Ländliche Entwicklung und Mitwirkung in Südsudan fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Rural Governance in Südsudan, 
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Südsudan
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2024

Gov_Abschlusszeremonie Kurs mit Local Administrative Officers_06 2019

Ausgangssituation

Lokale Verwaltungen in Südsudan sind oft nicht in der Lage, öffentliche Dienstleistungen zu erbringen. Besonders betroffen davon sind Menschen in ländlichen Regionen, die 80 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Sie haben kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser und es fehlt an Mechanismen, die Streitigkeiten um Land und Viehwanderung schlichten oder verhindern. Ebenso fehlen Qualifizierungseinrichtungen, die das Personal lokaler Verwaltungen auf ihre Aufgaben vorbereiten. Die ländliche Bevölkerung hat nur eingeschränkte Möglichkeiten, ihre Interessen gegenüber der Lokalverwaltung zu vertreten, sich an kommunalen Entscheidungen zu beteiligen und ihren Lebensraum mit zu gestalten. 

Darüber hinaus führen Konflikte zwischen Ackerbauern und Viehhirten um Wasserressourcen und Land in weiten Teilen Südsudans zu Gewalt. Lebensnotwendige Ernten können deshalb oft nicht eingebracht werden und Viehbestände sind gefährdet. Dies verschärft die bestehenden Konflikte um Land und gefährdet die Ernährungssicherheit zusätzlich. 

Es gibt lokale Bemühungen, Konflikte friedlich zu bearbeiten und ihnen vorzubeugen. Entscheidungsträger*innen in den Lokalverwaltungen haben dabei eine wichtige Rolle und können bei Konflikten vermitteln. Insbesondere Frauen verfügen häufig über den erforderlichen gesellschaftlichen Rückhalt, um die Rolle als Schlichterin wahrzunehmen und die Arbeit von lokalen Verwaltungen zu prägen. Allerdings bleibt Frauen der Zugang zu öffentlichen Ämtern aufgrund struktureller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen oftmals verwehrt. 

Ziel

Lokale Verwaltungen in ausgewählten Landkreisen in Südsudan verbessern mit Beteiligung der Bevölkerung die Bedingungen für eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes. 

Gov_NGO activity_2018

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist ein Teil der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger" (SEWOH) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ).

Es berät ausgewählte Landkreise in Südsudan, um Dienstleistungen besser und bedarfsorientierter für die ländliche Bevölkerung zu erbringen. Das Vorhaben arbeitet mit Mitarbeiter*innen lokaler Verwaltungen und örtlichen zivilgesellschaftlichen Organisationen und fördert Frauen in Lokalverwaltungen.

Dazu arbeitet es in drei Handlungsfeldern:

1. Mitarbeiter*innen lokaler Verwaltungen fortbilden 

Das Vorhaben unterstützt Bildungsangebote in den Themenbereichen Ländliche Entwicklung, Bürgerbeteiligung, Finanzmanagement und Friedens- und Konfliktmediation. Dadurch können Verwaltungsmitarbeiter*innen lokale Dienstleistungen besser erbringen. Zusammen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Lokalverwaltung schafft es außerdem Mitwirkungsmechanismen, damit die Bevölkerung sich an Planungsprozessen beteiligen und ihre Interessen aktiv einbringen kann. 

2. Frauen in Lokalverwaltungen fördern und vernetzen. 

Frauen in der Verwaltung organisieren sich in einer Lernplattform. Die Plattform bietet Raum für Diskussionen, wie sie gesellschaftliche und strukturelle Barrieren in der südsudanesischen Gesellschaft überwinden können. Gleichzeitig können sie voneinander profitieren und sich gegenseitig dabei unterstützen, alltägliche Arbeitsaufgaben zu bewältigen. 

3. Landkonflikte schlichten und geregelte Viehwanderung fördern

Gemeinsam mit staatlichen und nicht-staatlichen Beteiligten unterstützt das Vorhaben Ansätze, um Landkonflikte friedlich beizulegen und Viehwanderung zeitlich und räumlich zu regeln. Damit fördert es den friedlichen Dialog zwischen den Beteiligten und beugt Auseinandersetzungen vor. Dabei sollen erarbeitete Mechanismen Streitigkeiten klären, beispielsweise indem sie Entschädigungen festlegen für den Verlust von landwirtschaftlichen Produkten durch grasendes Vieh. 

Das Vorhaben unterstützt den Einsatz von Medien und Gemeinschaftsradios, um Ansätze für einen friedlichen gesellschaftlichen Diskurs medial zu verbreiten. Das Projekt steht in Austausch mit dem Local Government Board (LGB), ein Selbstverwaltungsrat, der verantwortlich ist für die Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen der lokalen Verwaltungsstrukturen.

Local Governemtn Board House