Business Scouts for Development

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Kooperationsnetzwerk Business Scouts for Development 
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ausgewählte Länder in Afrika, Asien, Lateinamerika / Karibik und Europa
Gesamtlaufzeit: 2021 bis 2023

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Ausgangssituation

Eine inklusive, nachhaltige und stabile Wirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines Landes. Sie schafft Arbeitsplätze, sichert Einkommen und treibt Innovation voran. Um langfristiges Wirtschaftswachstum in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern und die dafür notwendigen Investitionen zu bewältigen, ist die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) auf das Engagement der Privatwirtschaft angewiesen. Unternehmen unterstützen mit ihrem Fachwissen und innovativen Lösungen die Partnerländer bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Hierzu gehören die Eindämmung des Klimawandels, die Lebensmittel- und Ernährungssicherheit, die Gewährleistung sozialer Standards und die Digitalisierung. Oft fehlen vor Ort allerdings die Ressourcen, Netzwerke und Kenntnisse, um das Fachwissen und die neuen Technologien zu nutzen. Die Bundesregierung hat daher Unterstützungs- und Finanzierungsmöglichkeiten entwickelt, die ein nachhaltiges wirtschaftliches Engagement in den Partnerländern erleichtern.

Ziel

Die Vernetzung von lokalen, deutschen sowie europäischen Unternehmen und Institutionen der verfassten Wirtschaft  und die gemeinsame Umsetzung von Kooperationsprojekten ermöglichen den Zugang zu neuen Märkten und stärken die nachhaltige Entwicklung in den Partnerländern.

Vorgehensweise

Dafür stellt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) der Privatwirtschaft ein internationales Netzwerk von Expert*innen zur Verfügung. Mit den entwicklungspolitischen Expert*innen (Business Scouts for Development) schafft das Vorhaben eine internationale Ansprechstruktur zu Fragen der Entwicklungszusammenarbeit. Dieses Netzwerk baut auf den etablierten Ansätzen und Beziehungen von fünf Vorgängerprojekten auf, bündelt deren Angebote und entwickelt sie kontinuierlich weiter.

Die Business Scouts for Development sind dafür in Deutschland und rund 40 weiteren Ländern im Einsatz. Sie beraten deutsche, europäische und lokale Unternehmen zu den Förder-, Finanzierungs- und Kooperationsangeboten der deutschen und europäischen Entwicklungszusammenarbeit, vernetzen sie mit potentiellen Geschäftspartnern und initiieren Kooperationsprojekte. Durch Betriebs- und Lernpartnerschaften, die Übertragung von Wissen sowie gezielte Messeförderung werden darüber hinaus nicht nur neue Handelsmöglichkeiten geschaffen, sondern auch Perspektiven für neue Arbeitsplätze vor Ort.

Um Synergien innerhalb ihres Netzwerkes bestmöglich zu nutzen, arbeiten die Business Scouts zu mehreren Themenschwerpunkten. Diese orientieren sich an der Nachfrage und den Bedarfen der Wirtschaft und der Kooperationspartner sowie an den entwicklungspolitischen Zielsetzungen des BMZ. 

Aktuelle Schwerpunkte sind: 

  • Klima, Energie, Umwelt und Wasser
  • Gesundheit
  • Berufliche Bildung
  • Handwerk
  • Agrar- und Ernährungswirtschaft
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
  • Digitalisierung
  • Kooperation mit Stiftungsorganisationen
  • Messeförderung

In Deutschland und Belgien beraten die Business Scouts Mitgliedsunternehmen von Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft, sowie der Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Branchenverbänden und Ländervereinen. In Kooperation mit dem gemeinnützigen Unternehmen Engagement Global sind sie zudem bei Stiftungsorganisationen tätig. In den Partnerländern sind sie entweder in die Büros der deutschen Entwicklungszusammenarbeit integriert oder als Integrierte Fachkräfte bei den Auslandshandelskammern und Delegationen der Deutschen Wirtschaft tätig. 

Somit besitzen die Business Scouts eine Scharnierfunktion: Sie kennen die lokalen Gegebenheiten und regulatorischen Strukturen sowie die Anforderungen der Privatwirtschaft und sind zudem direkt mit der deutschen EZ vor Ort vernetzt. Dies ermöglicht es ihnen, gezielt das langfristige wirtschaftliche Engagement zu EZ-Themen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern.

Die integrierten Fachkräfte werden über das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) vermittelt. Sie sind an den jeweiligen AHKs vor Ort angestellt und werden zusätzlich durch das Business Scouts for Development Programm gefördert.