carbon Transport (SLOCAT), Agora Verkehrswende und dem Renewable Energy Policy Network for the 21st Century (REN21) durchgeführt.

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