E-Commerce in Afrika fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Panafrikanische E-Commerce Initiative – Boosting African Digital Trade
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kenia, Ruanda, Ostafrikanische Gemeinschaft
Politischer Träger: Ministerium für Industrialisierung, Handel und Unternehmensentwicklung in Kenia, Ministerium für Handel und Industrie in Ruanda, Sekretariat der Ostafrikanischen Gemeinschaft
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2022

GIZ_Thomas Imo_

Ausgangssituation

Der elektronische Handel, auch E-Commerce genannt, wird ein zunehmend wichtiger Beschaffungs- und Vertriebskanal in aufstrebenden afrikanischen Wirtschaften. Allerdings sind wesentliche Voraussetzungen nicht erfüllt, damit afrikanische Unternehmen am grenzüberschreitenden elektronischen Handel teilnehmen können. Hierzu zählen die Verfügbarkeit elektronischer Zahlungssysteme, das Vertrauen von Konsument*innen und Unternehmen in E-Commerce sowie förderliche regulatorische Rahmenbedingungen. Die Corona-Pandemie verstärkte die weltweite Bedeutung des elektronischen Handels und erhöhte gleichzeitig den Druck auf Regierungen, die Rahmenbedingungen dafür zu verbessern.

Bisher sind afrikanische Produzent*innen und Händler*innen kaum im elektronischen Handel für Geschäftskunden (Business-to-Business, B2B) vertreten. Durch die geringe Integration in regionale beziehungsweise internationale Wertschöpfungsketten können Skaleneffekte nicht ausreichend genutzt werden. Diese jedoch sind nötig, um afrikanische Produkte national und international konkurrenzfähiger zu machen. Länderübergreifende Zahlungssysteme sind derzeit fast nur über das traditionelle Bankensystem sowie internationale Geldtransferdienste verfügbar. Kleine und mittelständische Unternehmen kämpfen nicht nur mit den hohen Kosten dieser Kanäle, sondern auch mit Devisenbeschränkungen. Logistik und Transport stellen weitere Herausforderungen dar, die sich beispielsweise in unzulänglichen Adresssystemen äußern. Gesetzliche Grundlagen für den elektronischen Handel sind zwar in zahlreichen afrikanischen Ländern vorhanden, müssen allerdings weiter spezifiziert und effektiver umgesetzt werden. Barrieren für die Teilnahme von Frauen an E-Commerce zeigen sich im erschwerten Zugang zum Internet und geringeren digitalen Kompetenzen. Zudem vertrauen Konsument*innen dem elektronischen Handel nur wenig: Es bestehen Unsicherheiten bezüglich der Qualität der angelieferten Ware, Missbrauch von Kundendaten und dem Fehlen von funktionierenden Beschwerdemechanismen.

Ziel

Die Voraussetzungen für Unternehmen in ausgewählten afrikanischen Ländern zur Teilnahme am grenzüberschreitenden E-Commerce sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben verbessert zunächst die Rahmenbedingungen für den E-Commerce. Dafür berät es die Ostafrikanische Gemeinschaft dabei, eine übergreifende E-Commerce-Strategie zu entwickeln. In enger Kooperation mit der Konferenz der Vereinten Nationen zu Handel und Entwicklung (UNCTAD) unterstützt das Vorhaben außerdem die kenianische Kommunikationsbehörde darin, eine nationale E-Commerce-Strategie zu erarbeiten. Darüber hinaus wird das Smart Africa Sekretariat dabei beraten, ein Umsetzungskonzept („blueprint“) zur Verbesserung von elektronischen Zahlungssystemen für elektronischen Handel zu erarbeiten, welches anschließend in afrikanischen Ländern pilotiert wird.

In einem weiteren Schritt stärkt das Vorhaben die Leistungsfähigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen am E-Commerce teilzunehmen. Dafür bildet es Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft. Gemeinsam führen sie praxisorientierte Trainings in Ghana, Kenia und Ruanda durch – mit besonderem Fokus auf von Frauen geführten Unternehmen. In Kooperation mit relevanten Verbänden unterstützt das Vorhaben den Aufbau einer regionalen B2B-Plattform zum elektronischen Handel von Lederwaren in Ostafrika. In Ruanda berät das Vorhaben die dortige Kammer für Informations- und Kommunikationstechnologie dabei, ein Gütesiegel für E-Commerce aufzubauen. Dieses soll das Vertrauen von Konsument*innen und Händler*innen in den elektronischen Handel steigern. Außerdem stärkt das Vorhaben E-Commerce-Verbände und fördert deren Integration in panafrikanische Netzwerke und Strukturen.

Stand: Januar 2021