Beschäftigung und Einkommen für tadschikische Arbeitsmigrant*innen verbessern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung der Beschäftigungs- und Einkommenssituation für tadschikische Arbeitsmigranten und -migrantinnen in Tadschikistan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tadschikistan
Politischer Träger: Ministerium für Arbeit, Migration und Beschäftigung der Republik Tadschikistan
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2022

Ausgangssituation

Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) arbeiten rund 800.000 Tadschiken und Tadschikinnen zeitweise oder dauerhaft im Ausland. Damit verzeichnet Tadschikistan im weltweiten Vergleich den höchsten Anteil an Arbeitsmigration in der Gesamtbevölkerung. Die monetären Überweisungen von im Ausland lebenden Tadschiken und Tadschikinnen trugen mehr zur Wirtschaftsleistung des Landes bei als die Landwirtschaft. 

Die tadschikische Regierung fördert die Arbeitsmigration aufgrund ihrer hohen wirtschaftlichen Bedeutung. Der mit Abstand bedeutendste Arbeitsmarkt für Tadschikistan ist Russland. Russland aber weist in den letzten Jahren immer mehr Arbeitsmigrant*innen aus oder verhindert die Wiedereinreise. Damit fehlt der mit Abstand wichtigste Zielmarkt für Arbeitssuchende.

Die Covid-19-Pandemie hat die Situation im Jahr 2020 deutlich verschärft. Aufgrund der weltweiten Reiserestriktionen im Frühjahr 2020 konnten viele Saisonarbeiter*innen Tadschikistan nicht verlassen. Damit verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage in Tadschikistan zusehends. Das Management der Rückkehrmigration im Land gewinnt somit eine immer stärkere, wirtschaftliche und soziale Bedeutung. 

Um die erfolgreiche Wiedereingliederung von Rückkehrenden zu erleichtern, hat das Ministerium für Arbeit, Migration und Beschäftigung der Bevölkerung der Republik Tadschikistan verschiedene Unterstützungsmaßnahmen und Beratungsstrukturen entwickelt. Diese Maßnahmen erreichen aber oft die Zielgruppe nicht, sind unwirksam oder gehen am Bedarf vorbei. 

Ziel

Tadschikische Arbeitsmigrant*innen haben höhere Chancen auf Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten in ausgewählten Regionen Tadschikistans.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die staatlichen Strategien und Maßnahmen der tadschikischen Regierung, um Wanderarbeitende in den tadschikischen Arbeitsmarkt wiedereinzugliedern. Dabei werden auch die Bedürfnisse von Wanderarbeiterinnen und ihren Familienangehörigen berücksichtigt. 

Um tragfähige Modelle der lokalen Eigenhilfe aufzubauen kooperiert das Vorhaben auch mit der Privatwirtschaft. Gleichzeitig schult es die lokale, regionale und nationale Verwaltung. Solche konkreten und bedarfsgerechten Maßnahmen verknüpft das Vorhaben mit der Beratung der Landesregierung, um die Wirksamkeit der nationalen Politik zu erhöhen und die Maßnahmen der zuständigen Behörden zu unterstützen. Das Vorhaben stärkt außerdem die Zivilgesellschaft, indem es lokale wirtschaftliche und soziale Netzwerke aufbaut und fördert.

Das Vorhaben bietet Maßnahmen für die Reintegration an, die sich positiv auf Beschäftigung und Einkommen auswirken und sich am aktuellen Bedarf orientieren. Die Aktivitäten finden in zwei Handlungsfeldern statt:

Handlungsfeld 1 verbessert Weiterbildungsangebote und richtet diese zunehmend an der Nachfrage aus. Das Vorhaben unterstützt die wirtschaftliche Teilhabe durch Kurzzeitfortbildungen, Zertifizierung ausländischer Qualifikationen und Trainings zu finanzieller Bildung. Die verschiedenen Angebote lokaler Akteur*innen werden zudem vernetzt. All diese Maßnahmen sollen Einkommenssteigerungen und Beschäftigungseffekte erzielen.

Handlungsfeld 2 stärkt die überregionale Beratung: Modellprojekte, Trainings für Behörden und die Arbeit mit Multiplikatoren helfen dabei, Reintegrationsmaßnahmen überregional anzubieten. Das Vorhaben ist in den beiden für Migrationsmaßnahmen verantwortlichen staatlichen Agenturen verankert. Die bessere Beratung von Migrant*innen führt dazu, dass die Zielgruppe die Angebote vermehrt nutzt.

Das Vorhaben bindet ehemalige Wanderarbeitende als Mentoren und Mentorinnen ein, die andere Arbeitsmigrant*innen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt oder bei Existenzgründungen unterstützen. Arbeitsmigrant*innen können sich dabei untereinander vernetzen und neue Kontakte knüpfen, die bei der beruflichen Integration hilfreich können.