Digitalisierung und Beschäftigung: Die Zukunft der Arbeit gestalten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Fonds: Politikkohärenz für nachhaltige Entwicklung – Einzelmaßnahme „Zukunft der Arbeit“
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global. Partnerländer: Indien, Ruanda
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2022

Ausgangssituation

Digitalisierung und Automatisierung verändern die Arbeitswelt grundlegend. Es entstehen neue Geschäftsmodelle, neue Jobs und neue Aufgaben. Die Arbeit verlagert sich zunehmend global und die digitale Transformation verschiebt immer mehr Arbeit in die Cloud. Durch moderne IT verwandelt sich auch der Dienstleistungsexport: Wurden bisher zum Beispiel Geschäftsprozesse in Call-Center ausgelagert, werden heute immer mehr Dienstleistungen und Mikroaufgaben durch einzelne Beschäftigte über Online-Plattformen erledigt.

Diese Entwicklungen schaffen sowohl Chancen als auch Herausforderungen und werfen einige entscheidende Fragen auf:

Wie kann der digitale Wandel von Wirtschaft und Arbeitsmarkt gestaltet werden, damit mehr und bessere Arbeitsplätze entstehen? Wie können notwendige Kompetenzen dafür erworben werden? Welche Chancen bieten die neuen Beschäftigungsformen für Frauen oder Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind? Wie müssen die sozialen Sicherungssysteme der Zukunft aussehen? Und wie werden menschenwürdige Arbeitsbedingungen und grundlegende Arbeits- und Sozialstandards im digitalen Dienstleistungsbereich sichergestellt?

Zu diesen Fragen findet bereits ein reger internationaler Diskurs statt. Dennoch wird die Debatte über die Zukunft der Arbeit weitestgehend durch die Perspektive der Industrieländer dominiert. Die Digitalisierung aber wirkt grenzüberschreitend und hat ebenso weitreichende Auswirkungen auf die Arbeitswelt in Entwicklungs- und Schwellenländern. An soliden Analysen und empirischen Fakten aber mangelt es und so bleiben Prognosen mit großen Unsicherheiten behaftet. Entwicklungspartner und Geber stehen vor der Herausforderung, mögliche Szenarien zu identifizieren und politische Handlungsoptionen in den jeweiligen Ländern und Regionen zu erarbeiten und auch in internationale Foren zur Zukunft der Arbeit einzubringen.

Ziel

In nationalen und internationalen Politikdialogen sind branchenübergreifende und nachhaltige Ansätze für die Zukunft der Arbeit etabliert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben berät im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) zu den Chancen und Risiken der Zukunft der Arbeit.

In den jeweiligen Ländern identifiziert und analysiert das Vorhaben Trends und Entwicklungen, um das Potenzial für mehr und bessere Jobs zu nutzen, die Integration in globale Wertschöpfungsketten zu erleichtern und frühzeitig negative Auswirkungen abfedern zu können. Zudem erarbeitet es mit Regierungsstellen und zivilgesellschaftlichen Handlungsträger*innen in Ruanda und Indien mögliche Szenarien und branchenübergreifende Handlungsoptionen und schafft ein Bewusstsein für die Themen. An dem Prozess sind auch ausgewählte Vorhaben aus der EZ in den jeweiligen Ländern beteiligt.

Das Vorhaben ermöglicht einen regionalen und überregionalen Wissens- und Erfahrungsaustausch von staatlichen, wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Handlungsträger*innen. Das geschieht in Form von Peer-Learning-Formaten vor Ort, aber auch mit digitalen Angeboten wie Webinaren oder Plattform-Beiträgen. Das Vorhaben sucht außerdem den intensiven Dialog mit internationalen Organisationen wie der Weltbank, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD) oder der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO), um die Perspektive der Partnerländer im internationalen Diskurs zu verankern.

Zudem beteiligt sich das Vorhaben an halbjährlichen Ressortrunden mit deutschen Ministerien, unter anderem mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Auswärtigen Amt. Dort werden sowohl Analysen und Szenarien für die Partnerländer, als auch relevante regionale Entwicklungen zu digitalen Arbeitsmärkten vorgestellt und diskutiert. Dadurch sollen die verschiedenen Perspektiven der Ressorts stärker miteinander verknüpft werden und das Thema Zukunft der Arbeit in Entwicklungs- und Schwellenländern einen höheren Stellenwert auf der Agenda der Bundesregierung einnehmen.

Stand: Februar 2021