Management natürlicher Ressourcen in indigenen Territorien verbessern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltiges Ressourcenmanagement unter Klimaaspekten in indigenen Territorien in La Mosquitia
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Honduras
Politischer Träger: SRECI - Secretaría de Relaciones Exteriores y Cooperación Internacional (Honduranisches Außen- und Kooperationsministerium) (Secretariat of Foreign Affairs and Cooperation)
Gesamtlaufzeit:  2020 bis 2022

Familie mit landw. Werkzeugen in der Nähe von Auka

Ausgangssituation

In der abgelegenen honduranischen Region Mosquitia hat die indigene Bevölkerung weitgehend ihre traditionelle Lebensweise bewahrt und artenreiche Ökosysteme erhalten, die Teil des zentralamerikanischen Biokorridors sind. In der Vergangenheit hat der Staat jedoch Investitionen in Strom- und Sanitärversorgung, Verkehrsanbindung, Bildung und Gesundheit versäumt. Das verstärkte die Benachteiligung der indigenen Bevölkerung und führte dazu, dass sich die Entwicklung der Region in einem kritischen Zustand befindet. Mehr als die Hälfte der kleinbäuerlichen Familien ist von Armut, Nahrungsmittelknappheit und Mangelernährung betroffen, Frauen sind zudem in ihrer politischen Teilhabe beschränkt.

Im Jahr 2015 hat sich Honduras zur Umsetzung der Agenda 2030 verpflichtet. Gemeinsam mit anderen Projekten der technischen Zusammenarbeit bauen die Gemeinden nun ein integrales, also Ernährung und Einkommen sicherndes sowie umweltschonendes, Ressourcen-Management auf. Die indigene Bevölkerung ist derzeit noch nicht ausreichend organisiert, um ihre Forderungen zu bündeln und das momentan große politische Interesse an der Region für sich zu nutzen. Die staatlichen Nutzungsvorschriften für das Management der Naturressourcen sollten sich an die indigenen Traditionen, Fähigkeiten und Interessen anpassen. Das ist derzeit noch nicht der Fall.

Ziel

Das ernährungsorientierte und klimaangepasste Management der Territorien der indigenen ländlichen Bevölkerung in den Gemeinden Puerto Lempira und Ramon Villeda Morales hat sich verbessert.

Río Dursuna in Mocorón

Vorgehensweise

Das Vorhaben zielt darauf ab, das Management der natürlichen Ressourcen, die Ernährungssicherung und die Einkommenssituation durch Kompetenzentwicklung zu verbessern. Zielgruppen sind ausgewählte Teile der ländlichen indigenen Bevölkerung der Territorien Finzmos, Truksinasta, Wamakkliscinasta, Lainasta und Watiasta. 

Der Fokus liegt darauf, lokale Akteur*innen zu stärken, darunter Territorialräte, Gemeindeverwaltung, regionale Forstverwaltung, vor Ort stationierte Militäreinheiten, Landwirtschaftsministerium. Zunächst unterstützt das Vorhaben dabei, die Verantwortlichkeiten für die Verwaltung der Territorien zu klären, die sich aus der Landtitulierung ergeben haben. Darauf aufbauend stärkt es die fachlichen und organisatorischen Kompetenzen insbesondere der indigenen Territorialräte, damit diese ihre Aufgaben angemessen erfüllen können. Eine gendersensible Förderung demokratischer Prozesse soll die Teilnahme von Frauen an politischen Entscheidungsprozessen und deren Umsetzung erhöhen. 

Parallel dazu berät das Vorhaben wichtige staatliche Institutionen wie das Honduranische Forstinstitut (ICF) und das Landwirtschaftsministerium (SAG-DICTA) darin, den rechtlichen Rahmen zum Schutz und zur Nutzung der natürlichen Ressourcen der Mosquitia an die spezifischen Belange der indigenen Bevölkerung anzupassen. Es unterstützt den Austausch zwischen Akteuren, um durchführbare und angepasste gemeinsame Lösungen zu identifizieren. So soll es Konflikten zu Landrechtsfragen und der Ressourcennutzung vorbeugen. 

Zudem fördert das Vorhaben innovationsfreudige Produzent*innen, um gemeinsam mit weiteren indigenen Familien klimawandelangepasste und diversifizierte Produktionsweisen zu entwickeln und zu verbreiten. Hierzu dient das Prinzip des gegenseitigen Lernens. Einkommensschaffende Maßnahmen begleiten die Ernährungssicherung: Der Verkauf lokaler Produkte an das staatliche Programm der Schulspeisung schafft Einkommen. Zudem fördert das Vorhaben den Verkauf von Honig, Kakao und Holz auf dem regionalen und nationalen Markt.  Weiter werden lokale Kompetenzen aufgebaut, um die Verwaltung der Naturressourcen zu verbessern.

Das Vorhaben ist Teil des Programms „Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und Klima in Honduras“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ).