Unterstützung von Unternehmen und Beschäftigung für Flüchtlinge und lokale Gemeinschaften in Khartum

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beschäftigungsinitiative Khartum: Verbesserung der Zukunftsperspektiven für Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung im Sudan
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sudan
Politischer Träger: Ministerium für Finanzen und Wirtschaftsplanung
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2023

Ausgangssituation

Am Horn von Afrika kommt es seit Jahrzehnten immer wieder zu Konflikten und Krisen. Der Sudan als größtes Land in der Region hat sich in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit als Bindeglied und Friedenspartner erwiesen. Gleichzeitig ist der Sudan eines der am wenigsten entwickelten Länder (LDC). Durch die historisch angespannte Lage in der Region kommen große Flüchtlingsströme aus den Nachbarländern, insbesondere Äthiopien, Eritrea, dem Tschad, der Zentralafrikanischen Republik und – seit der Abspaltung im Jahr 2011 – dem Südsudan ins Land. Zudem haben im Westen des Landes zahlreiche Menschen durch den Darfur-Konflikt ihre Lebensgrundlage verloren, so dass der Sudan mittlerweile 3,1 Millionen Binnenvertriebene zählt. Im Osten haben die lokalen Gemeinschaften mit Dürre, Nahrungsmittelknappheit und Wassermangel zu kämpfen. Hilfe für die betroffenen Bevölkerungsteile wurde aus verschiedenen Gründen behindert, und knapp die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Viele kommen auf der Suche nach einem besseren Leben in die Hauptstadt Khartum, die derzeit ein Drittel der sudanesischen Bevölkerung beherbergt (2021).

Die neue sudanesische Übergangsregierung in Khartum hat sich verpflichtet, Veränderungen voranzutreiben und die Lage auch für Migranten und Flüchtlinge zu verbessern, um eine gesicherte Lebensgrundlage zu schaffen. Aufgrund der politischen Unsicherheit bleibt die Wirtschaftslage im Sudan vorerst jedoch fragil. Die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 haben zu Preisanstiegen bei Grundnahrungsmitteln und Rohstoffen, steigender Arbeitslosigkeit und rückläufigen Exporten geführt. Reisebeschränkungen haben diese Auswirkungen noch verschärft. Die Inflation steigt und die Arbeitslosigkeit betrifft etwa ein Viertel der jungen Bevölkerung. Die Hürden für den Einstieg in den Arbeitsmarkt sind nach wie vor hoch.

Durch die zunehmende Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Bedeutung der Berufsausbildung finden junge Menschen die Möglichkeit, in die Arbeitswelt einzusteigen, und die Berufsausbildung wird immer populärer. Die sudanesische Regierung fördert die Berufsausbildung durch ein Netzwerk von Berufsbildungszentren und Unternehmerzentren im Bundesstaat Khartum. Dies bietet jungen Männern und Frauen eine gute Gelegenheit, Zugang zu Bildung zu erhalten und Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt zu erwerben.

Ziel

Die Arbeitsbedingungen für Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung in Khartum haben sich verbessert.

Vorgehensweise

Die Beschäftigungsinitiative Khartum (EIK) fördert die Zusammenarbeit zwischen der sudanesischen Regierung, Berufsbildungseinrichtungen und dem Privatsektor (integrierter Ansatz). Das Projekt ist darauf ausgelegt, eine marktorientierte Berufsausbildung zu fördern und qualifizierte Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt auszubilden. Die EIK ist auf allen drei Ebenen im Kapazitätsaufbau tätig, wobei sie gleichzeitig Organisationen und Einzelpersonen im Blick hat. Zur Verbesserung des Zugangs zu praxisorientierter Berufsausbildung und Beschäftigung arbeitet das Projekt am Aufbau der Kapazitäten in staatlichen Institutionen – insbesondere beim institutionellen Partner im Sudan, dem Supreme Council for Vocational Training and Apprenticeship (SCVTA) –, bei Unternehmensentwicklungsdiensten und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Darüber hinaus können Kleinunternehmen unter bestimmten Bedingungen Schulungen, Mentoring und Coaching durch einen Pool von Ausbildern in Anspruch nehmen, womit den Unternehmerinnen und Unternehmern Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau an die Hand gegeben werden. Eine Online-Plattform soll diese Bemühungen ergänzen und für einen besseren Zugang zu Informationen über Unternehmensgründungen und Beschäftigung in verschiedenen Sprachen sorgen.

Neben dem Ansatz auf mehreren Ebenen, wie oben dargelegt, ist das Handeln der EIK auch integrativ: Das Projekt erkennt die Vielfalt an, die in Khartum und innerhalb der Zielgruppe (Flüchtlinge unterschiedlicher Herkunft sowie die Aufnahmegemeinden und die Binnenvertriebenen) herrscht, und setzt sich dafür ein, die verschiedenen Gruppen gleichermaßen zu erreichen. Durch das Angebot von Kursen für gemischte Gruppen werden Frieden und Sicherheit gefördert und der soziale Zusammenhalt unterstützt. Dazu werden Tandems bestehend aus einem Mitglied der Flüchtlingsgemeinschaft und einem Mitglied der lokalen Bevölkerung oder auch kleine heterogene Gruppen unterstützt.

Stand: Februar 2021