Aufwertung der Indien-Komponente der nationalen Klimaschutzbeiträge – die NDC-Verkehrsinitiative für Asien (NDC TIA)

Projektkurzbeschreibung

Titel: NDC-Verkehrsinitiative für Asien – Indien-Komponente
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Indien, China und Vietnam
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2024

GIZ2020_NDC Transport_1

Ausgangssituation

Weltweit entfallen 23 Prozent der energiebezogenen CO2-Emissionen auf den Verkehrssektor (IEA 2017). Allein in China verursachte der Verkehr 2014 einen CO2-Ausstoß im Volumen von 781 Megatonnen CO2-Äquivalent. Zusammen mit Indien (231 Megatonnen CO2-Äquivalent) und Vietnam (32 Megatonnen CO2-Äquivalent) hat China 2014 etwa eine Gigatonne CO2-Äquivalent emittiert (IEA 2017). Das rasante Wirtschaftswachstum, die fortschreitende Urbanisierung und die zunehmende Motorisierung haben das Verkehrsaufkommen in den drei Partnerländern weiter steigen lassen. Die nationalen Klimaschutzbeiträge (NDCs) sind der Kern des Klimaschutzabkommens von Paris und bilden die Voraussetzung für die Erreichung der langfristigen Klimaziele. Sie enthalten die Selbstverpflichtungen eines jeden Landes zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels. Vor diesem Hintergrund gilt es, den asiatischen Verkehrssektor zu dekarbonisieren, um die im Klimaschutzabkommen von Paris für das Jahr 2050  festgelegten Ziele zu erreichen.

Zurzeit ist der indische Verkehrssektor  fast vollständig auf fossile Kraftstoffe angewiesen und verursacht etwa ein Viertel aller energiebedingten CO2-Emissionen des Landes. Der Anteil des Verkehrs an den Emissionen wird voraussichtlich auf ein Drittel steigen. Das bedeutet, dass die Emissionen im Verkehrssektor schneller zunehmen als in jedem anderen Sektor: So hat sich die Zahl der Kraftfahrzeuge zwischen 2000 und 2010 verdoppelt, und bis 2016 war eine weitere Verdopplung zu verzeichnen. Das stärkste Wachstum entfällt auf Zweiräder, gefolgt von leichten Nutzfahrzeugen und Personenkraftwagen. 

Die meisten indischen Städte stehen noch am Anfang der Entwicklung und sind durch eine schnell wachsende Wirtschaft, eine enge regionale Verflechtung sowie eine dichte Bebauung mit entsprechender Bevölkerungsdichte gekennzeichnet. Die Entwicklung der Städte auf dem Subkontinent geht mit einem Anstieg der Luftverschmutzung einher, da immer mehr Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind. Zwar stellt diese Ausgangslage eine große Herausforderung dar, doch gleichzeitig bietet sie die Chance, große Fortschritte bei der Dekarbonisierung des Verkehrssektors zu machen. Denn wenn das Bewusstsein der Stadtbewohner*innen für klimafreundliche Verkehrsmittel steigt, dürften sie eher bereit sein, von Verbrennungsfahrzeugen auf emissionsfreie Alternativen umzusteigen. Wenn die Städte bereits beim Auf- und Ausbau von Verkehrssystemen auf Klimafreundlichkeit achten, können sie später notwendige, kostspielige Änderungen und Anpassungen vermeiden, wie sie beispielsweise in den Industriestaaten notwendig werden. Zur Erreichung dieses Ziels bedarf es integrierter Entscheidungsprozesse, für die eine enge Abstimmung zwischen zahlreichen Behörden auf einer gemeinsamen Plattform notwendig ist

Ziel

Die wachsenden Verkehrssektoren in China, Indien und Vietnam arbeiten derzeit an Initiativen zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und vollziehen so erste Schritte in Richtung Dekarbonisierung. Die Erfahrungen, Erkenntnisse und besten Methoden, die im Rahmen des Projekts gewonnen werden, dienen regional und global als Input, um die im Klimaschutzabkommen von Paris für 2050 festgelegten Ziele zu erreichen.

GIZ2020_NDC Transport_2

Vorgehensweise

NDC TIA beabsichtigt, einen Beitrag zu den langfristigen Zielen des Landes in den Bereichen Energiesicherheit und Klimaschutz zu leisten und eine umfassende Strategie zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors zu fördern. Dazu sollen zwischen Ministerien, Zivilgesellschaft und Privatsektor abgestimmte politische Maßnahmen und Konzepte umgesetzt werden.

Insgesamt konzentriert sich das Projekt auf folgende Punkte:

  • Unterstützung des Multi-Stakeholder-Dialogs über Wege zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors im gesamten Land
  • Verbesserung der Kapazitäten zur Modellierung der Entwicklung beim Treibhausgasausstoß und im Verkehrssektor 
  • Technische Unterstützung für die Stakeholder-Plattform mit Maßnahmen zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes im Verkehrssektor
  • Outreach und Upscaling durch eine Outreach-Strategie, Austausch von Best-Practice-Beispielen aus Asien und anderen Ländern und Dialog mit internationalen Finanzinstitutionen über die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrssektor
  • Festlegung der Handlungsfelder und Maßnahmen auf dem Gebiet der Elektromobilität
  • Unterstützung bei der Entwicklung von politischen Maßnahmen und technischen Standards, die die Akzeptanz der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge fördern
  • Analyse und Empfehlung von politischen Maßnahmen in Bezug auf das Angebot von und die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen 
  • Entwicklung von Instrumenten zur Erstellung von Kosten-Nutzen-Analysen für Elektrofahrzeuge, um Geschäftsmodelle im Bereich der E-Mobilität zu bewerten und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zu empfehlen

Die Lernerfahrungen aus der Indien-Komponente sollen durch Wissenstransfer- und Peer-Learning-Prozesse einen Beitrag zur regionalen und globalen Komponente leisten.

Stand: Dezember 2020

GIZ2020_NDC Transport_3

Weitere Informationen