Dialog über beschäftigungswirksame Maßnahmen, Initiativen und die duale Ausbildung

Projektbeschreibung

Bezeichnung: Dialog über die Schaffung von Beschäftigung, Initiativen und die duale Ausbildung / Programm für nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Beschäftigung in Serbien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Serbien
Politischer Träger: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und technische Entwicklung der Republik Serbien
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2022

Training for industrial mechanic

Ausgangssituation

Eines der größten Probleme Serbiens ist die hohe Arbeitslosenquote unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. So gingen im zweiten Quartal 2018 25,3 Prozent der Serbinnen und Serben im Alter zwischen 15 und 24 Jahren keiner regelmäßigen Beschäftigung nach. 2017 lag der Anteil der Personen dieser Altesgruppe, die keiner Beschäftigung nachegehen, in Ausbildung sind oder die Schule besuchen bei 17,2 Prozent. Darüber hinaus ist es für Menschen (gleich welchen Geschlechts) zwischen 15 und 35 Jahren schwierig, einen unbefristeten Arbeitsplatz in einem qualifizierten Beruf zu finden. Einer der Gründe dafür ist, dass die Qualifikationen der Arbeitssuchenden oft nicht den Anforderungen des serbischen Arbeitsmarktes entsprechen.  

Gleichzeitig klagt die aufstrebende serbische Industrie über einen ausgeprägten Fachkräftemangel. Die derzeit genutzten Maßnahmen zur aktiven Beschäftigungsförderung reichen nicht aus, um junge Menschen auf ihrem Weg zu einer bedarfsorientierten Ausbildung und einer nachhaltigen, hochwertigen Beschäftigung zu unterstützen. Das serbische Berufsbildungssystem hat das Ziel, eine ausreichende Anzahl an arbeitsmarktgerecht ausgebildeten Fachkräften auszubilden, ist jedoch auf zusätzliche Unterstützung angewiesen, um diese Aufgabe nachhaltig erfüllen zu können.

Ziel

Das Angebot an Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen in ausgewählten Regionen ist besser auf die Bedürfnisse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie den Fachkräftebedarf der Unternehmen ausgerichtet.

Career guidance training

Vorgehensweise

Der Schwerpunkt der Projektmaßnahmen liegt auf der Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den ausgewählten Regionen. Dabei werden sowohl junge Menschen im formalen Bildungssystem als auch arbeitslose junge Erwachsene berücksichtigt. Zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit verfolgt das Projekt einen Mehrebenenansatz. 

Auf der Mikroebene fördert das Projekt verbesserte formale und nicht formale Berufsbildungsangebote und aktive Arbeitsmarktmaßnahmen für Jugendliche und junge Erwachsene. 

Auf der Meso-Ebene konzentriert sich das Projekt darauf, die Kapazitäten von ausgewählten Berufsschulen so zu stärken, dass sie sich zu regionalen Kompetenzzentren entwickeln, die eine qualitativ hochwertige formale (duale) Ausbildung sowie eine ebenso hochwertige nicht formale Ausbildung anbieten. Darüber hinaus unterstützt das Projekt die Kompetenzzentren und andere lokale Akteure aus dem Beschäftigungssektor bei der Entwicklung eines lokalen Dialogs rund um das Thema Beschäftigung. 

Auf der Makroebene werden die daraus resultierenden Erfahrungen mit der Umsetzung von Maßnahmen dokumentiert und in den nationalen politischen Dialog eingespeist. Darüber hinaus trägt die ebenfalls zum Projekt gehörende deutsch-serbische Initiative zur Verankerung von ausgewählten und bereits pilothaft umgesetzten Maßnahmen bei, um Herausforderungen im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Beschäftigungsförderung zu bewältigen.

Die deutsch-serbische Initiative für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie dem serbischen Wirtschaftsministerium und dem serbischen Ministerium für europäische Integration ins Leben gerufen. Die Initiative verbindet nicht nur alle bereits laufenden Projekte mit den neuen Vorhaben der deutsch-serbischen Entwicklungszusammenarbeit, sondern bereitet auch zukünftige Maßnahmen vor und bündelt diese. Dazu werden gezielt Studien zu bestimmten Themen durchführt, die Partner in Serbien bei strategischen Schritten unterstützt und Veranstaltungen in unterschiedlichen Formaten organisiert.

Wirkungen

Erwartete Ergebnisse

  • Sechs ausgewählte Berufsschulen haben sich zu regionalen Kompetenzzentren entwickelt, die eine qualitativ hochwertige formale und nicht-formale Ausbildung für junge Menschen anbieten und den Dialog über das Thema Jugendbeschäftigung zwischen relevanten Institutionen auf lokaler Ebene voranbringen.
  • 500 Jugendliche und junge Erwachsene profitieren von den verbesserten formalen (dualen) und nicht formalen Ausbildungsangeboten sowie von aktiven Arbeitsmarktmaßnahmen. 
  • 60 Prozent der 500 Begünstigten sind der Auffassung, dass die geförderten Qualifizierungs- und Arbeitsmarktmaßnahmen dazu beigetragen haben, ihr individuelles Beschäftigungspotenzial zu verbessern.
  • 75 Prozent der 24 Ausbildungsbetriebe, die „überwiegend“ oder „vollständig“ an den sechs dualen Ausbildungsgängen  teilnehmen, sind der Meinung, dass die erworbenen beruflichen und persönlichen Fähigkeiten der Auszubildenden ihren Anforderungen entsprechen.