Entwicklung einer nachhaltigen urbanen Mobilität im Südkaukasus

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige urbane Mobilität im Südkaukasus (Mobility4Cities) - TUMI
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Armenien, Aserbaidschan, Georgien
Politischer Träger: Ministerium für Umweltschutz und Landwirtschaft; in Georgien (MEPA); Stadtverwaltung Tiflis; Stadtverwaltung Batumi
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2023

Shaping tomorrows urban mobility in Georgia - copyright GIZ

Ausgangssituation

Der Verkehrssektor ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasemissionen im Südkaukasus (Georgien ist beispielsweise für 33 Prozent der energiebedingten Emissionen verantwortlich). Aktuelle Prognosen zeigen, dass sich die durch den Verkehrsbereich verursachten Emissionen bis 2030 verdoppeln werden. Neben seinen Auswirkungen auf das globale Klima trägt der Verkehrssektor durch den Ausstoß von Luftschadstoffen zur Verminderung der Lebensqualität in den Städten bei. Ein weiterer negativer Effekt ist der wirtschaftliche Schaden, der durch Staus, Unfälle und mit Luftverschmutzung und Lärmbelastung in Zusammenhang stehende Krankheiten verursacht wird. Die Bevölkerung ist mit den derzeitigen Verkehrsbedingungen in hohem Maße unzufrieden. Dies ist auf unzureichende Infrastrukturen, eine schlechte Sicherheitsbilanz sowie ein wenig zugängliches und unzureichendes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzuführen.

Ziel

Die südkaukasischen Stadtverwaltungen setzen im Rahmen eines Programms zur partizipativen, nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung schrittweise eine Strategie zur Gestaltung und Weiterentwicklung der städtischen Verkehrssysteme um.

Walkability in Batumi - copyright GIZ

Vorgehensweise

Maßnahmen zur Förderung der nachhaltigen urbanen Mobilität in Batumi und Tiflis 
Im Sinne guter Regierungsführung und Kapazitätsentwicklung arbeitet das Vorhaben mit lokalen Partnern in Tiflis und Batumi zusammen, um die urbane Mobilität zu verbessern, die Treibhausgasemissionen zu verringern und den Zugang der Öffentlichkeit zum Verkehrsangebot zu verbessern. Das Programm berät die Städte bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen urbanen Mobilität. So entwickelt die Stadt Tiflis derzeit ein Verkehrskonzept für einen nachhaltigen urbanen Mobilitätskorridor und plant die Einführung von intelligenten Transportsystemen (ITS). Vorgesehen ist u. a. ein koordiniertes Ampelsystem. Entwicklungspläne für den Radverkehr belegen die Ambitionen des Programms, sich für den Ausbau der nicht-motorisierten Mobilität einzusetzen.

Aufbau von Kapazitäten zur Förderung der urbanen Mobilität
Die Schaffung einer nachhaltigen und vernetzten Stadt erfordert Anstrengungen, die über die bloße Entwicklung und Umsetzung guter urbaner Mobilitätsmaßnahmen hinausgehen. Diese müssen auch langfristig ausgewertet, verfeinert und weiter verbessert werden. Das Projekt unterstützt das erste akademische Programm zur Ausbildung von Verkehrsexpertinnen und -experten in Georgien. Dazu wurde eine Kooperation zwischen der Technischen Universität Dresden und der Georgischen Technischen Universität ins Leben gerufen. Sie zielt darauf ab, Studien zu urbanen Mobilitätsmustern in Georgien sowie neue Curricula zum Thema urbane Mobilität zu erstellen. Den ersten Schritt bildet eine entsprechende Vorlesungsreihe. 
Das Vorhaben unterstützt auch Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau in verschiedenen Stadtverwaltungen. Die Verkehrsunternehmen sind für den reibungslosen Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs in den Städten verantwortlich und spielen damit eine Schlüsselrolle einer modernen, sich an Nachhaltigkeitsprinzipien orientierenden urbanen Mobilität. Das Projekt organisiert einen fachlichen Austausch, der georgische und internationale Expertinnen und Experten zusammenbringt. Bei einer kürzlich durchgeführten Peer-to-Peer-Sitzung in Tiflis wurde über Managementsysteme, ÖPNV-Politik sowie Strategien, Marketing und Kampagnenarbeit diskutiert. 

Politische Rahmenbedingungen für die urbane Mobilität
In Zusammenarbeit mit den zuständigen georgischen Institutionen werden Empfehlungen zur Verbesserung der nationalen Rahmenbedingungen für die urbane Mobilität erarbeitet. In Übereinstimmung mit den Bedürfnissen des Partnerministeriums MEPA umfasst dieses Handlungsfeld Prozesse wie die Entwicklung von Empfehlungen, wie der Sektor der urbanen Mobilität zum Klimaschutz beitragen kann. Dies steht im Einklang mit der anstehenden Umsetzung des georgischen Klima-Aktionsplans. Darüber hinaus wird ein auf mehreren Ebenen geführter Dialog über gute Regierungsführung angestoßen. Dieser hat zum Ziel, das Mainstreaming einer klimaschonenden urbanen Mobilität auf nationaler Ebene sowie auf Ebene der Lokalregierungen zu fördern.

Regionaler Austausch
Die Ergebnisse dieses Dialogs fließen in den Austausch von nationalen und lokalen Institutionen aus dem Südkaukasus ein, bei dem im Rahmen von regionalen Konferenzen und Workshops zur urbanen Mobilität über Erfahrungen und bewährte Verfahren diskutiert wird. Außerdem profitieren die Institutionen von internationalem Fachwissen, Studienreisen und anderen Maßnahmen, die im Rahmen des Austauschs durchgeführt werden.

Segregated bus lanes allow for faster rides - copyright Tbilisi City Hall

Letzte Aktualisierung: April 2021